Einzelhandel

Was die Stadt Voerde gegen eine Schwächung der City plant

Blick von oben auf das Gewerbegebiet an Bahnhofstraße und Ringstraße mit den Discounter-Standorten. Hier möchte die Stadt mit einem neuen Bebauungsplan klare Verhältnisse schaffen.

Foto: Hans Blossey

Blick von oben auf das Gewerbegebiet an Bahnhofstraße und Ringstraße mit den Discounter-Standorten. Hier möchte die Stadt mit einem neuen Bebauungsplan klare Verhältnisse schaffen. Foto: Hans Blossey

Voerde.   Für die an der Bahnhofstraße ansässigen Discounter sollen Sondergebiete ausgewiesen werden – mit Festschreibungen zu maximalen Verkaufsflächen.

Wilfried Limke, der erste und technische Beigeordnete der Stadt Voerde, startete die Bürgerinformationsveranstaltung mit einigen allgemeinen Feststellungen zum Gewerbestandort an der Bahnhofstraße/Ringstraße. „Die Discounter dort haben durchaus eine Berechtigung“, sagte er und begründete auch direkt, warum die Stadt dort den Bebauungsplan neu aufstellen möchte. „Wir müssen darauf achten, dass sich das Einkaufen in Voerde nicht weiter aus der Innenstadt hinaus verlagert“, erklärte er den knapp 20 anwesenden Bürgern. Zudem sei der bisherige Bebauungsplan nicht rechtssicher gewesen.

Auch Details zum Sortiment sollen festgelegt werden

Lena Bieber vom Architektur- und Stadtplanungsbüro Wolters Partner in Coesfeld stellte den vorgesehenen Bebauungsplan im Detail vor. „Man kann hier nicht von einem reinen Gewerbegebiet sprechen“, erklärte sie mit Hinweis auf die Wohnungen, die sich hier zwischen den Gewerbebetrieben befinden. „Man muss hier von einem Mischgebiet sprechen.“ Das heißt, dass es hier neben Wohnungen auch nicht wesentlich störende Betriebe geben darf. Die Planungen sehen hier vor, für die beiden ansässigen Discounter Sondergebiete auszuweisen. Hierbei sollen eine Maximalgröße der Verkaufsflächen und auch Details zum Sortiment festgeschrieben werden.

Der übrige Teil des Gebietes wird ein Mischgebiet, in dem für alle bereits ansässigen Betriebe generell Bestandsschutz gilt. „Wir wollen da nichts machen, was sich negativ für die Anwohner und Gewerbetreibenden auswirken wird, sondern nur einen Ist-Zustand festschreiben“, erklärte Wilfried Limke die Planung. Für die dort angesiedelte Kfz-Werkstatt und die Steinmetzwerkstatt sind Änderungen, Erweiterungen und Erneuerungen zugelassen.

Von den Bürgern gab es dann erst einmal Kritik, allerdings nicht zum Bebauungsplan, sondern eher zur Informationspolitik der Stadtverwaltung, durch die einige Bürger erst kurz vorher von der Veranstaltung erfahren hatten. Dazu kamen mehrere Anmerkungen zum bisherigen Umgang mit dem Einzelhandel in Voerde und von einigen Bürgern als Fehlplanungen wahrgenommene Entwicklungen, die teilweise aber auch schon Jahrzehnte in der Vergangenheit liegen.

Ziel ist es, Fehlentwicklungen zu verhindern

„Es ist immer einfach, aus der Perspektive der Gegenwart die Vergangenheit zu beurteilen“, sagte Wilfried Limke und betonte, dass man mit dem neuen Bebauungsplan auch Fehlentwicklungen verhindern wolle. „Die Steuerung des Einzelhandels ist eines unserer wichtigsten Ziele“, machte Alexander Behringer, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung und Baurecht, deutlich.

Eine weitere Bürgerinformationsveranstaltung zum Bebauungsplan wird es nicht geben, allerdings lud Wilfried Limke die Bürger dazu ein, sich an den Ausschusssitzungen, in denen der Plan noch Thema sein wird, zu beteiligen. „Es ist in Voerde gute Tradition, dass sich auch die Bürger da zu Wort melden können“, erklärte Limke.

Ulrich Neßbach (SPD), der Vorsitzende des Planungs- und Umweltausschusses, machte noch einmal klar, dass es beim Verfahren noch mehrere Gelegenheiten für die Bürger geben würde, sich an den Plänen zu beteiligen. „Wir sind da erst am Start des Verfahrens“, sagte er.

Die Offenlage der Pläne, nach der eine weitere Bürgerbeteiligung möglich ist, ist bisher für Ende Oktober 2018 geplant.

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