Erdgasfernleitung

Zeelink-Anhörung: Kritiker ruft zu Teilnahme am Mittwoch auf

Stiller Protest am Wegesrand: In Bucholtwelmen steht dieses Plakat gegen die geplante Zeelink-Leitung.

Stiller Protest am Wegesrand: In Bucholtwelmen steht dieses Plakat gegen die geplante Zeelink-Leitung.

Foto: Joosten

Voerde/Hünxe.   Anhörung zum geplanten Bau der Gaspipeline geht am Mittwoch, 16. Mai, in den dritten und wohl letzten Verhandlungstag. Linke kritisiert Behörde.

Die in Neuss stattfindende Erörterung des umstrittenen Neubaus der Erdgasfernleitung Zeelink geht am Mittwoch, 16. Mai, in den dritten Verhandlungstag. Rainer Rehbein, einer der Sprecher der Hünxer Initiative gegen die geplante Pipeline, appellierte am Dienstag in Richtung der privaten Einwender, sich am 16. Mai „in möglichst großer Zahl“ auf den Weg zur Anhörung zu machen, um sich zu dem Großprojekt zu äußern. Die Bezirksregierung Düsseldorf geht, wie eine Sprecherin nach Ende des zweiten Verhandlungstages auf Anfrage der NRZ erklärte, davon aus, dass die Erörterung am 16. Mai abgeschlossen wird.

Einschränkung der Lebensqualität ist ein Thema

Auf der Tagesordnung des wohl letzten Verhandlungstages zum Bau der „Zeelink“-Gaspipeline stehen am Mittwoch unter Punkt 4.5 „Sonstige allgemeine Belange“ wie etwa Störung durch Bau und Betrieb der Leitung, Einschränkung der Lebensqualität und Erholung sowie Wertminderung/Wertverlust. Dann geht es um die Erörterung weiterer Privateinwendungen/Inanspruchnahmen von Grundstücken – soweit, so steht es auf dem Ablaufplan – „nicht bereits TOP 4“. Unter dem Tagesordnungspunkt war unter anderem das zentrale Thema „Sicherheit der Leitung“ (mit Aspekten wie Abstand zur Wohnbebauung, Havariefall) oder der Bedarf der geplanten Gaspipeline behandelt worden. Rainer Rehbein geht davon aus, dass unter Punkt 4 bereits diskutierte Aspekte auch am Mittwoch wieder angesprochen werden können.

Er argumentiert mit dem am Montag ausgefallenen Bustransfer ab Hünxe, durch den eine Vielzahl von Einwendern nicht nach Neuss gekommen seien, und erinnert in dem Zusammenhang an die Zusicherung der Bezirksregierung, ihnen angesichts dessen die Möglichkeit zu geben, sich zu bereits behandelten Themen zu äußern. Für Rehbein bedeutet dies, dass „die Tagesordnung jederzeit geöffnet werden kann“.

20 Einwender am Dienstag bei der Anhörung in Neuss

Am zweiten Verhandlungstag am Dienstag nahmen 20 private Einwender (am Montag waren es noch 66) teil – neun aus Hünxe und drei aus Voerde. Rehbein betont, dass viele davon bevollmächtigt seien, andere, die nicht zur Erörterung kommen können, zu vertreten. Er selbst vertrete mehr als 100 Einwender aus Hünxe und Voerde. Sein Fazit am Dienstag: Die Firma „Zeelink“ sei „sehr hartleibig “, was aber nicht anders zu erwarten gewesen sei. Auch haben die Kritiker den Eindruck, mit ihren Bedenken nicht wirklich gehört zu werden.

Kritik gibt es auch von politischer Seite: Die Kreistagsfraktion Die Linke wirft der Bezirksregierung angesichts der in Neuss stattfindenden Anhörung „Bürgerfeindlichkeit“ vor und fordert einen weiteren Erörterungstermin im Kreis Wesel.

Die Anhörung am Mittwoch, 16. Mai, in Neuss beginnt um 10 Uhr im Dorint-Kongresshotel, Selikumer Straße 25. (P.K.)

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