Soziales

Albert-Schweitzer-Einrichtungen: Besuch der Werkstätten

Louis Tobias (l.) und Jörg Hülser bedienen die Kreissäge in der Schreinerei. Sie schneiden Holzplatten passend zu, um später aus vielen Einzelteilen Möbel oder Kisten herzustellen.

Louis Tobias (l.) und Jörg Hülser bedienen die Kreissäge in der Schreinerei. Sie schneiden Holzplatten passend zu, um später aus vielen Einzelteilen Möbel oder Kisten herzustellen.

Foto: Lars Fröhlich

Dinslaken.   Beim Tag der offenen Tür in Dinslaken gab es Einblicke in die Arbeit der Menschen mit Behinderungen. Ein Besuch in der Schreinerei.

Kräftig röhren Maschinen in der Produktionshalle, der Beschäftigte Carlo Frank trägt einen Lärmschutz. Akkurat legt er einige Holzbretter nebeneinander auf ein Band, mit dem Fuß löst er nun die Kreissäge aus. Sie rauscht durch das Holz und halbiert jedes einzelne Brett. „Das mache ich, damit später daraus Kisten gebaut werden können“, erklärt Carlo Frank.

Die einzelnen Arbeitsschritte in der Schreinerei, eine der Albert-Schweitzer-Einrichtungen für Behinderte in Dinslaken, hat Jörg Claaßen, Werkstattleitung Produktion, gestern bei einer Führung vorgestellt. Anlass war der Tag der offenen Tür. Neben der Schreinerei konnten sich Besuchergruppen auch die Wäscherei und die andere Werkstätten anschauen. In den Einrichtungen wird darauf geachtet, dass die Arbeiten auf den einzelnen Beschäftigten zugeschnitten sind: „Jeder hier hat die Möglichkeit, entsprechend seiner Fähigkeit zu arbeiten“, erläutert Geschäftsführer Meinhard Reichelt.

Möbelanfertigungen und Verpackungen

In der Schreinerei schneiden die Mitarbeiter die Holzplatten passend zu, lassen mit modernen CNC-Maschinen Löcher bohren oder setzen mit der Hilfe von Schießgeräten Bretter zu Kisten zusammen. Als Arbeitsunterstützung dienen dann zum Beispiel Schablonen. „Wir fertigen hier Verpackungsmaterialien an und machen auch Möbelanfertigungen für private Kunden“, sagt Jörg Claaßen. Die Mitarbeiter konstruierten hier Einbaumöbel für die Küche oder das Badezimmer. Zudem stellen die Beschäftigten Bierkisten für das Spellener Brauprojekt 777 her.

Doch die „rund 60 bis 70 Mitarbeiter an diesem Standort“, so Claaßen, arbeiten nicht nur in den Produktionshallen, es gibt auch Bürokräfte, zu denen zählt Andreas Klöter: „Ich bin für den Einkauf zuständig, bestelle Schrauben oder andere Sachen, die benötigt werden.“ Außerdem kontrolliere er die Annahme. Seit 1996 ist er hier tätig, wegen einer Rückenbehinderung kann er nicht mehr – wie anfangs – im Möbelbereich arbeiten. Dennoch ist er zufrieden: „Wir haben hier ein sehr gutes Miteinander.“

Die Werkstätten lassen die Behinderten zum einen am Arbeitsleben teilhaben und fördern die Selbstständigkeit, zum anderen „ist es das Ziel, die Menschen zu rehabilitieren für den allgemeinen Arbeitsmarkt“, sagt Claaßen. Dafür bieten die Einrichtungen Zertifizierungsmaßnahmen an, beim Bedienen von bestimmten Maschinen oder für einen Gabelstaplerführerschein. „Wir haben schon rund 20 Personen ausgebildet. Sie können dann in Lagern fahren“, so Ausbilder Klaus Zank. Als Training kurven die Beschäftigten mit einem Gabelstapler um Pylonen.

>>>Info: Ziel der Albert-Schweitzer-Einrichtungen

  • Im Mittelpunkt der Albert-Schweitzer-Einrichtungen (ASE) für Behinderte in Dinslaken stehen Menschen mit Einschränkungen, die in ihrer Eigenständigkeit gefördert werden. Das Ziel des Unternehmens ist die gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Weitere Informationen gibt es online auf www.ase-dinslaken.de
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