Wenn Nemec als Nemec den Batic macht

Dinslaken.   Miroslav Nemec. „Das ist doch der Fernsehkommissar, der Batic vom Tatort München.“ Wer 24 Jahre dieselbe Rolle spielt, kann durchaus in der Wahrnehmung der Zuschauer damit verschmelzen. Was aber wäre, wenn ein Fernsehkommissar – also ein Schauspieler, der es immer wieder spielt, einen Fall zu lösen – tatsächlich einmal in die Situation käme, mit einer Mordserie konfrontiert zu werden? Genau dieses Gedankenspiel ist die Grundidee der „Toten auf der Falkneralm“, Nemec „ersten Fall“ als Krimiautor und Hauptperson in eigener Sache. Am Samstag las er aus seinem Buch auf Einladung des Förderkreises St. Marien Lohberg im Tribünenhaus der Trabrennbahn Dinslaken.

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Miroslav Nemec. „Das ist doch der Fernsehkommissar, der Batic vom Tatort München.“ Wer 24 Jahre dieselbe Rolle spielt, kann durchaus in der Wahrnehmung der Zuschauer damit verschmelzen. Was aber wäre, wenn ein Fernsehkommissar – also ein Schauspieler, der es immer wieder spielt, einen Fall zu lösen – tatsächlich einmal in die Situation käme, mit einer Mordserie konfrontiert zu werden? Genau dieses Gedankenspiel ist die Grundidee der „Toten auf der Falkneralm“, Nemec „ersten Fall“ als Krimiautor und Hauptperson in eigener Sache. Am Samstag las er aus seinem Buch auf Einladung des Förderkreises St. Marien Lohberg im Tribünenhaus der Trabrennbahn Dinslaken.

Nemec als Nemec, der zwischen zwei Tatortdrehtagen als Gaststar eines „mörderischen Wochenendes“ in einem Berghotel weilt und um den herum auf einmal Dinge geschehen, für die sein ganz eigener kriminalistischer Spürsinn gefragt ist. „Als Drehbuch würde einem keiner solche Zufälle abkaufen“, lässt er sich selbst im Buch sagen, „aber in der Realität geht das“.

Realität? Nemec „erster Fall“ ist nicht die Wirklichkeit, sondern ein klassischer Krimi im Stil von Agatha Christie: Eine überschaubare Anzahl von potenziellen Opfern und Tätern sind an einem isolierten Ort – hier ein Berghotel im Sturm – eingekesselt, Detektiv und Leser müssen herausfinden, wer wen wie weshalb ermordet hat. Reizvoll ist das Spiel mit den Genres. Denn voller Selbstironie spielt Nemec mit seinem Image, mit der scheinbaren Realität des Berghotels und seinen Gästen, die doch nichts anderes als die Fiktion sind, die Nemec als Eben-nicht-der-Fernsehkommissar-sondern-der-echte-Schauspieler, so vehement bestreiten möchte. Ein amüsantes Spiel mit dem Krimi als Schauspiel, garniert mit Zitaten aus der Theaterwelt.

Vielleicht geht es für Miroslav Nemec und seine „Toten von der Falkneralm“ in doppelter Spiegelung sogar wieder zurück zum Film: Der Grund, warum er am Samstag überhaupt erstmalig in Dinslaken war, sind die für 2018 geplanten Dreharbeiten der Romanverfilmung von „Wie der Soldat das Grammophon reparierte“. Der in Zagreb geborene Nemec übernimmt eine Rolle in dem Film, der während des Bürgerkriegs im ehemaligen Jugoslawien spielt. Adnan Köse hat das Drehbuch geschrieben und wird Regie führen.

Und diese beiden Aufgaben könnte Nemec auch für die „Falkneralm“ übernehmen. Wer die Hauptrolle in dieser Verfilmung bekommen würde, ist natürlich klar. „Ich habe mit Ivo Batic telefoniert“, lächelte er im Tribünenhaus verschmitzt, „und er hat zugesagt, Miroslav Nemec zu spielen“.

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