Beschleunigungsrennen

Fast 120 km/h: Weltrekord mit düsengetriebenem Bobbycar

Auf Rekordjagd mit dem Düsen-Bobbycar

Dirk Auer ist hauptberuflich Ingenieur und darüber hinaus passionierter Tüftler.

Dirk Auer ist hauptberuflich Ingenieur und darüber hinaus passionierter Tüftler.

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Hünxe.   Bei der Motorsportveranstaltung Race@airport auf der Schwarzen Heide in Hünxe bestaunten Besucher am Sonntag aufgemotzte und seltene Fahrzeuge.

Motorengeräusche dröhnen laut über den Flugplatz Schwarze Heide und der Geruch von Benzin liegt in der Luft. Tausende Besucher verfolgen am Sonntag gespannt das Beschleunigungsrennen „Race @ Airport“, wo sich die besten technisch getunten Autos, Motorräder, Karts und Quads einen spannenden Wettkampf liefern. Immer paarweise halten die Fahrzeuge an der Startmarkierung. Wenn die Ampel auf Grün springt, gibt es kein Halten mehr. Der Asphalt qualmt, die Reifen quietschen und die Zuschauer jubeln bei strahlendem Sonnenschein.

Rund 180 Fahrer aus ganz NRW, Bayern, Österreich und den Niederlanden „duellieren“ sich auf einer Strecke von einer Viertelmeile (402,34 Meter). „Eine Zeit mit zehn Sekunden ist schon wirklich schnell. Alles um die neun Sekunden ist schon sauschnell“, erklärt der Veranstalter Michael Augustin.

Rennwagen seit 24 Jahren im Familienbesitz

Bei der Jagd nach Rekordzeiten werden die Fahrzeuge in elf verschiedene Hubraumklassen aufgeteilt. Insgesamt gibt es acht verschiedene Autoklassen, darunter eine speziell für US-Cars, zwei Motorradklassen und eine Klasse für Karts und Quads. Dadurch soll den Zuschauern auch ein direkter Vergleich mit den Kontrahenten ermöglicht werden.

Auf Rekordjagd mit dem Düsen-Bobbycar

Dirk Auer ist hauptberuflich Ingenieur und darüber hinaus passionierter Tüftler.
Auf Rekordjagd mit dem Düsen-Bobbycar

„Wenn ich vor der Ampel stehe, fühle ich pures Adrenalin. Dann schaltet die Ampel auf Gelb, dann Grün und ich gebe einfach nur Gas“, sagt der Dinslakener Ingo Rübener, der mit seinem gelben Porsche 964 RS beim Rennen teilnimmt. Der 300 PS starke Rennwagen ist schon seit 24 Jahren in Familienbesitz und einer von rund 1000 Exemplaren, die heute noch existieren. Er sagt: „Für den ersten Durchgang brauchte ich rund 13 Sekunden, aber ich hoffe noch eine zwölf vor dem Komma zu erreichen.“ Denn im Laufe des Tages wird die Fahrbahn durch den verstärkten Gummiabrieb immer schneller. Nur die Bestzeit von sechs bis sieben Läufen zählt zum Schluss.

Fast 120 Stundenkilometer auf dem Bobbycar

„Es ist super, hier legal Vollgas geben zu können“, meint Heinrich Petri aus Gelsenkirchen, der mit seinem silbernen Toyota MR2 morgens eine Zeit von 11,2 Sekunden erreicht hat. Durch die Veranstaltung würden illegale Straßenrennen verhindert. Mit einem Honda-Motor und stärkeren Kolben gelingt es ihm, sein Auto von 140 PS auf geschätzte 400 PS aufzumotzen. Inspiriert durch den Film „Fast&Furious“ geht er dieser Leidenschaft seit zehn Jahren nach.

Dass ein Bobbycar nicht nur etwas für Kinder ist, beweist der Extremsportler Dirk Auer aus Groß-Gerau. Mit 119,68 km/h stellt er mit seinem düsengetriebenen Gefährt einen neuen Weltrekord auf.

Die Vielfalt der Fahrzeuge kommt auch bei den Zuschauern gut an. Fabian Ebbing erklärt: „Die Veranstaltung ist sehr abwechslungsreich und die Stimmung ist super. Es ist toll, dass auch private Fahrer teilnehmen können.“ Am späten Nachmittag findet dann die Siegerehrung für alle Klassen statt.

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