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Warum Dinslaken einen Abiball sponsert - und andere nicht

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Die Bezuschussung des Abiballs 2022 des OHG in der Stadthalle sei nur eine Ausnahme gewesen, teilt die Stadt mit.

Die Bezuschussung des Abiballs 2022 des OHG in der Stadthalle sei nur eine Ausnahme gewesen, teilt die Stadt mit.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Dinslaken.  Während das OHG für den Abiball in der Stadthalle 12.000 Euro zahlen soll, darf das THG kostenlos feiern. Die PARTEI stell der Stadt dazu Fragen.

Die Schreiben kamen am selben Tag: Den Abiturienten des Otto-Hahn-Gymnasiums teilte die Stadtverwaltung mit, dass ihr Abiball in der Kathrin-Türks-Halle nicht bezuschusst wird. Sie müssen also 12.000 Euro zahlen, um in der Stadthalle feiern zu dürfen. Die Abiturienten des Theodor-Heuss-Gymnasiums hingegen haben zeitgleich erfahren, dass ihr Abiball in der Kathrin-Türks-Halle komplett übernommen wird – wohl, weil die Schule keine Aula hat. Diese Ungleichbehandlung empört nicht nur die Schüler des OHG. Die Ratsfraktion der Partei DIE PARTEI hat dazu nun eine Anfrage an die Stadt gestellt.

„Nachdem die Schüler:innen der EBGS aufgrund der Kosten wohl auf ihre 1,5-fach-Sporthalle verzichten und stattdessen mit Halma im Fahrradkeller oder Murmeln in der ehem. Raucherecke vorliebnehmen müssen, wird den Schüler:innen einer weiteren Schule der versprochene Zugang zum Palotz-Tempel – im Volksmund auch KTH oder Stadthalle genannt – verwehrt,“ so die PARTEI. Wobei: „Verwehrt nicht ganz korrekt, denn gegen einen saftigen Obolus wäre der Zugang schon möglich,“ so die PARTEI.

So begründet die Stadt nun die Absage

Der Abijahrgang 2022 des OHG hatte sich über einen städtischen Zuschuss in Höhe von 7800 Euro gefreut. Dieser habe, so die PARTEI, „auf seinem Weg von der linken in die rechte Tasche Feierlichkeiten der Schüler:innen“ ermöglicht. Diesen Zuschuss gibt es in diesem Jahr nicht mehr. Zur Begründung hatte die Stadt zunächst angeführt, dass es sich bei Abibällen nicht um schulische sondern um private Veranstaltungen handele – diese zu bezuschussen könne sich die Stadt eben nicht mehr leisten: „Die durch die hohen Zuschüsse entstehenden Kosten sind auch aufgrund der angespannten Haushaltlage nicht mehr darstell- und leistbar.“ Nachdem die Schule nochmals nachgefragt hat, hieß es zuletzt, dass der Abiball des OHG in der Stadthalle im vergangenen Jahr überhaupt nur seitens der Stadt bezuschusst worden sei, weil „zum Zeitpunkt der Planungen nicht absehbar war, ob eine derartige Feier aufgrund der Corona-Situation in der Aula der Schule selbst durchgeführt werden kann.“ Ob die Abiturfeiern im kommenden Jahr bezuschusst würden, das sei eine politische Entscheidung.

„Pech gehabt, findet die nächste Abschlussfeier eben im Fahrradkeller statt – oder in der ehemaligen Raucherecke,“ ätzt dazu die PARTEI. „Entgegen dem Versprechen einer ‘Halle für Alle’, die auch für schulische Veranstaltungen zur Verfügung stehen sollte, ist dies aktuell nur unter enormer finanzieller Aufwendung möglich. Und ja: Eine Abschlussfeier mit Zeugnisvergabe zum Beispiel ist sehr wohl eine schulische Veranstaltung“, findet die Fraktion der PARTEI.

Diese Fragen stellt die PARTEI

Für die PARTEI stellen sich damit eine Reihe Fragen, die sie unter dem Titel „AlaDIN-EVENTs Märchen von der ‘Halle für Alle’“ an die Verwaltung und deren Veranstaltungstochter Din-Event stellt: So möchte die Fraktion etwa wissen, auf welcher Basis die Din-Event die Kosten für eine schulische Veranstaltung wie etwa die Abiturfeier des OHG kalkuliert: „Wurde ein Gewinn einkalkuliert oder lediglich eine Kostendeckung?“ Und: „Wie werden im Vergleich dazu andere Veranstaltungen kalkuliert?“

Außerdem möchte die Fraktion wissen, welche Angebote dem OHG konkret gemacht wurden, „um Kosten zu reduzieren und die Veranstaltung dadurch zu ermöglichen?“ – etwa indem die Schule eigene Technikerinnen oder Techniker stelle. „Wie sieht es mit Anfragen für Abschlussfeierlichkeiten anderer Schulen für letztes und dieses Jahr aus: Wie viele gab es? Zahlen alle das gleiche?“ fragt die PARTEI außerdem. Und: „Warum sollen Dinslakens Schüler:innen, die in den letzten Jahren so einiges entbehren mussten, die Zeche für die Fehlkalkulationen bei der Sanierung der Stadthalle zahlen?“

Das bekommen Vereine für die Nutzung der KTH und des Burgtheaters

Gemäß den Kulturförderungsrichtlinien zahlt die Stadt Dinslaken musisch-kulturellen Vereinigungen übrigens Zuschüsse für die Nutzung der Kathrin-Türks-Halle und des Burgtheaters. Im Jahr 2022 waren das insgesamt 75.140 Euro – etwa für Konzerte von Chören, die Jubiläumsveranstaltung des MTV Rheinwacht sowie die St. Martins-Veranstaltung im Burgtheater. (aha)

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