Von alten Hasen und Newcomern

Dinslaken/Voerde/Hünxe.   Um 12 Uhr gab es einen Gottesdienst, ab 15 Uhr tagte der neugewählte Landtag das erste Mal. Bei der konstituierenden Sitzung waren auch Charlotte Quik und Stefan Zimkeit dabei. Der SPD-Abgeordnete aus Oberhausen gehört seit 2010 dem Parlament an, die CDU-Abgeordnete aus Hamminkeln ist eine „Newcomerin“.

Um 12 Uhr gab es einen Gottesdienst, ab 15 Uhr tagte der neugewählte Landtag das erste Mal. Bei der konstituierenden Sitzung waren auch Charlotte Quik und Stefan Zimkeit dabei. Der SPD-Abgeordnete aus Oberhausen gehört seit 2010 dem Parlament an, die CDU-Abgeordnete aus Hamminkeln ist eine „Newcomerin“.

Auch wenn Stefan Zimkeit, der am 14. Mai wieder den Wahlkreis Oberhausen-Dinslaken klar gewonnen hat, schon mehrere Jahre dem Parlament angehört, war am gestrigen Tag etwas anders. Die SPD hat insgesamt die Wahl verloren, statt einer Fortsetzung von Rot-Grün gibt es eine schwarz-gelbe Landesregierung. Zimkeit bleibt nur der Platz auf der Oppositionsbank. „Opposition kenne ich nicht“, sagt Zimkeit. Das wird er sicherlich in der nächsten Zeit im Hinterkopf haben, auch wenn man gestern davon nichts merkte, wie er im Gespräch mit der NRZ sagte. „Die politische Arbeit hat ja noch nicht angefangen“, fügte er hinzu. Es werde für ihn aber eine erhebliche Umstellung sein. Vor dem 14. Mai sei der Kontakt zur Regierung direkter gewesen, war es leichter Einfluss zu nehmen auf Entscheidungen, die wichtig für seinen Wahlkreis waren. Jetzt, als Mitglied der Opposition könne er Projekte aus Dinslaken nicht so direkt unterstützen.

Vor der Sitzung sagte Stefan Zimkeit, dass er sich weiterhin bei finanziellen Themen einbringen möchte. Dieses Ziel hat er erreicht. Nach der konstituierenden Sitzung teilte Zimkeit mit, dass er erneut zum SPD-Fraktionssprecher im Haushalts- und Finanzausschuss des Landtages gewählt worden sei. Die Entscheidung war notwendig, weil der Haushaltsausschuss schon jetzt seine Arbeit aufnehmen müsse. Deshalb seien die Mitglieder bei der konstituierenden Sitzung bestimmt worden. „Endgültig besetzt werden diese wie die anderen Ausschüsse erst nach Abschluss der Koalitionsbildung.“ Zimkeit werde insbesondere die Interessen der Städte im Auge haben, kündigte er an. „Bildung, Infrastruktur, Sozialeinrichtungen und viele andere Dinge können nur funktionieren, wenn genug Geld für die Kommunen da ist“, sagte Zimkeit.

Kein Neuland ist für Charlotte Quik der Düsseldorfer Landtag. Sie kennt die Abläufe aus ihrer Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin. Doch nun hat sie die Seiten gewechselt und gehört der Fraktion an, die als stärkste Fraktion den Ministerpräsidenten stellt. Der Tag gestern sei für sie sehr aufregend gewesen. Vor ihrer Verpflichtung als Abgeordnete stand sie schon mal am Rednerpult. Es sei schon anders gewesen, als noch als wissenschaftliche Mitarbeiterin, erzählt sie nach der Sitzung im Gespräch mit der NRZ. Ein eigenes Büro hat sie bislang nicht. Das sei im Moment etwas schwierig. Abgeordnete, die nicht wiedergewählt worden sind, müssen ihre Dienstzimmer noch räumen. Bis sie ihr Büro beziehen könne, werde sie von zuhause aus arbeiten, das sei in Zeiten der Digitalisierung kein Problem.

Eine Wahl im Parlament hat sie gestern schon mitgemacht, als der CDU-Politiker André Kuper zum Landtagspräsidenten gewählt worden ist. Wie sie sagt, besteht die CDU-Fraktion zu einem Drittel aus „alten Hasen“ und zu zwei Drittel aus „Newcomern“.

Innerhalb der CDU-Fraktion hat sich eine „Junge Gruppe“ gebildet, die laut Charlotte Quik, für frischen Wind in der neuen CDU-Landtagsfraktion sorgen will. Und die Abgeordnete aus Hamminkeln ist zur stellvertretenden Vorsitzenden dieser Gruppe gewählt worden. „Auch dieser Aufgabe werde ich mich mit großem Respekt und zukunftsorientiert widmen.“

Nun beginnt die Arbeit, mit Sitzungswochen, mit Fraktionssitzungen. Die nächste Plenarsitzung ist für den 21. Juni terminiert.

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