KRIMINALITÄT

Zwei von kreisweit acht Tötungsdelikten in Dinslaken verübt

Weniger Einbrüche - das war ein Fazit bei der Präsentation der Zahlen für den Kreis Wesel durch die Kreispolizeibehörde.

Foto: Daniel Bockwoldt

Weniger Einbrüche - das war ein Fazit bei der Präsentation der Zahlen für den Kreis Wesel durch die Kreispolizeibehörde. Foto: Daniel Bockwoldt

Dinslaken/Voerde/Hünxe.   Im Kreis Wesel ging die Kriminalität im Jahr 2017 zurück. Vor allem die Wohnungseinbruchszahlen sanken. Der Landrat stellte Statistik vor.

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Weniger Einbrüche, weniger Diebstähle, weniger Gewaltdelikte – insgesamt ist die Kriminalität im Kreis Wesel im Jahr 2017 rückläufig. Gestern stellte Landrat Dr. Ansgar Müller die Zahlen für den Kreis Wesel und die einzelnen Kommunen vor. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote auf 50,6 Prozent. Und das bei angespannter Personalsituation: Die Polizei befinde sich mit 800 Beamten und Angestellten „im Tal der Tränen“, so der Leitende Polizeidirektor Rüdiger Kunst. Dennoch sei man in 12,59 Minuten am Tatort – Platz vier in NRW.

Wie sicher man wo lebt, lässt sich anhand der Häufigkeitszahl vergleichen: Sie zeigt die Straftaten pro 100 000 Einwohner an. Die höchste Kriminalitätsrate hat danach Wesel. Dinslaken liegt an dritter Stelle, Hünxe liegt an sechster, Voerde an achter Stelle.

Einbrüche

Deutlich um ein Drittel sind die Wohnungseinbrüche im Kreis zurückgegangen – von 1416 auf 904, so wenige wie seit acht Jahren nicht. 40 Prozent davon sind versuchte Einbrüche. In Dinslaken gab es 29 weniger Einbrüche als im Vorjahr, in Voerde sank die Zahl um 38, in Hünxe um 44. Dazu beigetragen haben aufmerksame Nachbarn. In Voerde etwa habe eine Frau im November vier Einbrecher an einer Bäckerei beobachtet und die Polizei angerufen. Dem Quartett konnten noch weitere Brüche nachgewiesen werden. Außerdem habe die Polizei ihre Arbeit verstärkt auf Clanstrukturen von Banden etwa aus Südosteuropa ausgerichtet, deren Einreise zudem durch die Sperrung der Balkanroute erschwert werde, so Kriminalitätsdirektor Roland Wolff.

Gewalt

Zwei Menschen wurden 2017 im Kreis Wesel getötet, es gab sechs weitere Mord- oder Tötungsdelikte, deren Opfer zum Glück überlebten. Zwei Taten ereigneten sich in Dinslaken: Im Februar hat ein 27-Jähriger in Lohberg zuerst einen 51-Jährigen mit einen Messer getötet und zwei Wochen später seinen Nachbarn niedergestochen. Insgesamt hat die Gewalt im Kreis zwar abgenommen: In Dinslaken gab es dennoch 105 Fälle (Vorjahr 121) von gefährlicher und schwerer Körperverletzung, die Zahl der Sexualdelikte verdoppelte sich auf 28. In Voerde gab es 41 Fälle (49) von Körperverletzung, 16 (20) Sexualdelikte. In Hünxe stiegen die Zahlen: Von fünf auf 15 Fälle von Körperverletzung und von zwei auf sieben Sexualdelikte.

Kreisweit wurden 30 Erwachsene vergewaltigt oder schwer sexuell genötigt und 50 Kinder missbraucht, es gab 512 Strafanzeigen wegen Häuslicher Gewalt (566).

Diebstahl

Insgesamt wurde im Kreis Wesel weniger geklaut. Auch die Fahrraddiebstähle gingen zurück – in Dinslaken minimal von 554 auf 550, in Voerde auf 133 (150), in Hünxe auf 20 (33). Die Bürger würden ihre Räder besser sichern und codieren.


Rauschgift

Gestiegen sind die Rauschgiftdelikte – in Dinslaken auf 455 (249), in Voerde auf 80 (63), in Hünxe auf 68 (53). Grund: Die Polizei ermittelt in dem Bereich mehr, deckt also mehr Straftaten auf. Kreisweit starben drei Menschen an Drogen.

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