Urteil

Frauenleiche im Koffer: Zwölf Jahre Haft für Ehemann

Der Eingangsbereich des Landgericht in Dortmund. Wegen Totschlags verurteilte das Gericht am 20. Februar 2020 einen 24-Jährigen. Er soll seine Ehefrau mit 76 Messerstichen getötet und die Leiche anschließend in einem Koffer versteckt haben.

Der Eingangsbereich des Landgericht in Dortmund. Wegen Totschlags verurteilte das Gericht am 20. Februar 2020 einen 24-Jährigen. Er soll seine Ehefrau mit 76 Messerstichen getötet und die Leiche anschließend in einem Koffer versteckt haben.

Foto: Bernd Thissen / dpa

Dortmund.  Ein Mann tötet seine Frau mit 76 Messerstichen und versteckt die Leiche in einem Koffer. In Haft muss er wegen Totschlags, nicht wegen Mordes.

Das Dortmunder Schwurgericht hat einen 24-jährigen Afghanen aus Zwickau am Donnerstag wegen Totschlags zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Die Richter sind davon überzeugt, dass der Angeklagte im Juli 2019 in Dortmund seine Ehefrau mit 76 Messerstichen getötet und die Leiche anschließend in einem Koffer versteckt hat. Der Mann hatte im Prozess zu den Tatvorwürfen geschwiegen.

Laut Urteil müssen die Hintergründe der Bluttat im Dunklen bleiben. Fest stehe nur, dass es zu einer Auseinandersetzung zwischen den Eheleuten gekommen sei, in deren Verlauf der Angeklagte ein Messer zückte und immer wieder zustach. Darüber hinaus soll der 24-Jährige das Opfer auch noch mit einem Schnürsenkel stranguliert haben. Als Todesursache stellten die Rechtsmediziner Verbluten nach innen und außen fest.

Das Mordmerkmal „Grausamkeit“ konnten die Richter laut Urteil nicht feststellen. Es könnten keine sicheren Angaben dazu gemacht werden, zu welchem Zeitpunkt das Opfer das Bewusstsein verloren habe, hieß es in der Begründung. Dennoch bleibe festzuhalten: „Ein Totschlag, bei dem mit einer solchen Intensität auf das Opfer eingewirkt wird, ist sehr, sehr außergewöhnlich“, so Richter Peter Windgätter. (dpa)

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