Bergpark Lohberg

Wasserstopp am Kaiserbecken in Lohberg bedroht Arten

Das Biotop Kaiserbecken im Bergpark Lohberg auf dem ehemaligen Zechengelände ist durch die lange Trockenheit bedroht. Der Wasserzulauf stoppt.

Foto: Heiko Kempken

Das Biotop Kaiserbecken im Bergpark Lohberg auf dem ehemaligen Zechengelände ist durch die lange Trockenheit bedroht. Der Wasserzulauf stoppt.

Dinslaken.   RAG versprach im Juli, den Wasserzulauf fortzusetzen, bis eine nachhaltige Alternative gefunden sei. Doch seit Sonntag fließt erneut kein Wasser.

Am vergangenen Sonntag stellte ein Dinslakener Bürger Fotos des Kaiserbeckens am Fuße der Halde Lohberg auf die Facebook-Seite „Dinslaken aktuell“. Darauf zu sehen ist der trockene Zulauf. Eigentlich sollte hier Wasser in das ehemalige Reservebecken des Bergwerks sprudeln. Nach dem Ende des Bergbaus wurde hier ein Biotop angelegt, in dem unter anderem Karpfen leben. Doch im vergangenen Jahr drohte das Kaiserbecken – ebenso, wie das darüber liegendende Ziegeleibecken, in dem Kröten, Frösche und auch seltene Molche laichen – auszutrocknen.

Hintergrund war, das die RAG Montan Immobilien, der das ehemalige Bergwerksgelände gehört und die nach Beendigung des Bergwerksbetriebes hier die Weiher anlegte sowie diese mit gepumptem Wasser versorgte, den Pumpenbetrieb einstellte. Großer Protest regte sich – vor allem aus den Reihen der Naturschützer (die NRZ berichte). Denn ohne Wasserzufuhr könnten die Biotope und die darin enthaltenen Tierpopulationen nicht erhalten bleiben. Die Becken müssen ständig – und natürlich besonders in so heißen Sommern, wie diesem – mit ausreichend Wasser versorgt werden, auch um den Sauerstoffgehalt zu erhalten.

Nabu beobachtet Situation

Doch nun sprudelt der Wasserzulauf am Kaiserbecken erneut nicht mehr. Dabei kündigte der Vorsitzende der Geschäftsführung der RAG Montan Immobilien, Markus Masuth, Mitte Juli noch an (wir berichteten): „So lange wie noch keine optimale Lösung gefunden wurde, werden wir notfalls weiter pumpen.“ Denn langfristig suche das Unternehmen nach einer nachhaltigen Alternative für das Pumpen. Warum es jetzt dennoch zum Stillstand der Wasserpumpen gekommen sei, ist unklar. „Wir schicken noch heute einen Kollegen raus, der sich die Sache anschaut. Sollte in die Becken tatsächlich kein Wasser mehr zulaufen, werden wir das umgehend wieder in die Wege leiten“, erklärte gestern Frank Schwarz, stellvertretender Pressesprecher der RAG Montan Immobilien mit Sitz in Essen.

Beim Naturschutzbund (Nabu) Kreisgruppe Wesel beobachtet man die Situation genau. Und ist skeptisch: „Sollte die RAG erneut versuchen, den Pumpenbetrieb für die Biotope an der Halde einzustellen, werden wir noch in diesem Jahr weitere Schritte einleiten“, sagt Peter Malzbender, Geschäftsführender Vorstand der Nabu Kreisgruppe Wesel, drohend. Das Unternehmen hätte immer wieder versucht, sich aus der Verantwortung vor Ort zu ziehen, meinen die Naturschützer. „Und damit verstößt die RAG durch eine mutwillige Zerstörung von Lebensraum gegen das Landschaftsschutzgesetz.“ Die RAG sei schließlich Eigentümer des Geländes und somit in der Verantwortung für die Biotope und dafür, „den Wasserstand aufzufüllen und für ein vernünftiges und verlässliches Wassermanagement zu sorgen.“

Pumpenbetrieb werde fortgesetzt

Außerdem, so ergänzt Peter Malzbender, sei es finanziell nur eine Kleinigkeit für das Unternehmen, dies zu tun. „Natürlich sind der RAG auch große Verdienste in unserem Land zu zuschreiben“, räumt der Naturschützer ein. „Aber wir werden nicht einfach zuschauen, wie im Ziegeleibecken möglicherweise eine Population von rund 2000 Kröten, Fröschen und Molchen elend verreckt oder auch die Fische im Kaiserbecken – ganz zu schweigen von den unzähligen Kleinpopulationen dort.“ Sollte die Wassermenge nicht auf dem nötigen Niveau von der RAG Montan Immobilien gehalten werden, so Peter Malzbender, „werden wir noch in diesem Jahr weitere Schritte einleiten.“

An einer nachhaltigen Lösung vor Ort sei auch die RAG Montan Immobilien interessiert, versichert der Unternehmenssprecher. Die RAG wolle daher auch zeitnah – möglichst in den kommenden ein bis zwei Monaten – alle Beteiligten an der Halde, wie „den Nabu, den Kreis Wesel, die Stadt Dinslaken und auch die Untere Landschaftsbehörde an einen Tisch bringen, um gemeinsam über eine nachhaltige Lösung zu beraten“, sagt Frank Schwarz. Doch bis diese gefunden sei, würde der Pumpenbetrieb natürlich fortgesetzt werden.

Bürger und Naturschützer dürfen nun gespannt sein, wie lange das Wasser dieses Mal in die Becken laufen wird ...

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