Demonstration

1200 Düsseldorfer protestieren gegen Rechts

Hunderte protestierten am Samstag gegen gegen die Bruderschaft für Deutschland auf dem Gertrudisplatz in Eller. Mit dabei waren unter anderem SPD, Grüne und Linke, Gewerkschaften und die beiden Kirchengemeinden. 

Hunderte protestierten am Samstag gegen gegen die Bruderschaft für Deutschland auf dem Gertrudisplatz in Eller. Mit dabei waren unter anderem SPD, Grüne und Linke, Gewerkschaften und die beiden Kirchengemeinden. 

Foto: Andreas Bretz

Düsseldorf.   „Nazis haben in Düsseldorf nichts zu suchen“, sagt Lutz Pfundner (Linke). Bürger demonstrieren gegen die rechte „Bruderschaft Deutschland“.

Ein starkes Zeichen gegen Rechts: Rund 1200 Menschen sind laut Veranstalter am Samstag (9. Februar) in Eller auf die Straße gegangen und haben gegen die „Bruderschaft Deutschland“ und Rassismus demonstriert. Die Polizei spricht von 800 Demonstranten. „Nazis haben in Düsseldorf nichts zu suchen“, sagt Lutz Pfundner (Linke), der mit Astrid Bönemann (SPD) und Herbert Schedlbauer (Verdi) das Bündnis gegen Rechts initiiert hat.

Dieses Bündnis ist entstanden, weil die Bruderschaft immer wieder vor allem durch ihre sogenannten „Spaziergänge“ aufgefällt. Bis zu drei Dutzend Mitglieder marschierten seit Oktober durch Eller. Ausgerüstet mit T-Shirts mit der Aufschrift „Bruderschaft Deutschland“ und einer Faust, die drohend in die Richtung des Betrachters zielt. Die Bruderschaft behauptet, Bürger gegen Angriffe von Flüchtlingen verteidigen zu wollen.

20 Personen der Bruderschaft versammelten sich

Doch die Elleraner haben die Nase voll von der ultrarechten Gruppierung und lassen sich das längst nicht mehr gefallen. Erst vergangenen Dienstag (5. Februar) hatten Mitglieder der Bezirksvertretern 8 , Parteien, Organisationen, Kirchen, Schulen, Jugendzentren und Initiativen unter dem Namen „Eller Tolerant und Weltoffen“ das Bündnis gegen Rechts gegründet.

Es versammelten sich am Samstag auf dem Gertrudisplatz unter anderem SPD, Linke, Grüne, DKP, Antifa, Düsseldorf stellt sich quer (DSSQ), die Kirchengemeinden, „Omas gegen Rechts“ und zahlreiche Anwohner um gemeinsam loszuziehen und ein Zeichen zu setzen.

Auch gut 20 Personen der Bruderschaft hatten sich dort am Nachmittag versammelt. Sie wichen jedoch nach Angaben der Polizei nach Benrath aus.

Verbale Anfeindungen

In einigen Meldungen hieß es irrtümlich, dass Personen in Gewahrsam genommen worden seien. Diese Meldung war jedoch falsch. „Die Demonstration ist weitestgehend friedlich verlaufen“, so ein Polizeisprecher. Es habe jedoch verbale Anfeindungen gegeben. Das sei jedoch nichts unübliches, so der Sprecher weiter. Es wurden Personen der Bruderschaft kontrolliert.

Angemeldet hatte die Demo gegen Rassismus der Aktivist Uwe Funke . Er ist überwältigt von der großen Resonanz. „Das ist einmalig. Mit so vielen hatten wir nicht gerechnet.“ Auch Oberbürgermeister Thomas Geisel war spontan zur Demo gekommen und hat ein paar Grußworte an die Demonstranten gerichtet. „Dass der OB vorbeikommt und eine klare Stellung bezieht ist toll“, so Funke weiter.

Lutz Pfundner (Linke): „Es betrifft alle Bürger“

Auch Lutz Pfundner ist mit dem Verlauf der Demo zufrieden. „Diese Demo war ja eigentlich auf den Stadtteil bezogen. Das dann doch so viele kommen ist überwältigend. Bei bundesweiten Demos sind oft weniger Menschen.“ Der Zuspruch zeige aber auch ganz deutlich, dass die Bürger die Nase voll haben von den Rechten. „Das ist keine Angelegenheit mehr nur für die Antifa oder die Linken. Es betrifft alle Bürger“, so Pfundner.

Der Düsseldorfer SPD-Chef Andreas Rimkus konnte selbst nicht an der Demonstration teilnehmen, da er der Parteitag-Vollversammlung beiwohnte. Dennoch schickte auch er eine Video-Grußbotschaft an alle Beteiligten via Facebook. Darin drückte er seine volle Unterstützung für die Elleraner aus und begrüßte, dass sich die Elleraner zusammenschließen, um ein „sichtbares Zeichen gegen Rassisten, Antisemiten, Menschen die ausgrenzen“ zu setzen.

Mehr Aktionen in der Zukunft

DSSQ-Sprecher Oliver Ongaro spricht ebenfalls von einer gelungenen Demo. Gerade, dass die so breit gefächert war, zeige, dass es alle angeht. „Das war ein deutliches Signal, das Eller gesetzt hat. Ich glaube, die Bruderschaft war überrascht von der breiten Front, die sie gegen sich hat.“

Auch in Zukunft soll es weitere Aktionen geben, so Ongaro weiter. Man wolle sich zusammensetzen und überlegen, was man noch machen kann. Denn eins ist sicher: die Rechten haben keinen Platz in der Gesellschaft.

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