Diskussion um den Wolf

Schäfer aus Wesel wehrt sich gegen Nabu-Kritik

Maik Dünow hat bei einem Wolfsangriff in Hünxe mehrere Schafe verloren. Seine Hunde haben aber Schlimmeres verhindert, sagt er.

Maik Dünow hat bei einem Wolfsangriff in Hünxe mehrere Schafe verloren. Seine Hunde haben aber Schlimmeres verhindert, sagt er.

Foto: Markus Weissenfels

Kreis Wesel.   Maik Dünow reagiert verärgert auf den Vorwurf des „Problemschäfers“. Er nehme den Herdenschutz ernst und hat inzwischen vier Herdenschutzhunde.

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Der Weseler Berufsschäfer Maik Dünow ist verärgert über die Aussage des Nabu-Kreisvorsitzenden Peter Malzbender, der ihn nach dem Wolfsangriff auf seine Herde in Hünxe als „Problemschäfer“ bezeichnet hat und den Eindruck vermittelt hat, seine Schutzmaßnahmen für die Herde seien unzureichend. „So darf der Mann nicht reden. Er ist überhaupt nicht informiert“, schimpft Dünow. „Ich will keine Schlammschlacht“, betont der Schäfer, der versichert, eigentlich mit den Naturschützern gut zusammenzuarbeiten und meint mit Blick auf Landschaftspflege und Deichschutz: „Wir leisten wertvolle Arbeit“.

Sein 90 Zentimeter hoher Zaun mit Strom und Flatterband, so Dünow weiter, entspreche dem vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) empfohlenen Grundschutz. Höhere Zäune hätten sich wegen der Windanfälligkeit als unpraktisch erwiesen, da sie schneller umknicken und gar keinen Schutz bieten, hat er festgestellt.

Wolfsschützer halten Nachtwache bei den Schafen

Maik Dünow hat die Zahl der geliehenen Herdenschutzhunde mittlerweile auf vier erhöht und versichert, dass es sich dabei um ausgebildete Tiere aus Brandenburg handelt. Die Hunde hätten beim Angriff versucht, die Schafe zu schützen, ist er überzeugt. „Sonst wäre das Massaker viel größer gewesen“. Das Problem: Es gibt kaum solche Hunde zu kaufen – und zudem sei die Anschaffung auch ein Kostenfaktor. Er habe noch vier Herden, die nicht durch Hunde geschützt werden können.

Vertreter der Organisationen Wiki Wolves und Gesellschaft zum Schutz der Wölfe übernehmen derzeit für ein paar Tage die Nachtwache bei den Schafen in der Schwarzen Heide.

Unnötige Schärfe in der Diskussion um den Wolf

Auch Maik Dünow versichert, er fahre nachts dreimal raus zu seinen Schafen. Der Nabu müsse sich überlegen, ob ein solcher Kreisvorsitzender an der richtigen Stelle sei.

Ähnlich äußert sich Ingo Hülser vom Deichverband Mehrum, der die „unnötige Schärfe“ der Äußerungen des Nabu kritisiert. Die hiesigen Deichverbände seien stets bemüht, die Diskussion um den Umgang mit dem Wolf zu versachlichen. Das sollten alle Seiten beherzigen.

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