Bildung

Workshop auf Englisch: Dinslakener Schüler drehen Kurzfilm

Kameramann Jesse Mickle während der Dreharbeiten zum Internationalen Filmprojekt am GHZ-Gymnasium

Foto: Heiko Kempken

Kameramann Jesse Mickle während der Dreharbeiten zum Internationalen Filmprojekt am GHZ-Gymnasium Foto: Heiko Kempken

Dinslaken.   Die Klasse 7b des GHZ-Gymnasiums Hiesfeld erhielt Unterstützung von professionellen Künstlern und Filmschaffenden. Im Sommer bewertet eine Jury.

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Die Schüler gehen auf ihre Positionen und die Filmklappe fällt. Klack. Die Kamera blinkt und die Aufnahme für ihren Kurzfilm startet. Ein Junge mit einer Gasmaske steht vor der Tafel zu seinen Klassenkameraden gewandt. „Heute möchte ich euch etwas über meine Heimat erzählen“, sagt Hauptdarsteller Ole. Allerdings auf Englisch, denn der fünftägige Workshop am Gymnasium im Gustav-Heinemann-Schulzentrum in Hiesfeld ist gänzlich in englischer Sprache konzipiert.

Dafür sind die internationalen Künstler Brea Robertson und Jesse Mickle von der Bildungsinitiative „LEAP“ (Language Education Through Arts Progamming) angereist, die Sprache im kreativen Prozess des Filmemachens vermitteln wollen.

„In unserem Film geht es um einen Jungen, dessen Heimat zerstört wurde und eingefroren ist“, erklärt Schülerin Lea Sophie, welche zusammen mit Emilia eine verschneite Miniaturlandschaft als Requisite baut.

„Futures 2050“ ist das übergeordnete Thema für 14 Schulen aus NRW

„Die Idee vom Klimaflüchtling entwickelte die Klasse gemeinsam. In Kleingruppen wurden die einzelnen Szenen erarbeitet und anschließend produktiv zusammengesetzt“, erzählt Englischlehrerin Svenja Pauly, welche die Zusammenarbeit mit dem Berliner Bildungsunternehmen InterAct English ins Leben gerufen hat. „Futures 2050“ ist das übergeordnete Thema für 14 Schulen aus NRW, bei dem die Jugendlichen Konflikte und Problematiken einer unausweichlichen und doch formbaren Zukunft ergründen.

Nachdem die 31 Schülerinnen und Schüler der Klasse 7b in den ersten drei Tagen des Workshops ein Drehbuch erstellten, Schauspieltraining bekamen, die Rollen verteilten und sich mit dem Kameraequipment vertraut machten, stand Donnerstag der erste Drehtag an.

„Bis 18 Uhr hat das gedauert. So spät noch in der Schule zu sein sind wir nicht gewohnt, aber die Zeit ging schnell um, da das Drehen so viel Spaß gemacht hat“, erzählt Ole, der den Klimaflüchtling spielt. Die erste Szene sei sogar 14 Mal gefilmt worden, bis alle zufrieden gewesen seien. Luna kümmert sich um das Make-up der Schauspieler und findet: „Das ist eine coole Abwechslung. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie viel Arbeit hinter einem Film steckt“.

Schüler arbeiten mit englischen Muttersprachlern zusammen

Das kunstbasierte Sprachprogramm kommt bei den Jugendlichen gut an. „Die Schüler arbeiten mit englischen Muttersprachlern zusammen, die beide kein Deutsch sprechen. Das ist ein guter authentischer Anlass für die Schüler, auf Englisch zu reden“, findet Svenja Pauly, die auch im Kurzfilm mitspielt. Denn der LEAP Bildungsinitiative ist es wichtig, die Lehrer in das Projekt einzubauen, um sie an den Ansatz der Sprachausbildung durch Kunst heranzuführen und zu animieren, das Konzept als Lehrmethode im Unterricht zu integrieren.

Als krönender Abschluss werden im Sommer die fertig geschnitten Filme aller Schulen aus NRW bei einem Jugendfilmfestival gezeigt und von einer Schülerjury bewertet. Darauf freue sich die Klasse 7b ganz besonders. Lea Sophie sagt: „Ich bin gespannt auf das Endergebnis“.

>>> Info: Das ist LEAP

  • Language Education Through Arts Programming (LEAP) ist eine Idee des Bildungsunternehmens InterACT English gGmbH. Seit sieben Jahren vermittelt InterACT English englischsprachige Teaching-Artists an Schulen, um Sprache mittels Kunst zu vermitteln.


    Es wurde nun als Plattform entwickelt, um den Ansatz des Spracherwerbs durch die kreative Arbeit bei der Erstellung eines Filmes zu erkunden. Die LEAP-Bildungsinitiative befindet sich derzeit in einer 12-montigen Pilotphase und wird u.a. gefördert durch die Stiftung Mercator . Infos: www.interactenglish.de.

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