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Zukunft des Real Dinslaken: Geschäftsleiter ist optimistisch

Bei Real in Dinslaken arbeiten 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Bei Real in Dinslaken arbeiten 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Services

Dinslaken.  Die Zukunft der 100 Real-Mitarbeiter in Dinslaken ist ungewiss. Wegen dieser Standortvorteile ist Geschäftsleiter Markus Mertling optimistisch.

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Seit mehr als einem Jahr hängen die 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Real schon in der Luft. So lange ziehen sich die Verhandlungen um die Übernahme schon hin. Das zweite Weihnachtsfest steht bereits ins Haus, seitdem die Metro die 280 Filialen zum Kauf angeboten hat. Am Dienstag erfahren die Beschäftigten das Ergebnis der Verhandlungen zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat. Wie es mit der Filiale selbst weitergeht – das sei weiterhin ungewiss, so der Geschäftsleiter des Real in Dinslaken, Markus Mertling. Er gibt sich aber optimistisch.

Der Markt in Dinslaken laufe gut

Der Dinslakener Real laufe gut, sagt Markus Mertling. Zudem sei die Filiale der einzige Vollsortimenter in Dinslaken. Ein weiterer Pluspunkt laut Mertling: Vor zwei Jahren erst wurde das Geschäft umgebaut und die aktuellste Präsentation und Einrichtung eingebaut. Mit Mertling selber wurde vor eineinhalb Jahren erst ein neuer Geschäftsleiter eingesetzt, er hat zuvor eine Filiale in Dortmund geleitet.

Die Dinslakener Filiale hat gerade erst ihr 20-jähriges Bestehen gefeiert. „Eröffnet im Juli 1999, ist der Markt nach wie vor ein wichtiger Treffpunkt des täglichen Lebens und erste Adresse für den Lebensmitteleinkauf“, hieß es in einer Mitteilung dazu. „Unser rundes Jubiläum ist ein ganz besonderer Geburtstag für uns. Wir sind hier alle sehr stolz darauf, dass wir schon seit 20 Jahren in Dinslaken auf die Treue unserer Kunden zählen können“, sagte Geschäftsleiter Markus Mertling und lud zur Aktionswoche im September ein. Genau ein Jahr nachdem Metro-Chef Olaf Koch die Kette zum Verkauf gestellt hat.

40 Standorte sind von der Schließung bedroht

Im Verwaltungstrakt hängen noch Zettel aus dem Frühjahr, als es um die exklusiven Verhandlungen mit Redos ging. Das Konsortium will aber nur etwa 50 Läden weiterbetreiben und den Rest an Wettbewerber weiterverkaufen oder schließen. Für 87 Filialen hat Edeka Interesse angemeldet, für jeweils sieben interessieren sich die süddeutsche Handelskette Tegut und die bayerische Georg Jos. Kaes GmbH, die in Bayern unter anderem die V-Märkte betreibt. Bis zu 40 Standorte sollen von Schließung bedroht sein. Dabei wollen Redos und Metro bei den „Anpassungen“ die „Belange der Mitarbeiter berücksichtigen“ hieß es in einem Schreiben an die Mitarbeiter. Welche Filialen betroffen sind – das klärt sich frühestens Ende Februar 2020 --bis dahin will das Bundeskartellamt die von Edeka beantragte Übernahme prüfen.

„Wir arbeiten wie gewohnt weiter“, gibt Markus Mertling die Devise für seine Filiale aus. Für die Mitarbeiter eine schwere Bürde. „Das Schlimme ist die Ungewissheit“, sagt eine Mitarbeiterin. Vor allem für ältere Mitarbeiter und Familien sei die Situation, die Angst um den eigenen Arbeitsplatz, schwer zu ertragen.

>>Hintergrund

Neben Redos buhlt auch ein Konsortium um den Investor X+Bricks um Real. Dieses hat sein Angebot nochmals überarbeitet. Metro hat Real zum Verkauf angeboten, um sich auf das Geschäft rund um den Großhandel zu konzentrieren. Im Juli versprach sich Metro von dem Verkauf einen Mittelzufluss von 500 Millionen Euro.

Insgesamt sind 34.000 Mitarbeiter betroffen. Auf der Facebook-Plattform „Solidarität für alle Mitarbeiter/innen vom Real“ rufen Mitarbeiter dazu auf, mit Aktionen das Weihnachtsgeschäft zu stören. Es gibt zudem Kritik am Einsatz von Leiharbeitern sowie an der Gewerkschaft.

Für die Zukunft des Real Dinslaken ist laut Redos neben den Umsätzen relevant ob die Filiale gut in die Logistik von Real oder eines potenziellen Käufers passe.

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