Radverkehr

Wo die Stadt Voerde dem ADFC folgen kann – und wo nicht

Die Stadt will den Radweg an der Frankfurter Straße/Einmündung Bahnhofstraße rot und mit Fahrrad-Piktogrammen markieren. Dafür wartet sie auf grünes Licht von Straßen.NRW, der als zuständiger Straßenbaulastträger die Kosten tragen soll.

Die Stadt will den Radweg an der Frankfurter Straße/Einmündung Bahnhofstraße rot und mit Fahrrad-Piktogrammen markieren. Dafür wartet sie auf grünes Licht von Straßen.NRW, der als zuständiger Straßenbaulastträger die Kosten tragen soll.

Foto: Markus Weissenfels

Voerde.   Stadt Voerde prüft Freigabe des Rathausplatzes für den Radverkehr. Uneinig ist sie sich mit dem ADFC indes etwa bei der Querung „Breiter Deich“.

Im Nachklang zur Berichterstattung über das eher mäßige Abschneiden Voerdes beim Fahrradklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) hat Peter Diederichs in einer unter anderem an den Bürgermeister und an den Ersten und Technischen Beigeordneten Wilfried Limke gesendeten Mail erneut den Finger in einige aus seiner Sicht bestehende Wunden gelegt. Es sind insgesamt vier Themen, die der erste Vorsitzende des ADFC Dinslaken-Voerde vorbringt.

Punkt eins betrifft den Fakt, dass entlang der Frankfurter Straße die Radwege an der Einmündung Bahnhofstraße, Steinstraße und Hammweg noch nicht eingefärbt sind. Zur Erinnerung: Nach einem Unfall, bei dem vor etwa zwei Monaten ein Radfahrer auf dem die Bahnhofstraße querenden Radweg mit einem Auto kollidiert war, hatte der ADFC seine bereits vorher geäußerte Forderung nach einer Markierung wiederholt. An diesem Punkt scheint nun Bewegung in die Sache zu kommen. Nach einer von ihm initiierten Begehung der Unfallstelle durch die Unfallkommission, der Stadt, Polizei und Straßen.NRW als zuständiger Baulastträger angehören, sei entschieden worden, den Radweg rot einzufärben und mit Fahrrad-Piktogrammen zu versehen.

Limke: Stadt wartet auf grünes Licht von Straßen.NRW

Ausschlaggebend sei dafür nicht der laut Limke anders gelagerte Unfall Mitte Februar, sondern seien davor liegende Fälle gewesen, bei denen es im Zuge der Querung des beidseitig befahrbaren Radweges zu Unfällen zwischen Rad- und Autofahrern kam. Die Stadt will die Roteinfärbung anstelle des zuständigen Straßenbetriebs vornehmen, der signalisiert habe, die Kosten zu übernehmen. Man warte nun noch auf das Okay von Straßen.NRW. Auch sollen die Sichtdreiecke an der Einmündung Frankfurter Straße/Bahnhofstraße durch die Anlieger freigehalten werden, um so einen besseren Einblick in die Straße zu ermöglichen, sagt Limke. Die Stadt sei „nicht überall handlungsbevollmächtigt“, gibt er zu bedenken und appelliert auch bei Hammweg und Steinstraße an die Adresse von Straßen.NRW, dort entsprechende Markierungen vorzunehmen.

Offen gibt sich der Beigeordnete auch bei der zweiten Forderung des örtlichen ADFC-Vorsitzenden: Peter Diederichs moniert, dass der Platz vor dem Rathaus immer noch nicht für Radfahrer freigegeben ist. An den Zugängen sind Schilder aufgestellt, die den Bereich als Fußgängerzone ausweisen. „Das ist eine gute Idee“, kommentiert Limke. Die Stadt prüfe dies gerade, wenn es rechtlich möglich sei, sollen Radfahrer, wie es der ADFC-Vorsitzende vorschlägt, auf dem Rathausplatz im Schritttempo unterwegs sein können.

Konträre Meinung zu Fahrradbegegnungsverkehr

Nicht zusammen kommen Peter Diederichs und der Beigeordnete bei zwei weiteren Themen: Es geht um die Forderung, den Radweg an der Bahnhofstraße vom Bahnhof kommend bis zur katholischen Kirche am Akazienweg auch in entgegengesetzter Richtung befahren zu dürfen, um so ein mehrmaliges Überqueren der Bahnhofstraße zu vermeiden – in Friedrichsfeld an der Spellener Straße aus Fahrtrichtung Gymnasium auf dem Stück zwischen Bahnunterführung und Löfflerstraße plädiert Diederichs auch für eine solche Verkehrsregelung. Limke ist da anderer Auffassung. Gerade „Fahrradbegegnungsverkehr ist unfallträchtig“, da sei ein „sicheres Kreuzen“ der Straße besser.

Auch beim vierten Punkt, den der ADFC-Vorsitzende anbringt, gehen seine und die Einschätzung des Beigeordneten weit auseinander. Diederichs erinnert in seiner Mail erneut an die Forderung, an der Frankfurter Straße im Bereich der Einmündung „Breiter Deich“ eine Bedarfsampelanlage zu installieren, um so Radfahrern das Überqueren an der Stelle zu erleichtern. Die Stadt indes möchte einige Meter weiter südlich, in Höhe der Einmündung Steinstraße Abhilfe für die auch von ihr als problematisch eingeschätzte Situation schaffen. Ob dies in Form einer Ampel geschehen soll, kann Limke momentan noch nicht sagen.

ADFC befürchtet fehlende Verbesserung

Diederichs fragt sich, warum eine solche Lösung nicht gleich am Breiten Deich geschaffen wird. Er befürchtet, dass die Radfahrer zur Vermeidung längerer Wege auch weiter von dort aus versuchen werden, die Frankfurter Straße zu queren – „wenn auch mit Zittern und Zagen“. Der Beigeordnete argumentiert mit Hinweis auf die in Richtung der Bahnunterführung bestehende Kurven- und damit Konfliktsituation dagegen, dass es zu gefährlich sei, dort eine Ampel zu installieren.

>>Info: Stiller Aufruf auf Wirtschaftswegen

„Rücksicht macht Wege breit“ heißt eine Aktion des Landwirtschaftsverbandes, die auch in Voerde zum Tragen kommen soll, wie Beigeordneter Wilfried Limke erklärt. Auf geeigneten Wirtschaftswegen in der Momm-Niederung – die Standorte würden gerade ermittelt – werden demnach Piktogramme auf die Fahrbahn gebracht, die einen Landwirt auf einem Trecker und einen daneben herfahrenden Radfahrer zeigt. Es ist ein stiller Aufruf an beide zu gegenseitiger Rücksichtnahme.

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