Interview

Wünschenswertes und Leistbares in Einklang bringen

Hünxes Bürgermeister Dirk Buschmann.

Foto: Gerd Hermann

Hünxes Bürgermeister Dirk Buschmann. Foto: Gerd Hermann

Hünxe.   Hünxes Bürgermeister Dirk Buschmann blickt zum Jahreswechsel zurück und voraus: 925-Jahr-Feier, Finanzen, Bürgernähe, Bauprojekte, Flüchtlinge.

Zum Jahreswechsel stellte NRZ-Redakteur Peter Neier zehn Fragen an Hünxes Bürgermeister Dirk Buschmann.

2017 stand in der Gemeinde Hünxe ganz im Zeichen der 925-Jahr-Feier. Wie fällt Ihre persönliche Bilanz aus?

Die 925-Jahr-Feier war ein großer Erfolg und ich habe viel positive Resonanz erfahren. Das Fest hatte einen unverwechselbaren dörflichen Charakter und lebte insbesondere von der Unterstützung durch die Vereine und Sponsoren, bei denen ich mich an dieser Stelle noch einmal recht herzlich bedanken möchte. Viele Vereine haben sich beteiligt und die Feier mit großem Engagement unterstützt. Besonders stolz bin ich auf die aktive Unterstützung der Mitarbeiter der Gemeinde, die sich mit Elan in die Gestaltung und die Durchführung der Feier eingebracht haben. Die Puzzleteil Aktion lebt in den öffentlich angebrachten Puzzleteilen weiter und wird uns hoffentlich noch lange an dieses wunderbare Fest erinnern.

Was waren für Sie in 2017 die drei wichtigsten Erfahrungen im Amt?

Nicht alles, was man in der Position des Bürgermeisters bewegen möchte, lässt sich auch bewegen. Das zeigt sich insbesondere bei der Realisierung unseres Friedwald-Projektes und der Zeelink Pipeline, die uns in diesem Jahr sehr beschäftigt haben.

Viele engagierte Menschen akzeptieren nur eine Sichtweise auf die Welt. Das ist in der heutigen Zeit und den zunehmend komplexen Wechselbeziehungen oftmals nicht hilfreich bei der Suche nach der besten Lösung.

Gemeinsam lassen sich Dinge bewegen.

Der Haushalt wird im Frühjahr eingebracht. Wie bewerten Sie die gemeindliche Finanzsituation?

Die Finanzsituation der Gemeinde Hünxe ist nach wie vor kritisch zu betrachten. Es wird eine große Herausforderung sein, die wichtigen und notwendigen Ausgaben der kommunalen Einnahmesituation anzupassen. In vielen Fällen liegt die Ausgabesituation aber leider nicht allein in Händen der Gemeinde, da ein Großteil der gemeindlichen Einnahmen in Umlagehaushalte abfließt. Hier gilt es, das Wünschenswerte und das Notwendige in Einklang zu bringen.

Was wird die größte Herausforderung in 2018?

Das Wünschenswerte mit dem Leistbaren in Einklang zu bringen.

Sie legen Wert auf Bürgernähe. Welche Themen möchten Sie 2018 mit den Bürgern besprechen?

Im Projekt „Hünxe 2030“ sind wir dabei, die Gestaltung aller Ortsteile für die nächsten Jahre voranzutreiben. Hierbei ist – wie schon in diesem Jahr – die Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger gefragt. Hier werden wir weiterhin das Gespräch suchen und die Impulse aus diesen Gesprächen in den verantwortlichen Gremien verarbeiten.

Welche Erfolge hoffen Sie, im nächsten Jahr verbuchen zu können?

Ich werde mich auch im nächsten Jahr bemühen, gemeinsam mit allen in den kommunalen Gremien der Gemeinde Hünxe beteiligten Menschen die besten Lösungen für eine lebendige und lebenswerte Gemeinde zu erarbeiten, also die richtigen Weichen zu stellen. Wenn es uns dabei auch noch gelingt die Bürgerinnen und Bürger mitzunehmen, halte ich das für einen wünschenswerten Erfolg.

Welche Bauprojekte werden in 2018 begonnen oder fertiggestellt?

Die Bebauung am Högemannshof und am Danziger Platz stellen einen wichtigen Baustein für die sich ändernden Wohnansprüche der Bürgerinnen und Bürger dar und werden voraussichtlich fertiggestellt. Auch die Nahversorgung im Ortsteil Hünxe wird gegen Ende des Jahres voraussichtlich durch einen „Vollsortimenter“ im Ortskern von Hünxe sichergestellt sein.

Hat sich die Flüchtlingssituation für Hünxe entspannt? Was unternimmt die Gemeinde, um diese Menschen hier zu integrieren?

Die Unterbringung von Flüchtlingen ist nach wie vor eine große Herausforderung. Die Anzahl der der Gemeinde zugewiesenen Menschen ist jedoch zurückgegangen, so dass sich die Unterbringungssituation etwas entspannt hat. Hier zeigen sich die Vorteile des Konzeptes der dezentralen Unterbringung, welches von Rat und Verwaltung erarbeitet und in den letzten Jahren erfolgreich umgesetzt wurde.

Die Integration der Flüchtlinge in der Gemeinde Hünxe wird intensiv von der Agentur für Arbeit unterstützt, welche die Integration von „anerkannten“ Menschen in den Arbeitsmarkt zum Beispiel durch Sprachkurse und Qualifizierungsmaßnahmen fördert. Des Weiteren lebt die Integration in der Gemeinde Hünxe durch die Flüchtlingshilfe Hünxe e.V.. Durch die Arbeit der Flüchtlingshilfe Hünxe e.V. wird ein entscheidender Beitrag auf ehrenamtlicher Basis geleistet.

So organisiert die Flüchtlingshilfe regelmäßig Teestuben, in denen die Begegnung von Deutschen und geflüchteten Menschen gefördert wird. Die Flüchtlingshilfe organisiert ebenfalls Sprachkurse für Menschen im Anerkennungsverfahren und schafft damit die Grundlagen für eine gelungene Integration.

Was wünschen Sie den Hünxer Bürgern für 2018?

Das folgende Gedicht von Norbert von Tiggelen beschreibt meine Wünsche an alle Hünxerinnen und Hünxer sehr gut:

„Ich wünsche Dir fürs neue Jahr

Zuversicht, das ist doch klar.

Keine Nachbarn, die Dich plagen,

Glück und Mut an allen Tagen.

Harmonie nicht zu vergessen,

keine Sorgen, die Dich stressen.

Frieden, Weitsicht und Geld,

dass Dein Glaube recht behält.

Stärke auch in schlechten Zeiten,

Freunde, die Dich stets begleiten.

Liebe ist das A und O

die Gesundheit sowieso.

Tausend Gründe, um zu lachen,

Einsicht, um auch aufzuwachen.

Wärme und Geborgenheit,

Diskussionen ohne Streit.

Schaffenslust und Übersicht,

dass Dein Wille niemals bricht.

Lebenslust statt Frustration –

so, ich glaub, das war es schon.“

Was wünschen Sie sich persönlich?

Für das nächste – wie für alle folgenden Jahre – wünsche ich mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann; den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann; und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

Das habe ich mir – zugegeben – zwar nicht selbst ausgedacht, aber wünschen darf man sich schließlich alles.

Ein zufriedenes, erfülltes und gesundes Jahr 2018 auch allen Lesern der NRZ.

Dirk Buschmann

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