Trockenheit

Waldbrandgefahr: Wie Flieger in Hünxe nach dem Rechten sehen

Aus der Luft ist die Trockenheit auf den Feldern gut zu erkennen. Auch das großteils abgebrannte Kornfeld, das Ende Juni in Schermbeck in Flammen geriet und zeitweise für eine Sperrung der B 58 sorgte, können die Flieger sehen.

Foto: akw

Aus der Luft ist die Trockenheit auf den Feldern gut zu erkennen. Auch das großteils abgebrannte Kornfeld, das Ende Juni in Schermbeck in Flammen geriet und zeitweise für eine Sperrung der B 58 sorgte, können die Flieger sehen.

Hünxe/Dinslaken/Voerde.  Bei andauernder Trockenheit ist die Waldbrandgefahr hoch. Michael Herbrecht, von Beruf Revierförster und privat Pilot, steigt dann nicht nur aus Spaß in seinen Flieger.

Die grünen Waldflächen haben gelbe Tupfer. „Das sind die Birken. Die werden als erstes gelb, das sind so Säufer, die besonders viel Wasser benötigen“, sagt Michael Herbrecht und lacht. Anschließend folgten beispielsweise die Ebereschen und der Holunder, erklärt er. Die Felder um die gelb gepunkteten Wälder sind grau-braun, gelb-braun oder blassgrün. „Die Farben der Trockenheit“, sagt Herbrecht. Über Kopfhörer kann ich ihn hören.

In einem motorisierten Flugzeug fliegen wir 3000 Fuß, knapp einen Kilometer also, oberhalb des Bodens. Die Sicht ist klar, 50 bis 60 Kilometer weit könnten wir heute blicken, sagt Herbrecht. Wir sehen Hünxe, Dinslaken, Voerde und auch die anderen Kommunen des Kreises, ja sogar weite Teile des Ruhrgebiets – zum Beispiel das weiße Dach der Arena auf Schalke.

Kaum in der Luft ist klar: Alles in Ordnung

„Wir sehen aber keinen Nebel“, sagt Herbrecht. „Also brennt es gerade auch nirgends“, schlussfolgert er. Da sind wir nicht mal fünf Minuten in der Luft.

Herbrecht ist nicht nur hiesiger Revierförster, sondern auch Pilot. Regelmäßig hebt er in letzterer Funktion und als Privatperson vom Flugplatz Schwarze Heide aus ab – nicht nur des Spaßes wegen, sondern auch, um von oben nach dem Rechten zu sehen.

Waldbrandbeobachter gibt es nicht mehr

Offiziell hierfür eingesetzte Personen, Waldbrandbeobachter also, gebe es hier nicht mehr, weder in der Luft noch an Land, erzählt Herbrecht. „Umso wertvoller sind die Hobbypiloten in der Luft für uns“, ergänzt er. „Sie sorgen für eine lupenreine Überwachung.“ Denn Piloten sähen aus der Luft sofort, wenn es brenne, und könnten dies so schnell bei Feuerwehr & Co. melden. Auch könnten sie die Trupps am Boden oft genauer zum Brandort lotsen, als das vom Boden aus möglich sei, erklärt Michael Herbrecht.

Er lenkt die Maschine über den Tenderingssee. Ein Abschnitt am Ufer des Gewässers ist dunkler als der Rest: Die Überreste des Brandes von Anfang Juli, erklärt der Pilot. Aus der Höhe sind sie klar zu sehen. Die nächste Brandstelle liegt nur wenige Kilometer weiter, an der B 58 in Schermbeck. Hier hat Ende Juni auf einem Kornfeld ein Feuer gewütet und einen halbrunden grauen Kreis im blassgelben Korn hinterlassen. „So gut hätten wir das vom Boden aus nicht erkennen können“, sagt Herbrecht. Sein Hobby sei also auch eine Bereicherung für den Beruf.

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