Gaspipeline

Zeelinkaktivist Rainer Rehbein in Hünxe: Protest ist wichtig

Rainer Rehbein (hinten), Sprecher der Initiative gegen Zeelink, berichtete von dem Erörterungstermin in Erkelenz, der bereits stattgefunden hat.

Rainer Rehbein (hinten), Sprecher der Initiative gegen Zeelink, berichtete von dem Erörterungstermin in Erkelenz, der bereits stattgefunden hat.

Foto: Markus Joosten

Hünxe.   Initiator gegen geplante Gaspipeline hatte nach Drevenack eingeladen, um Bürger auf am Montag beginnenden Erörterungstermin vorzubereiten.

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Der lange Schatten des heute beginnenden Erörterungstermins zur Zeelink-Trasse reichte von Neuss bis Drevenack: Dort trafen sich am Freitag zahlreiche Bürger, die sich wegen der Gaspipeline Sorgen machen, um sich auf den Termin vorzubereiten und sich gegenseitig Mut zu machen. Sogar eine kleine Delegation aus dem Münsterland hatte sich eingefunden, um sich zu informieren und Solidarität mit den Hünxern zu zeigen.

Zuvor gab es schon einen anderen vergleichbaren Termin in Erkelenz, den Rainer Rehbein, einer der Köpfe des Widerstands gegen die Gasleitung in Hünxe, besucht hatte, um optimal auf die kommende Woche vorbereitet zu sein.

Anhörung gerade für die Region Voerde-Hünxe wichtig

Gerade für die Region Voerde-Hünxe sei die Anhörung bedeutend, betonte Rainer Rehbein: Da hier besonders viele bewohnte Grundstücke betroffen seien, gebe es auch eine besonders hohe Zahl von Einwendungen.

Rehbein beklagte, dass der Termin im weit entfernten Neuss stattfinde und teilte mit, dass Kontakt zu den Bürgermeistern aufgenommen worden sei, um zu beantragen, die Verhandlung abzubrechen.

Rehbein: Zeelink-Anwalt hat falsche Angaben gemacht

Aus dem Erörterungstermin in Erkelenz wusste der Aktivist zu berichten, dass von der Gegenseite alles versucht wird, das Projekt durchzudrücken. „Zeelink behauptet, dass auf 250 Kilometer der geplanten Trasse keine Maus und keine Amphibie anzutreffen sei“, entrüstete sich Rainer Rehbein. Ähnlich seien durch den Anwalt von Zeelink falsche Angaben über Lärmschutz durch Hecken und Bäume gemacht worden. Durch derart arrogantes Auftreten mache sich die Firma jedoch auch angreifbar, befand Rainer Rehbein.

Kritisch sah der Aktivist auch die Verhandlungsführung durch die Bezirksregierung in Erkelenz. Sicherheitsaspekte, sagte Rehbein, seien durch die Verhandlungsleitung abgeblockt worden. Und befand: Wenn sich Ähnliches auch in Neuss anbahne, werde erwogen, im äußersten Fall einen Befangenheitsantrag gegen die Verhandlungsleitung zu stellen.

Auch Ablaufdetails wurden in Drevenack besprochen

Auch Ablaufdetails wurden in Drevenack besprochen. Rainer Rehbein erläuterte, dass am ersten Tag in Erkelenz zunächst Kommunen und Naturschutzverbände gehört worden seien, dann am zweiten Tag die Einwendungen der Bürger thematisiert wurden. In Erkelenz habe es, obwohl dort der Widerstand kaum organisiert ist, etwa 70 Einwendungen gegeben. Rehbein zeigte sich überzeugt, dass die Firma Zeelink nicht mit so viel Widerstand aus der Bevölkerung gerechnet habe.

Besonders wichtig sei es, dass viele Einwender nach Neuss fahren. Auch auf die Wichtigkeit von Vollmachten wurde hingewiesen: Auch wenn Rainer Rehbein sich außerstande sieht, Privatinteressen zu vertreten, sei es doch verhandlungstaktisch wichtig, dass sich viele Einwender vertreten lassen.

Eines stellte der Aktivist allerdings auch klar: Zeelink wird sich nicht stoppen lassen. Es ist allenfalls möglich, durch möglichst strenge Auflagen die Trasse so erträglich wie möglich zu machen. Wichtig sei der Protest trotzdem, denn dadurch könne es gelingen, den Bau signifikant zu verzögern.

>> EINE KLAGE WÄRE TEUER

  • Eine Klage gegen den anstehenden Planfeststellungsbeschluss würde teuer: 15.000 bis 25.000 Euro schätzt die Initiative inklusive Anwaltskosten.
  • Die Aussage von Zeelink, man wisse nicht, woher das Gas komme, bezeichnete Rainer Rehbein als unglaubwürdig: Es sei sehr wahrscheinlich, dass es sich um Fracking-Gas aus den USA und Gas aus dem Scheichtum Katar handele.

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