Betuwelinie

Wann kehrt endlich Ruhe ein?

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Dinslaken. Der Vorstand der Bürgerinitiative „Betuwelinie - so nicht!“ hat die Weichen gestellt: Vergleichbare Bürgerinitiativen in Wesel und anderswo wie die „Biss“ strebten eine „Mobilisierung“ an, wollten ihre Positionen auf der Straße kundtun.

Das erklärte Heinz Mülleneisen bei der Mitgliederversammlung der BI „Betuwelinie - so nicht!“ am Montag im Dinslakener City-Hotel. Einen solchen Schritt werde er jedoch nicht mittragen. Dies stellte Mülleneisen vor der turnusmäßigen Neuwahl des Vorstands klar und erhielt Unterstützung, den seit 1993 eingeschlagenen Weg des Dialogs weiterzugehen, um durch konstruktive Mitarbeit das Ziel der Initiative, die Verbesserung des Lärmschutzes entlang der Bahnstrecke durch Dinslaken, zu erreichen.

Der alte und neue Vorsitzende wurde mit einer Enthaltung in offener Wahl wiedergewählt. Das klare Ergebnis spiegelte indes nicht den Verlauf der streckenweise recht turbulenten Versammlung wider. Vieles, was in den letzten Wochen in Berlin passiert und – ebenso – vieles, was in Dinslaken bislang nicht passiert ist, verunsicherte und erhitzte die Gemüter.

Aus Berlin erreichte ein Brief von Sabine Weiss die Initiative. Die Bundestagsabgeordnete gehört nicht dem Verkehrsausschuss an, in dem die Nutzung und die Dringlichkeit des Baus eines dritten Gleises der Betuwelinie herabgestuft wurde, ist jedoch wie Michael Groschek und der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann, Mitglied des Projektbeirates Betuwe. „Bei allem Negativen, was Sie gehört haben“, schrieb Weiss, „da hätten wir von der Gruppe was von gehört“.

Neubewertung sorgt für Verzögerung

Ob das dritte Gleis nun gefährdet ist oder nicht, sicher ist: Die Neubewertung verzögert das Dinslakener Planfeststellungsverfahren. Weil die neuen Zahlen eingearbeitet werden müssen, sind die bereits schon ausgearbeiteten Unterlagen für Rees zurückgezogen worden, und erst wenn diese überarbeitet sind, kommt Dinslaken an die Reihe.

Eigentlich sollte das Planfeststellungsverfahren hier bis zum Jahresende abgeschlossen sein; nun möchte keiner der Verantwortlichen mehr einen Termin nennen. Heinz Mülleneisen legt nun noch einmal allen betroffenen Anwohnern nahe, sich mit den Plänen zum Lärmschutz auseinanderzusetzen und die Unterlagen im technischen Rathaus der Stadt einzusehen.

Doch auch wenn das Planfeststellungsverfahren durch ist, könnte sich der Lärmschutz weiter verzögern, gab Schatzmeister Jobst Marquis zu bedenken. Das Land NRW geht für diese Maßnahme in Vorfinanzierung, der aktuelle Haushaltsplan sehe einen solchen Posten jedoch nicht vor. Sollte das aktuelle Planfeststellungsverfahren übrigens den ersehnten Lärmschutz nicht bringen, so ist seine Errichtung wohl trotzdem nicht vom dritten Gleis abhängig. Mülleneisen sprach davon, dass eine Blockverdichtung – also eine Erhöhung des Bahnverkehrs über die jetzige – trotz höherer Frequenz noch nicht vollständig erreichte Auslastungsgrenze hinaus, rechtlich gesehen eine „wesentliche Änderung der Strecke“ darstelle, die eine gesetzliche Verpflichtung zum Lärmschutz mit sich brächte.

Dringendste Frage bleibt offen

Offen bleibt jedoch weiterhin die wohl dringendste Frage der Anwohner: Wann endlich kehrt entlang der Strecke ein wenig Ruhe ein? Neben Mülleneisen wurde auch der übrige Vorstand im Amt bestätigt. Stellvertretende Vorsitzende bleibt Gitta Ahrens, Schriftführerin ist Doris Pinno. Jobst Marquis wurde als Schatzmeister bestätigt, Beigeordnete sind Dieter Krüger, Rolf Hesselmann, Rainer Thielsch und Werner Tenhaeff. Zu Kassenprüfern der Initiative, die finanziell auf gesunden Füßen steht, wurden Wilhelm Meyer und Manfred Horstmann bestellt.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik