Wunschbäume in Dinslaken

Weihnachtswunschbaumaktion in Dinslaken startet

Sabine Osthoff, Filialleiterin Leder Berensen, Frank Schumann, Jugendamt Dinslaken, und Helga Hendricks, Organisatorin der Weihnachtswunschbaumaktion (von links) stehen an einem Wunschbaum im Geschäft Leder Berensen. Auch in diesem Jahr gibt es wieder die Spendensammlung, um bedürftigen Kindern ein Weihnachtsgeschenk zu ermöglichen.

Sabine Osthoff, Filialleiterin Leder Berensen, Frank Schumann, Jugendamt Dinslaken, und Helga Hendricks, Organisatorin der Weihnachtswunschbaumaktion (von links) stehen an einem Wunschbaum im Geschäft Leder Berensen. Auch in diesem Jahr gibt es wieder die Spendensammlung, um bedürftigen Kindern ein Weihnachtsgeschenk zu ermöglichen.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Dinslaken.  Die Weihnachtswunschbaumaktion in Dinslaken startet. So sollen Träume von bedürftigen Kindern zum Fest erfüllt werden. Wunschzettel hängen aus.

Es duftet nach frischem Tannengrün. Stolz ragen die Zweige des Baumes empor, sind sich ihrer Wichtigkeit bewusst. Schon prangen an ihnen die ersten Wunschbaumkarten, die ersten weihnachtlichen Anhängsel. Und es werden immer mehr Karten, mit denen Helga Hendricks, Frank Schumann (Jugendamt) und Sabine Osthoff, Filialleiterin von Leder Berensen, den Baum bestücken. Weihnachtswünsche von Kindern, deren Eltern es sonst schwerfallen würde, diese aus eigener Kraft zu erfüllen.

Deshalb setzt sich seit Jahren Helga Hendricks, ehemalige Geschäftsinhaberin Legere-Moden, ehrenamtlich dafür ein, Kindern an Heilig Abend ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. An ihrer Seite zahlreiche Geschäftsleute, die in ihren Unternehmen die Weihnachtswunschbäume aufstellen, damit ihre Kunden die Wunschzettel abnehmen und Weihnachtsfee spielen können.

Erstmals offiziell dabei ist auch Frank Schumann vom Jugendamt, vielen Familien und Kindern bestens durch die Kifeta bekannt, die leider in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie auf Schmalspur laufen mussten. Um so wichtiger sei es, jetzt an die Kinder zu denken, so Helga Hendricks. 240 Kinderwünsche sind inzwischen zu ihr zurückgekehrt, wurden am gestrigen Freitag in den teilnehmenden Geschäften verteilt. In der kommenden Woche sollen es noch mehr werden, noch sind nicht alle Rückmeldungen von Eltern beim Jugendamt eingegangen. Aber das kennt man.

Sammelaktion „läuft noch verhalten an“

Durch Corona hat sich so manches geändert, die diesjährige Aktion gestaltet sich ein wenig schwieriger. Das merkt Helga Hendricks vor allem bei der begleitenden Sammelaktion. „Sie läuft noch verhalten an“, berichtet die rührige Rentnerin. „Einigen Geschäftsleuten geht es selber nicht gut in diesen Zeiten, andere hingegen spenden fleißig.“ Da gibt es einen Unternehmer, der ihr verriet, zu den Glücklichen zu gehören, die keinerlei Einbußen hätten, im Gegenteil. Dieses Glück wolle er nun zurückgeben und spenden.

Die unterschiedlichsten Wünsche sind auf den Karten zu lesen. Eigentlich sollen sie das Budget von 25 Euro nicht sprengen, doch manchmal sind auch größere Träume darunter, wie beispielsweise ein Fahrrad. „Die habe ich gleich an Zweirad Vogel weitergeleitet, in der Regel erfüllen sie solche Wünsche mit schönen Gebrauchträdern“, erzählt Hendricks. Es sei toll zu hören, wie engagiert sich Bürger und Unternehmer zeigen, ist Frank Schumann dankbar. Er weiß um manche prekäre Situation bei den Familien, kennt ihre Schicksale, sieht aber auch die Freude, die man bei den Kindern hervorrufen kann, allein durch Kleinigkeiten. „Dann weiß man wieder, warum man sich derart in eine Aufgabe hineinkniet“, so Schumann.

Ob Aquarellmalkasten, Gutscheine für Bücher, Parfüm, Kleidung, es gibt nichts, was nicht auf den Weihnachtswunschkarten geschrieben steht. Selbst Süßigkeiten ist als Wunsch vermerkt. „In diesem Jahr sind es viele Gutscheine“, wirft Helga Hendricks ein. Sie kann es verstehen, gerade Parfüm, Kleidung, Bücher suchen sich die Jugendlichen gerne selber aus. Es soll ja passen und gefallen. Bei ihr läute schon ununterbrochen das Telefon mit Anfragen. Beispielsweise hätte eine frühere Kundin angefragt, ob nicht jemand Schuhe bräuchte, es konnte auch ruhig ein Geschwisterpaar sein. Das wurde schnell gefunden, die beiden kauften ein und die Kundin bezahlte. Geschichten wie diese seien es, die ans Herz gingen, die ans Gute glauben ließen, so Hendricks.

Ab sofort können die Wunschzettel abgeholt werden

Die Weihnachtsbäume mit den Wunschzetteln von Kindern stehen ab sofort bei einigen Händlern bereit. Bereits gestern hatte Helga Hendricks allen Teilnehmern die Wunschzettel überreicht – dieses Mal ohne Kindergartengruppe. „Es ist alles ein wenig anders in Zeiten von Corona“, sagt sie. Gleichzeitig bittet sie um Spenden, denn Weihnachtswünsche seien die eine Sache, mit dem gesammelten Geld hingegen werden unbürokratisch kleine Selbstverständlichkeiten für die Kinder ermöglicht: Ausflug, Schulsachen, warmes Mittagessen.

Um Spenden zu bekommen, dreht Helga Hendricks zurzeit ihre Runden durch die Geschäfte, wirbt für die Aktion und hofft auf eine Unterstützung. Wer etwas spenden möchte, kann sich auch direkt mit ihr in Verbindung setzen. Die Rufnummer lautet: 02064/54243 bzw. 0151/8479829. Auch stehen neben den Weihnachtswunschbäumen Spardosen dafür bereit.

Pflücken Sie einen dieser Wunschzettel, kaufen Sie das Geschenk, das darauf steht und erfüllen somit einen Kinderwunsch. Die Übergabe der Präsente an die Stadt erfolgt am 17. Dezember. Welche Kinder bei der diesjährigen Aktion bedacht werden, legt der Geschäftsbereich Jugend und Soziales der Stadt Dinslaken fest.

Hier sind die Wunschzettel zu finden

Hier stehen die Weihnachtsbäume mit Wunschzetteln im Dinslakener Stadtgebiet: Restaurant Ortmann (Weseler Straße 155), Foto Wolff (Bahnstraße 27b), BMW Riedel (Willy-Brandt-Straße 1), Malteser Apotheke (Neustraße 2-4), Stadtparfümerie Pieper (Neustraße 28), Schuh & Sport Boogen (Neustraße 35), Zweirad Vogel (Krengelstraße 131), Juwelier Michels (Voerder Straße 70), Leder Berensen (Neustraße 36), Rewe-Hiesfeld (Krengelstraße 2), Decobar (Bahnstraße 10) und NRZ-Redaktion (Friedrich-Ebert-Straße 40).

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