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Yoga mit Kindern in Afrika - Hünxerin berichtet von Erfahrungen

Hier macht Jana Nuyken einen Kopfstand. Ein Kind schaut zu.
  

Foto: Privat

Hier macht Jana Nuyken einen Kopfstand. Ein Kind schaut zu.  

Hünxe.   Jana Nuyken (22) aus Hünxe verbrachte drei Wochen in Afrika, um mit traumatisierten Kindern zu arbeiten. Sie berichtet von ihren Erfahrungen.

Jana Nuyken erinnert sich noch genau, als eines Tages eine junge Frau aus den Bergen mit ihrem Baby auf dem Rücken ins Kinderdorf „Dar Bouidar“ gelaufen kam. Es sei Nachmittag gewesen, kurz vor Feierabend. Die meisten Kinder in dem Dorf, das rund 40 Minuten mit dem Auto von Marrakesch entfernt liegt, seien unehelich geboren worden, würden von den Müttern abgegeben, blieben als Waisen zurück, erzählt Jana Nuyken. Doch die Frau, die an diesem Tag kam, wollte ihr Kind nicht abgegeben. Sie hatte sich stattdessen von ihrer Familie abgewandt – und den Weg zu Fuß bei eisiger Kälte auf sich genommen.

An der Wut arbeiten

Andere Bedingungen, andere Kultur, andere Mentalität: Drei Wochen lang hat Jana Nuyken in der Nähe von Marrakesch verbracht und dort mit Kindern – zwischen einem Monat und zehn Jahren alt – gearbeitet. Gemeinsam haben sie Yoga praktiziert – aber dabei allein bleib es nicht: „Ich habe die Babys auch gefüttert und gewickelt“, sagt Jana Nuyken.

„Jeder, der grad da ist, ist dann wie eine Mutter und die Bezugsperson.“ Die 22-Jährige berichtet von „unendlich dankbaren Kindern“, die sie oft an die Hände genommen hätten. Genauso berichtet Jana Nuyken aber auch von Kindern, die einen nicht anblicken würden. Genauso habe sie bei den stark traumatisierten Kindern unendliche Wut gespürt. „Daran müssen wir arbeiten“, hatte sie sich vorgenommen.

Eher Aktivität als Ruhe gesucht

Wie das aussah? Zum Beispiel, in dem die Kinder bei Übungen die Arme nach oben rissen, so taten als würden sie Holz hacken, erzählt Jana Nuyken. Dabei hätten sie laut geschrien, um all ihre Wut loszulassen. Sie habe auch oft Musik angemacht und sich mit den Kindern draußen bewegt – tanzend und hüpfend.

Aus Deutschland kennt Jana Nuyken es, dass die Menschen, die Yoga praktizieren, eher zur Ruhe kommen wollen. In Afrika habe sie gespürt, dass die Kinder eher die Aktivität suchten. Überrascht war sie auch darüber, wie aufmerksam die Kinder waren: „Und sie wurden bei den Übungen auch selbst kreativ.“ Für ihr dreiwöchiges Projekt hatte die 22-jährige Hünxerin im Vorfeld 50 Yogamatten gesponsert bekommen.

Begeistert von der Landschaft

Auch sie selbst habe täglich Yoga praktiziert und dabei die Landschaft rund um das Atlas-Gebirge genossen. „Die Umgebung war so genial“, sagt sie – sie berichtet von Palmen, Olivenbäumen und Schnee auf den Bergspitzen.

„Ich habe bei den Kindern eine Veränderung wahrgenommen und dass es ihnen besser geht“, zieht Jana Nuyken ein Fazit. Sie ist nun wieder zurück in Deutschland, wird hier bald wieder zur Universität gehen. Das Projekt in Afrika werde fortgeführt, sagt sie. Die Frau, die an einem Tag mit ihrem Baby aus den Bergen kam, wird vielleicht mitmachen. Die beiden wurden im Kinderdorf aufgenommen.

  • Jana Nuyken ist psychologische Yogatherapeutin. Von ihrem Projekt in Afrika berichtet die Hünxerin auch in ihrem Blog: www.bewhatyouare.life/

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