Konzert

Wenn das Publikum zum Chor wird

Der Chor HASTE TÖNE gab in der evangelischen Stadtkirche Dinslaken sein Jahreskonzert.

Der Chor HASTE TÖNE gab in der evangelischen Stadtkirche Dinslaken sein Jahreskonzert.

Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi

Dinslaken.   Bei seinem Jahreskonzert in der evangelischen Stadtkirche bot der Chor „Haste Töne“ Besinnliches und Buntes. Auch die Besucher machten wieder aktiv mit

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Die evangelische Stadtkirche ist voll, als Chorleiter Rainer Stemmermann das Publikum begrüßt. „Das größte Geschenk für uns als Chor ist das volle Haus“, sagt er und kündigt einen kleinen Vorspann für das eigentliche Konzert an. Denn das möchte der Chor Haste Töne aufnehmen und dazu sind noch ein paar letzte Einstellungen an der Technik notwendig. Während Stemmermann seine Sänger das Lied „Freedom is Coming“ anstimmen lässt, hantiert er noch an den Reglern für die Aufnahme. Alles erledigt und es kann losgehen.

Sting zu Beginn

Mit einer gefühlvollen Interpretation der Ballade „Fields of Gold“ von Sting startet der Chor ins Programm seines Adventskonzertes. Was folgt, ist eine bunte Mischung aus Gospel, deutschen und internationalen Weihnachtsliedern. Und, wie man es von Haste Töne gewohnt ist, jeder Menge Spaß. So wird zum Lied „You are the light“ erst eine Handy-App-Kerze angezündet und schließlich eine echte Kerze aus dem Publikum nach vorne zum Chor gereicht. Mit Trommelrhythmen läutet der Chor seine Interpretation des Liedes „Siyahamba“ ein und entführt das Publikum in der evangelischen Stadtkirche auf eine kurze Reise Richtung Afrika. Gelächter gibt es bei den Zuschauern, als der Text von Reinhard Meys „Zeugnistag“ als Erzählung rezitiert wird. Das schlechte Zeugnis selbst unterschreiben, anstelle es den Eltern vorzulegen, „schön bunt“ natürlich - eine Idee, mit der sich das Publikum in der Kirche anfreunden kann. Dass diese schändliche Tat dann auch noch von den Eltern dem Schuldirektor gegenüber gedeckt wird, sorgt für Erheiterung bei den Zuhörern.

Die dürfen, wie man es von „Haste Töne“ gewohnt ist, natürlich auch selbst mitmachen. Und das tun sie, animiert von Chorleiter Rainer Stemmermann, auch gerne. Das Publikum klatscht bei fast allen Liedern den Takt mit und zumindest die Refrains der bekannteren Stücke werden auch in den Bankreihen in der Kirche gerne mitgesungen. Allerdings lässt Stemmermann das Publikum auch kurzerhand selbst als „Chor“ auftreten, gibt rhythmische Phasen zum Nachsingen für Chor und Zuschauer vor, während er selbst - zwischen den „beiden“ Chören stehend, eine kleine Scatgesangseinlage anstimmt.

Am Ende des Konzertprogramms, das sich von südlichen Klängen im „Christmas Calypso“ bis hin zu neu arrangierten Weihnachtsliedern wie „Es kommt ein Schiff“ spannt, wird es noch einmal richtig weihnachtlich. Haste Töne stimmen das Stück „O come, all ye faithful“ auf Englisch an, gehen dann nahtlos in dessen lateinische Textversion über und enden mit dem deutschen Text („Herbei, o ihr Gläubigen“). Dann stimmt der Chor noch den Weihnachts-Evergreen „Let it Snow“ an. Zum Schluss gibt es langanhaltenden Applaus vom Publikum für diese musikalische Einstimmung auf die Weihnachtszeit, für den sich der Chor mit zwei Zugaben bedankt.

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