Demonstration

350 Menschen protestieren gegen „Demo für alle“

Gegendemonstration bei der „Demo für alle“ in Düsseldorf

Foto: Katharina Gilles

Gegendemonstration bei der „Demo für alle“ in Düsseldorf Foto: Katharina Gilles

Düsseldorf.   „Bündnis für Ehe und Familie“ fuhr in Düsseldorf mit „Bus der Meinungsfreiheit“ vor. Rund 350 Gegendemonstranten protestierten gegen Homo-Hetze.

Auf den Pappschildern stehen Sätze wie „Liebe ist für alle da“, „früsexualisiert und stolz drauf“ oder „Ich finde doof, dass du uns doof findest“. Der Johannes-Rau-Platz ist an diesem Tag bunt. Denn dort haben sich rund 350 Gegendemonstranten unter Veranstalter Kalle Wahle, Vorsitzender des CSD (Christopher Street Day) Düsseldorf, eingefunden, um gegen den „Bus der Meinungsfreiheit“ und die „Demo für alle“ zu protestieren.

Für Wahle ist die „Demo für alle“ einfach „lachhaft“: „Die waren im Oktober 2015 schon hier und haben damals schon kein Gehör für ihren Stuss gefunden. Denn es ist einfach Quatsch, dass ein Kind homosexuell wird, nur weil man erzählt, dass es das gibt“, sagt Wahle.

Unterschriften gegen Ehe-Öffnung

Denn hinter dem demokratisch klingenden Namen des Busses verbirgt sich eine Aktion des „Bündnis Ehe und Familie“ mit Hedwig von Beverfoerde. Ihre Forderung: das Kindern in der Schule nicht mehr über das Thema Homosexualität sprechen sollen. Unlängst hat von Beverfoerde eine Petition gestartet: „Ehe bleibt Ehe“. Dabei sammelt sie Unterschriften gegen die Ehe-Öffnung. Auf dem orange-farbenen Bus steht in großen Buchstaben: „Ehe=Familie, lass dich nicht verunsichern.“

Und die einzige Verunsicherung, die sich zeigt, ist rund um den Bus. Gerade einmal 15 Leute haben sich dort versammelt, die sich nun einer bunten Wand gegenüber sehen – und die tut ihre Meinung kund. Immer wieder ertönen laute „Haut ab“-Rufe. Auch Kalle Wahle richtet sich immer wieder über Lautsprecher an die Menge. „Wir bekennen Farbe gegen die braune Brut. Wir hatten schon 2015 keinen Platz für Hass-Parolen. Die Ehe ist für alle da und das haben schon andere Länder vorgemacht. Mit ihren Gedanken sind sie 80 Jahre zu spät dran.“

Laute „Haut ab“-Rufe

Dann gibt es kurz einen kleinen Tumult. Ein kleiner Teil der Gegen-Protestler spaltet sich ab und geht zum Bus, ein paar einzelne setzen sich auf den Boden. Die „Haut ab“-Rufe werden lauter.

Selbst Kalle Wahle ermahnt kurz die Gegendemonstranten, wieder zur eigenen Demo zurückzukommen. „Wir wollen keine Krawalle! Wir wollen die braune Brut da drüben nicht in eine Opferrolle bringen.“ Und nach einigem Zureden erfüllt sich sein Wunsch.

Und von Beverfoerde? Die findet die braunen Vergleiche aus der Luft gegriffen. Doch so ganz weit weg ist die AfD nicht. Der Düsseldorfer und Landesvorsitzende der NRW-AfD, Marcus Pretzell, gibt sich zumindest als Zaungast die Ehre.

PAROLEN AUS DER STEINZEIT - EIN KOMMENTAR VON KATHARINA GILLES

„Ehe bleibt Ehe“ – mit solchen und ähnlichen Slogans kurvt der „Bus der Meinungsfreiheit“ bei der „Demo für alle“ von Hedwig von Beverfoerde durch Deutschland – und ist dabei ein Wolf im Schafsfell. Denn hinter dieser Aktion verbirgt sich vor allem eines: Hetze. Denn die sogenannte „Demo für alle“ befeuert Homophobie und wünscht sich eine christliche Indoktrination. Und nicht nur das: Mit ihren Steinzeit-Parolen kuschelt von Beverfoerde mit dem rechten Rand. Daher ist es umso wichtiger, dass die Bürger gegen solche Aktionen auf die Straße gehen. Andernfalls gibt es am 24. September ein böses Erwachen.

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