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Was wird nun aus der Marketingstrategie für Hünxe?

Einige Wirtschaftsunternehmen in Hünxe aus der Luft: LGI Logistics Group International GmbH, SF Soepenberg GmbH, Recyclingunternehmen Franz-Josef Kipp.

Foto: Hans Blossey

Einige Wirtschaftsunternehmen in Hünxe aus der Luft: LGI Logistics Group International GmbH, SF Soepenberg GmbH, Recyclingunternehmen Franz-Josef Kipp. Foto: Hans Blossey

Hünxe.   Drei Hünxer haben im Sommer 2016 in Eigenregie ein Konzept für ihre Heimatkommune erarbeitet. Es wurde von der Verwaltung nicht weiter verfolgt.

„Wir möchten mit unserem Entwurf eine mögliche, konzeptionelle Arbeitsweise aufzeigen. Grafiken, Entwürfe und Realisierungsempfehlungen sind lediglich dazu gedacht, eine Diskussion zu initiieren und darüber in die konkrete Projektarbeit zu kommen.“ Das sagt Jens Geßmann, Betriebswirt aus Bruckhausen. Zusammen mit der Hünxer Geisteswissenschaftlerin Anja Kloppert und Diplomgrafiker Uwe Heruth hat er ein „strategisches Kommunikationspapier“ für seine Heimatkommune erarbeitet – „in Eigeninitiative, Eigenleistung und ohne Angebot oder Auftrag“, wie Geßmann betont.

Es geht um „Hünxe 2030“. Der Begriff sei in aller Munde, „es werden tragfähige Lösungen für unsere Gemeinde gesucht – Verjüngung, Attraktivität, eine funktionierende Infrastruktur in allen Bereichen“. Ideen, Analysen, Aussichten und Umsetzung hat das dreiköpfige Team aus Hünxe (Uwe Heruth lebt heute in Bochum) in einer 36-seitigen optisch ansprechenden „Marketingstrategie für Hünxe“ zusammengefasst.

Schwerpunkte: 1. Wohnen und Leben: Dörfliches Leben als Erfolgsrezept. In den Metropolen arbeiten, im Grünen zuhause. 2. Unternehmen und Wirtschaft: Leistungsträger und Motoren der Gemeinde. Den Wirtschaftsstandort Hünxe ausbauen und stärken. 3. Tourismus und Freizeit: Mit innovativen Ideen nach vorne. Tourismus stabilisiert den ländlichen Raum und schafft Zukunftsperspektiven.

Doch „H wie Hünxe“, so der Obergriff des fertigen Strategiepapiers, stammt bereits aus dem Sommer 2016. Jens Geßmann hat es jetzt allen Ratsmitgliedern zukommen lassen und auch öffentlich gemacht. Hintergrund: „Im März 2016 wurden Bürgermeister Buschmann erste Erkenntnisse und Ergebnisse vorgestellt. Nach internen Präsentationen innerhalb Wirtschaftsförderung, Kämmerei und Verwaltungsleitung wurde entschieden, das Konzept für den Gemeinderat vorlagefähig aufzubereiten.

Im August 2016 wurden entsprechende Ratsvorlagen erstellt und dem Bürgermeister übergeben. Uns liegen bislang keine Reaktionen vor“, so Geßmann. Und ergänzt: „Wir haben viel Zeit, Knowhow und Herzblut investiert.“

Er hoffe auf eine „offene Diskussion mit den Entscheidungsträgern der Kommune“, die Bürger sollten frühestmöglich in Entwicklung und Umsetzung einbezogen werden. Auch Möglichkeiten einer Gegenfinanzierung der Kosten müsse besprochen werden. In der Vorlage wird selbst die Gründung einer eigenständigen Marketinggesellschaft für Hünxe (ähnlich wie in Wesel und Dinslaken) als ein möglicher Realisierungsansatz in Betracht gezogen.

Und genau hier gibt es das „Nein“ der Gemeindeverwaltung. „Eine Service- und Marketinggesellschaft Hünxe sieht Mittel der Gemeinde vor. Das ist vor dem Hintergrund des Haushaltsicherungskonzeptes nicht zu leisten. Deshalb haben wir das Konzept nicht weiter verfolgt, dem Rat nicht vorgelegt“, so Hauptamtsleiter Klaus Stratenwerth auf Anfrage. „Wir haben noch die Wirtschaftsgemeinschaft Hünxe. Die geht in eine ähnliche Richtung.“ Aber das Thema käme am heutigen Mittwoch bei der Bürgermeister-Fraktionsvorsitzenden-Besprechung auf den Tisch. „Danach wird entschieden, wie es weitergeht.“

Das Team hat bereits für die Gemeinde Hünxe gearbeitet. Jens Geßmann: „So ist das Integrationsfest von uns entwickelt worden und wird bis heute durch uns begleitet. Wir haben uns für die 925-Jahr-Feier engagiert. Hier ist die Puzzle-Aktion zu nennen, die wir konzipiert, präsentiert, produziert haben.“

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