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Realisierung des "Radschnellwegs Ruhr" in weite Ferne gerückt

Der Radschnellweg soll über die Große Heimstraße und über eine neue Brücke an der Schnettkerbrücke verlaufen.

Der Radschnellweg soll über die Große Heimstraße und über eine neue Brücke an der Schnettkerbrücke verlaufen.

Foto: WR/Franz Luthe

Dortmund.  Erst war der Radschnellweg Ruhr auf der Überholspur — jetzt muss das 110-Millionen-Euro-Projekt aufpassen, nicht in einer Sackgasse zu landen. Erste Ergebnisse eines Arbeitskreises sollen erst Anfang 2014 vorliegen. Vor allem das Dortmunder Stadtgebiet ist für die Planer eine Herausforderung.

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Erst war der Radschnellweg Ruhr auf der Überholspur. Jetzt dreht das 110-Millionen-Euro-Projekt eine Warteschleife und muss aufpassen, nicht in einer Sackgasse zu landen. In diesen Tagen trifft sich ein Arbeitskreis, bestehend aus vier Gutachterbüros und acht beteiligten Städten zum erstenmal. Die Realisierung des Vorzeige-Projekts ist erst einmal in weite Ferne gerückt.

„Erste Ergebnisse werden Anfang 2014 vorliegen“, berichtete am Mittwoch (5. Dezember 2012) auf Anfrage der zuständige Bereichsleiter des Regionalverbandes Ruhr (RVR), der die Federführung für das ambitionierte Vorhaben übernommen hat. Martin Tönnes weiter: „Danach wird die Studie dem Rat vorgestellt und die politische Diskussion kann beginnen.“

37 Millionen Euro sind zu viel

Die politische Diskussion um den Radschnellweg Ruhr hatte bereits im April eingesetzt - und hohe Wellen geschlagen. Zunächst hatte sich die CDU Dortmund klar positioniert und erklärt, dass angesichts der Finanzlage der öffentlichen Hand 37 Millionen Euro für eine rund fünf Meter breite Trasse in West-Ost-Richtung quer durch die Stadt einfach zu viel seien. „Wenn man Geld in den Radverkehr stecken will, kann man mehr erreichen, wenn man den Radverkehr zwischen den Stadtteilen verbessert“, sagte der CDU-Verkehrsexperte Thomas Pisula. Alleine anstelle des gerade erst eröffneten Radwegs an der Schnettkerbrücke soll ein acht Millionen Euro teures Brückenbauwerk über die Emscher errichtet werden, so die erste Konzeptstudie.

Dortmunder Stadtgebiet ist eine Herausforderung

Wenig später hatte sich OB Ullrich Sierau der Argumentation im Wesentlichen angeschlossen. Er forderte, dass im Rahmen der Machbarkeitsstudie auch eine Kosten-Nutzen-Analyse vorgenommen werden müsse. Unter den vier Agenturen, die mit der Machbarkeitsstudie beauftragt sind, ist auch die Dortmunder Planersocietät.

Die Zeit soll jetzt genutzt werden, um überhaupt eine mögliche Trasse durch den dichten Ballungsraum zu finden. „Das Dortmunder Stadtgebiet ist bei der Planung eine Herausforderung“, räumt RVR-Mann Martin Tönnes ein. Im Arbeitskreis, der ab jetzt tage, seien aber auch alle acht Städte vertreten. „Wir setzen auf die kommunale Kompetenz“, so Tönnes.

Sorge um wegfallende Parkplätze

Im Kreuzviertel gab es bereits im Frühjahr einen Aufschrei, als Anwohner hörten, dass der breite Radweg möglicherweise vor ihrer Tür herführen wird. „Und was wird aus den Parkplätzen?“, lautete die bange Frage in einem Viertel mit chronischem Parkdruck. Stadtplaner Winfried Sagolla, Befürworter des Projekts, versuchte zu entschärfen: Es gehe ja nur um einige wenige Stellplätze.

Man braucht kein Hellseher zu sein: Bis die Radler-Autobahn durchs Revier den Weg von einer möglichen Planskizze über die Planfeststellung in die Realität findet, werden noch viele Jahre ins Land gehen.

Den zweiten Anlauf wird der Radschnellweg Ruhr dereinst übrigens unter einem neuen Namen wagen. Das gehört zu einem „Kommunikationskonzept“, das die Planerbüros mit entwickeln sollen, um die Akzeptanz des Vorhabens zu erhöhen.

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