Lesung

Wie eine Dinslakenerin in den Roman „Ostfriesentod“ gelangte

Krimiautor Klaus-Peter Wolf

Foto: Lars Fröhlich

Krimiautor Klaus-Peter Wolf Foto: Lars Fröhlich

Dinslaken.   Susanne Kaminski organisierte einmal mehr eine Lesung des Bestseller-Autors Klaus-Peter Wolf in Dinslaken.

Es reicht ja nicht alleine, dass Susanne Kaminski beim Joggen am Strand von Norderney eine Leiche findet. Sie muss sich anschließend am Handy auch noch mit einer übernächtigten Kripobeamtin herumschlagen, die ihr partout nicht glauben möchte, dass schon wieder ein Toter in Ostfriesland Arbeit verursachen soll. Und doch ist das alles für Susanne Kaminski eine große Ehre.

Die Dinslakenerin hat es in den neuen Roman von Klaus-Peter Wolf geschafft. „Ostfriesentod“ führt derzeit die Bestsellerlisten in Deutschland an. Und Susanne Kaminski, die als Romanfigur im „Ostfriesen-Universum“ einen Platz gefunden hat, organisiert im realen Leben Lesungen mit Klaus-Peter Wolf in Dinslaken.

Ein riesige Fan der Ostfriesen-Krimis

Sie ist ein riesiger Fan der Ostfriesen-Krimis, aber auch in Dinslaken beileibe nicht der einzige. Der Abend im Dachstudio war seit Wochen ausverkauft.

Klaus-Peter Wolf sitzt in seiner roten Latzhose am Lesetischchen und gluckst vor Lachen. Das macht er dauernd. Und es ist ansteckend. Schließlich gibt es ja auch viel zu Lachen. Dafür sind Krimis da.

Lesevergnügen, herausgekitzelt durch den pointierten Kontrast zum Grauen. Den nächsten Roman, der am 22. Juni erscheint, hat Wolf komplett aus der Sicht eines Serienmörders geschrieben. Aber das ist ein anderes Kapitel.

Autor lässt reale Personen Nebenrollen spielen

Am Montag ging es im Dachstudio um „Ostfriesentod“. Um ein brennendes Haus, rätselhafte Selbstmorde und Kommissarin Ann-Kathrin Klaasens ungewaschene Wäsche. Das normale Leben eben. Die Leute am Nachbartisch haben sich Marzipanseehunde vom Café ten Cate gekauft, wie Klaasens Chef im Roman.

Wolf macht nicht nur reale Orte zu Tatorten, er lässt im Umfeld seines fiktiven Ermittlerteams reale Personen Nebenrollen spielen. Ein Stück Authentizität, die sicherlich eine wichtige Zutat in seinem Erfolgsrezept ist.

Real oder nicht real ist sowieso manchmal egal. Wieder gluckst Wolf sein charakteristisches, ansteckendes Lachen. Am 1. April läuft die Verfilmung seines ersten Ostfriesenkrimis im Fernsehen. Gedreht ausschließlich an Schauplätzen in Ostfriesland.

Tankwart meldete das Kennzeichen der Polizei

So authentisch, dass das Team es selbst geschafft hat, zur Fahndung ausgeschrieben zu werden. An einer Tankstelle als möglichen Drehort verhielt man sich so verdächtig, dass der Tankwart das Kennzeichen des Wagens der Polizei meldete. Des Wagens, mit dem Wolf und Team anschließend ahnungslos bei der Wache vorfuhren.

„Die werden immer dreister“, entfuhr es dem diensthabenden Polizisten, als er die vermeintlichen „Tankstellenräuber“ auf dem Parkplatz vor dem Fester sah. Wo sie denn hinwollten? – „Zum Chef, wir sind eingeladen.“ Klaus-Peter Wolf gluckst, das Publikum lacht. „Schön hier“, freut sich Wolf. Druck verspüre er als der Bestseller-Autor, der er nach einer Durststrecke in der Vergangenheit ist, nicht. Nur Glück.

Zwei Drittel des Jahres auf Tour

Mit seiner Frau, die Kinderlieder schreibt und inzwischen Songs über die Krimis ihres Mannes, ist er zwei Drittel des Jahres auf Tour. Im Dachstudio singt Bettina Göschl, begleitet von Gunnar Peschke am Kontrabass, Brecht-Weills Moritat von Mackie Messer und von den merkwürdigen Verwandlungen ihres Mannes, wenn dieser beim Schreiben in seine Romanfiguren schlüpft.

Beneidenswert sei es, so einen Mann zu haben. Nur nicht, wenn er sich für Rupert hält. Es reicht, dem Publikum gegenüber nur den Namen des Macho-Kommissars zu erwähnen, um es zum Lachen zu bringen. Aber Wolf schiebt eine ganze Szene nach. Und gluckst wieder: „Ich stelle mir doch schon beim Schreiben das Lachen von Ihnen, von den Lesern vor.“

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