Prozess

104-Jährigen totgespritzt: Geldstrafe und Verwarnung

Ein schwer kranker 104-jähriger ist an einer Überdosis Schmerzmittel gestorben. Die angeklagten Altenpflegerinnen sind zu Geldstrafen verurteilt worden (Symbolbild).

Ein schwer kranker 104-jähriger ist an einer Überdosis Schmerzmittel gestorben. Die angeklagten Altenpflegerinnen sind zu Geldstrafen verurteilt worden (Symbolbild).

Foto: dpa

Düsseldorf.  Ein Patient stirbt an einer Überdosis. Die angeklagten Altenpflegerinnen wurden nun wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe verurteilt.

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Weil sie einen 104-Jährigen mit einer Überdosis Schmerzmittel getötet haben soll, ist eine Altenpflegerin in Düsseldorf zu 6000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Das Landgericht sprach die 51-Jährige und ihre 35 Jahre alte Kollegin wegen fahrlässiger Tötung schuldig. Im Fall der 35-Jährigen beließ es das Gericht bei einer Verwarnung und setzte die Geldstrafe gegen die Frau von ebenfalls 6000 Euro unter Vorbehalt.

Die 51-Jährige wurde am Mittwoch in Abwesenheit verurteilt: Sie blieb der Verhandlung fern, ihr Arbeitgeber hat sie bereits als vermisst gemeldet. Polizisten drangen in ihre Wohnung ein, fanden die 51-Jährige aber nicht.

Mit der Strafe blieb das Gericht deutlich unter der vom Staatsanwalt beantragten Bewährungsstrafe von jeweils eineinhalb Jahren Haft für beide Frauen. Sie waren zunächst sogar wegen Mordes angeklagt gewesen.Die Pflegerinnen sollen dem 104-Jährigen versehentlich eine Überdosis Schmerzmittel gespritzt haben. Dabei habe eine Pflegerin der anderen die falsche Dosis genannt und diese habe sie ohne Nachkontrolle verabreicht, sagte Staatsanwalt Matthias Ridder.

Die Pflegerinnen hatten keinen Notarzt gerufen

Er räumte ein, dass der 104-Jährige nur einen Tag zuvor einen Suizidversuch unternommen und nach Auskunft seines Arztes bereits im Sterben gelegen habe. Sein Leben sei möglicherweise nur um Stunden oder Tage verkürzt worden. Es hätte aber letztlich die Pflegerinnen zu noch größerer Vorsicht bei der Medikamentengabe bewegen sollen. Er sprach sich gegen ein Berufsverbot für die Frauen aus.

"Meiner Mandantin ist ein Fehler unterlaufen", sagte der Verteidiger der verschwundenen 51-jährigen Angeklagten. Eine Geldstrafe sei zur Bestrafung dieses Fehlers aber ausreichend. Es seien fünf Ampullen des Medikaments für fünf Tage geliefert worden und die Verordnung des Arztes sei nicht klar gewesen. Die von ihm gewählte Dosierung werde normalerweise gar nicht gespritzt, sondern im Tropf verabreicht.

Der Verteidiger der 35-jährigen Pflegerin hatte zuvor einen Freispruch gefordert. Seine Mandantin sei von der Richtigkeit der Dosis ausgegangen und der Hochbetagte habe zunächst auch friedlich geschlafen. Weil die 51 und 35 Jahre alten Pflegerinnen keinen Notarzt gerufen haben sollen, als sie ihren Fehler bemerkten, hatte die Staatsanwaltschaft dies in der ursprünglichen Anklage als Mord durch Unterlassen gewertet. (dpa)

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