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Verkehr nach ICE-Unfall noch für rund zwei Wochen gestört

Mit einem Kran wurde der entgleiste ICE am Dienstag geborgen.

Foto: Ingo Otto

Mit einem Kran wurde der entgleiste ICE am Dienstag geborgen. Foto: Ingo Otto

Dortmund.   Der Bahnverkehr im Ruhrgebiet wird nach dem ICE-Unfall in Dortmund noch für zwei Wochen eingeschränkt sein. Die wichtigsten Informationen.

Nach dem ICE-Unfall im Dortmunder Hauptbahnhof müssen Bahnreisende noch mindestens zwei Wochen lang mit Einschränkungen rechnen. Nach Angaben eines Bahnsprechers müssen umfangreiche Reparaturarbeiten durchgeführt werden.

Im Zuge dieser Arbeiten sollen sechs Weichen ausgetauscht zwei weitere erneuert werden. Auch Schäden an der Leit- und Sicherungstechnik müssen behoben werden. Außerdem will die Bahn beschädigte Schienen austauschen und Schotter erneuern lassen. Die Schäden an der Infrastruktur seien erheblich, aber die "Deutsche Bahn arbeitet mit Hochdruck daran, die Gleise so schnell wie möglich freizugeben", heißt es vonseiten des Unternehmens.

Nach dem ICE-Unfall am Dortmunder Hauptbahnhof sind die beiden schwer beschädigten Wagen mit Kränen wieder auf die Gleise gehoben und abtransportiert worden. Allerdings müssen Reisende weiterhin mit Einschränkungen im Bahnverkehr rechnen.

Die ersten Fern- und Regionalzüge fahren wieder planmäßig

Daher könnten einige Fernverkehrszüge von und nach Hagen den Dortmunder Hauptbahnhof nicht anfahren und werden umgeleitet, teilte die Bahn am Mittwoch in Düsseldorf mit. Bei den Zügen entfallen zum Teil die planmäßigen Stopps in den Hauptbahnhöfen von Hagen, Wuppertal und Solingen.

Die ersten Fern- und Regionalzüge fahren wieder planmäßig. Der Zugverkehr in Richtung Bochum rolle wie vorgesehen, auch auf den Linien RE1, RE6 und S5, teilte die Deutsche Bahn mit. In der Gegenrichtung müssten Züge weiterhin umgeleitet werden. Am Mittwochabend konnte dann auch die Linie S1 wieder die Fahrt auf dem Regelweg aufnehmen.

Untersuchungen können Wochen oder Monate dauern

Am Dienstag waren vor allem Regional- und Nahverkehrszüge betroffen. Die Bahn ließ Züge über Alternativhaltestellen in Gelsenkirchen und Herne fahren und stellte einen Ersatzverkehr mit Bussen und Taxen bereit. Am Nachmittag konnten zwei Regionalbahnen wieder den Verkehr aufnehmen.

Experten der Untersuchungsstelle des Bundes für Eisenbahn-Unfälle wollten nach dem Zurückstellen auf die Gleise den Zug und später die geräumte Unfallstelle weiter untersuchen. Mit Ergebnissen ist erst in Wochen oder Monaten zu rechnen.

ICE in Dortmund entgleist

Der Bahnverkehr im Ruhrgebiet wird nach dem ICE-Unfall in Dortmund tagelang eingeschränkt sein.
ICE in Dortmund entgleist

Wagen waren aus dem Gleis gesprungen

Die beiden hinteren Wagen des Fernzugs waren am Montagabend aus bisher ungeklärter Ursache aus dem Gleis gesprungen, als die Bahn am Wartesteig einfuhr. Zwei der 152 Reisenden im Zug wurden leicht verletzt. Der Bahnsprecher ging von erheblichen Schäden nicht nur am Zug, sondern auch an den Gleisen aus.

