24-Stunden-Serie

3 Uhr: Von Briefkasten zu Briefkasten durch Hünxe

Ulrike Walden ist seit fast 30 Jahren Zeitungsbotin. Ihre Runde durch Bruckhausen dreht sie immer zwischen drei und vier Uhr.

Ulrike Walden ist seit fast 30 Jahren Zeitungsbotin. Ihre Runde durch Bruckhausen dreht sie immer zwischen drei und vier Uhr.

Foto: Markus Joosten

Hünxe.   Das frühe Aufstehen macht ihr nichts aus. Ulrike Walden ist nachts unterwegs - als Zeitungsbotin für die NRZ. Wir haben sie einmal begleitet.

Wenn keine Autos über die Dinslakener Straße rauschen, ist es verdammt ruhig. Es ist so still, dass man selbst Geräusche der entfernten Autobahn wahrnimmt oder das Plätschern eines Brunnens in einem nahegelegenen Garten hört. Gut, es ist mitten in der Nacht, kurz vor drei Uhr, wer soll da schon unterwegs sein?

Ulrike Walden zum Beispiel. Sie wartet auf ihre Lieferung. Seit fast 30 Jahren trägt sie, wenn andere tief und fest schlafen, die NRZ aus. An diesem Morgen ist sie nicht allein unterwegs in ihrem Revier in Bruckhausen. Die NRZ begleitet sie zwischen drei und vier auf ihrer Tour von Briefkasten zu Briefkasten.

Es läuft alles nach Plan. Der weiße Transporter mit dem Essener Kennzeichen hält pünktlich am Treffpunkt. Der Fahrer entlädt mehrere Zeitungspakete, die Ulrike Walden in ihrem Wagen verstaut. Es geht los, die ersten Zeitungen steckt sie an der Dinslakener Straße in die Briefkästen.

Immer wieder springen Lampen an

Dann fährt sie auf die Hauptstraße. Hier wohnen die nächsten Kunden. Zu welchem Haus sie muss, hat sie im Kopf. Seit vielen Jahren ist das hier ihr Revier, hier hat sie angefangen, erzählt sie. Erst für ein paar Tage als Urlaubsvertretung, dann wurde es ihr festes Revier.

Mehrere NRZ-Exemplare nimmt sie auf den Arm und marschiert los, es geht in eine Stichstraße. Immer wieder springen Lampen an. Die installierten Bewegungsmelder helfen ihr, andere Eingänge sind recht dunkel. Da sei das Risiko, eine Stufe nicht zu treffen, schon recht groß.

NRZ für NRZ landet in den Briefkästen. Zurück zum Auto, wieder fährt sie ein Stück wei ter. Bevor sie sich wieder auf den Weg macht, schaut sie dieses Mal zur Kontrolle auf ihre Liste: Sind NRZ-Leser im Urlaub und erhalten deshalb keine Zeitung? Dann schnappt sie sich wieder mehrere Exemplare und läuft von Haus zu Haus.

Angenehme Temperaturen

Nein, das frühe Aufstehen mache ihr keine Probleme. Nachts sei es zurzeit sehr angenehm, zwischen drei und vier Uhr klettert das Thermometer noch nicht so hoch und heute weht ein leichter Wind.

Bei ihrer Tour durch Bruckhausen trifft sie sehr selten Leute. Wenn sich jemand sehr früh aufmacht, um in den Urlaub zu fahren, dann würde sie jemandem begegnen. Ansonsten sei sie die einzige, die auf den Wohnstraßen unterwegs ist. Oder sie triff auf Polizeibeamte, die die Botin dann fragen, ob sie etwas Verdächtiges beobachtet habe.

Im Hauptrevier legt sie 3,5 Kilometer zurück

In ihrem Hauptrevier legt sie immer rund 3,5 Kilometer zurück. Anschließend beliefert sie noch Bauernhöfe im Außenbereich und dann ist sie noch in einem Gewerbegebiet in Dinslaken für die Zustellung zuständig. Nach jeder Schicht, sagt sie, hat ihr Wagen 50 Kilometer mehr auf dem Tacho.

Früher hatte sie einen anderen Kontakt zu ihren Kunden. Als sie als Zeitungsbotin anfing, gehörte es auch zu ihren Aufgaben, zu kassieren. Dafür klingelte sie tagsüber bei den Abonnenten. Manchmal, sagt sie, musste sie mehrmals hingehen, um das Geld zu bekommen. Diese Aufgabe ist weggefallen. Heute sieht sie von den Kunden nur die Hauseingänge und die Briefkästen.

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