Kultur

Wenn es zu einem Todesfall im Paradies kommt

Autorin Sara Schurmann stellte ihren Krimi „Paritutu“ in der NRZ-Redaktion in Dinslaken vor.

Autorin Sara Schurmann stellte ihren Krimi „Paritutu“ in der NRZ-Redaktion in Dinslaken vor.

Foto: Heiko Kempken

Dinslaken.   In ihrer Kriminalgeschichte „Paritutu“ nimmt Autorin Sara Schurmann die Lesenden mit auf eine spannende Entdeckungsreise nach Neuseeland.

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Aus dem Ruhrgebiet ist Journalistin Greta nach Neuseeland ausgewandert und dort heimisch geworden. Als sie über ein Konzert berichten soll, freundet sie sich mit den deutschen Backpackern und Musikern Lena und Max an. Aus der Freundschaft wird ein Kriminalfall, als Lenas Leiche am Fuße des Berges Paritutu aufgefunden wird. Denn natürlich möchte die junge Journalistin herausfinden, was mit ihrer Freundin geschehen ist und nimmt dabei selbst, zumindest teilweise, die Ermittlungen in dem Todesfall in die Hand.

Die Idee, die Handlung ihres Debütromans nach Neuseeland zu verlagern, kam der aus Dinslaken stammenden Autorin Sara Schurmann einfach aus Liebe zum Land.

„Ich war nach dem Abitur sechs Monate als Au-pair in Neuseeland und bin danach noch zwei Monate durch das Land gereist“, erzählt die 24-jährige Autorin. „Und ich wollte einfach etwas von dem Lebensgefühl und meinen Eindrücken dort in die Geschichte mit einfließen lassen.“ Das ist ihr auch bestens gelungen. Denn auf den Romanseiten findet sich eine gehörige Portion neuseeländisches Lokalkolorit, weswegen der Roman den Untertitel „Kiwi-Krimi“ (nach der Selbstbezeichnung „Kiwi“ der Neuseeländer) auch vollkommen verdient hat. Sara Schurmann schafft es dabei, einige Eindrücke aus der Landschaft des Inselstaates nebenbei in die Erzählung einzubauen.

Die Arbeit einer Journalistin

Andere besondere Flecken des Landes werden zu Handlungsorten in der Geschichte, wie etwa der titelgebende Berg in der Nähe der Stadt New Plymouth, in der ein Großteil der Handlung spielt. Auf jeden Fall macht die Geschichte Lust, den Inselstaat auf eigene Faust zu entdecken, auch wenn einige Dinge erstmal äußerst skurril oder einfach lustig wirken, wie die kleine Siedlung Whangamomona, die sich 1989 zur eigenständigen Republik erklärte und zeitweise von einer Ziege regiert wurde. „Es würde mich freuen, wenn die Geschichte dazu animiert, dorthin zu reisen. Für mich ist Neuseeland das schönste Land der Welt“, sagt Sara Schurmann.

Dabei hat die 24-jährige Autorin nicht nur Lokalkolorit eingesammelt, sondern liefert auch immer wieder Einblicke in die Arbeit einer Journalistin. Auch hier kann sie in Sachen Erfahrung aus dem Vollen schöpfen, ist sie doch seit 2013 als freie Mitarbeiterin für die Dinslakener Lokalredaktion der NRZ unterwegs. „Natürlich musste ich viele Dinge an die Geschichte anpassen, aber trotzdem bekommt man einige Einblicke in die Arbeit von Journalisten“, sagt Sara Schurmann.

Eine Reportage über den Tod einer Freundin zu schreiben, wozu Protagonistin Greta in der Erzählung von ihrer Chefin verdonnert wird, könnte sich die Autorin auch nur schwerlich vorstellen. Dass aus dem Roman eine Kriminalgeschichte wurde, hängt nicht nur damit zusammen, dass Sara Schurmann selbst gerne Krimis liest. „Krimis brauchen ja einen gewissen Spannungsbogen und ich muss für mich selbst beim Schreiben auch die Geschichte spannend machen. Einfach so etwas schreiben könnte ich nicht“, verrät die Autorin. Spannend ist die Aufklärungen des Todesfalls im Paradies auf jeden Fall.

Momentan ist Sara Schurmann damit beschäftigt ihr Studium der Kunstgeschichte abzuschließen. Danach möchte sie sich gerne wieder Zeit fürs Schreiben nehmen: „Ich kann mir gut vorstellen, einen weiteren Roman zu schreiben“.

Ob es dann eine Fortsetzung von „Paritutu“ wird, vielleicht an einem anderen weit von Deutschland entfernten Winkel der Erde, kann die Autorin allerdings noch nicht sagen, auch wenn sie auch persönlich immer wieder das Fernweh packt. So war sie im vergangenen Jahr drei Monate lang in Kanada. „Ich habe allerdings noch keine neue Geschichte im Kopf“, sagt Sara Schurmann.

Das Buch „Paritutu“ von Sara Schurmann ist im AAVAA Verlag in Berlin erschienen.

Das 205-Seiten starke Taschenbuch (ISBN 978-3-8459-2410-6) ist für 11,95 Euro im Buchhandel erhältlich.

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