Als Ursache für die Entgleisung der beiden ICE-Waggons in Dortmund hält der Berliner Schienenfahrzeug-Experte Daniel Jobstfinke einen technischen Defekt oder menschliches Versagen für möglich. "Es könnte sein, dass am Waggon etwas kaputtgegangen ist etwa am Drehgestell, am Rad oder an der Radsatzwelle", sagte Jobstfinke. Ein Bauteil könne beispielsweise gebrochen sein und dann für die Entgleisung gesorgt haben. Möglich sei auch ein Defekt am Fahrweg, etwa ein mechanischer Fehler an einer Weiche.

Eine mutwillige Entgleisung durch das Ablegen von Gegenständen auf einer Schiene hält der Experte für sehr unwahrscheinlich, da nur die beiden letzten Waggons entgleist waren.

Ermittlungsverfahren eingeleitet

Gleichwohl hat die Bundespolizei ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr gegen Unbekannt eingeleitet. Sie teilte am Dienstagnachmittag mit, dass die Eisenbahnunfall-Untersuchungsstelle des Bundes (EUB) die Ermittlungen übernommen habe. Zur Unfallursache oder zum -hergang könne man aufgrund der laufenden Ermittlungen allerdings keine Auskünfte erteilen, hieß es.

Abfahrtsmonitor der Bahn

Passagiere, die mit dem verunglückten Zug in Richtung Berlin Gesundbrunnen unterwegs waren, konnten ihre Fahrt mit anderen Bahnen noch am Abend fortsetzen, wie der Bahnsprecher sagte.

Einige entschieden sich, in Dortmund zu bleiben.

Diese Linien sind betroffen:

RE 1 und RE 6

  • Die Züge aus Dortmund Hbf fahren in Richtung Essen wieder auf dem Regelweg. In der Folge kommt es wahrscheinlich zu Verspätungen.
  • Die Züge aus Duisburg werden ab Essen Hbf bis Dortmund Hbf umgeleitet. Die Halte Wattenscheid und Bochum Hbf entfallen. Alternativhalte sind Gelsenkirchen Hbf und Herne.
  • Reisende nach Wattenscheid fahren bitte bis Gelsenkirchen Hbf und dort weiter mit der Straßenbahn 302 (Richtung Bochum, Laer Mitte) bis August-Bebel-Platz und dort mit dem Bus 389. Reisende nach Bochum Hbf fahren bis Herne und dort weiter mit der U-Bahn U 35.

RE 11

  • Die Züge aus Dortmund in Richtung Duisburg fahren wieder auf dem Regelweg. In der Folge kommt es wahrscheinlich zu Verspätungen.
  • Die Züge von Duisburg werden in Richtung Dortmund umgeleitet.
  • Die Halte Bochum Hbf, Wattenscheid, Essen Hbf und Mülheim (Ruhr) Hbf entfallen.
  • Reisende mit den Fahrzielen Mülheim (Ruhr) Hbf und Essen Hbf nutzen bitte die Züge der Linien RE 1, RE 2, RE 6 und RE 42.
  • Ersatzhalte und Reisealternativen:
  • Reisende nach Bochum Hbf fahren bitte bis Herne und dort weiter mit U-Bahn U 35.
  • Reisende nach Wattenscheid fahren bitte bis Gelsenkirchen Hbf und dort weiter mit Straßenbahn 302 (Richtung Bochum Laer Mitte) bis August-Bebel-Platz; von dort weiter mit Bus 389.
  • Reisende nach Essen Hbf fahren bitte bis Essen-Altenessen und dort weiter mit U-Bahn U 11, U 17 oder Straßenbahn 108.
  • Reisende nach Mülheim (Ruhr) Hbf fahren bitte ab Duisburg Hbf mit der Straßenbahn 901 oder mit der S-Bahn S 1 in Richtung Mülheim (Ruhr) Hbf.

S 2

  • Die Züge der Linie S 2 fallen zwischen Dortmund Hbf und Dortmund-Dorstfeld aus. Weichen Sie bitte zwischen Dortmund Hbf und Dortmund-Dorstfeld auf Züge der S 1 aus. In der Hauptverkehrszeit von 5:00 bis 10:00 Uhr sowie 16:00 bis 21:00 Uhr sind zusätzliche Ersatzbusse geplant.

Hier informiert die Bahn online:

(dpa/red)

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