DGB-Tagung

60.000 Düsseldorfern droht Altersarmut

Professorin Ursula Engelen-Kefer

Professorin Ursula Engelen-Kefer

Foto: DGB

Düsseldorf.   DGB fordert Kurswechsel in der Rentenpolitik.

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Auf Einladung des Deutschen Gewerkschaftbundes (DGB) in Düsseldorf diskutierten mehr als 80 junge und ältere Gewerkschafter mit Experten über eine verlässliche und gute Rente.

Durchschnittsrente von Frauen nur 575 Euro pro Monat

Sabine Graf, die stellvertretene Vorsitzende des DGB in Nordrhein-Westfalen stellte den Rentenreport des DGB vor, um aufzuzeigen, dass gerade Frauen in NRW von Altersarmut bedroht sind. So beträgt die Durchschnittsrente von Frauen die im Jahr 2015 in Rente gingen laut Angaben des DGB 575 Euro im Monat.

Professorin Ursula Engelen-Kefer vom Sozialverband Deutschland und ehemals stellvertretende Vorsitzende des DGB erklärte, wie wichtig gerade für Frauen die Sicherung des Lebensstandards durch eine auskömmliche gesetzliche Rente ist. Florian Blank dagegen versuchte, anhand eines positiven Beispiels mögliche Änderungen aufzuzeigen. Der Ökonom vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut Düsseldorf zeigte am Beispiel Österreich auf, wie ein staatliches Rentensystem den Lebensstandard sichert und Altersarmut seit Jahrzehnten verhindern soll.

Gewerkschafter sammeln Forderungen an die Politik

Die Düsseldorfer DGB-Vorsitzende Sigrid Wolf ging auf die Situation in Düsseldorf ein. Knapp 60 000 Vollzeitbeschäftigte verdienten laut Zahlen der Agentur für Arbeit Ende 2016 weniger als 2500 Euro brutto im Monat. Um nach 40 Beitragsjahren nicht in die Grundsicherung zu fallen, ist ein Bruttoeinkommen oberhalb dieser Grenze notwendig. Ursache für dieses Problem ist das Senken des Rentenniveaus, das nach derzeitiger Gesetzeslage im Jahr 2030 auf bis zu 43 Prozent absinken soll. Abschließend formulierte der Deutsche Gewerkschaftbund eine Reihe an Forderungen, um der drohenden Altersarmut entgegenzuwirken:

Grundsätzlich soll das Rentenniveau deutlich steigen. Ein Mittel dazu sei etwa, die gesetzliche Rentenversicherung zur Erwerbstätigenversicherung zu machen. So würden auch Berufsgruppen wie Beamte und Politiker in die Rentenkassen einzahlen.

Zudem soll die gesetzlichen Rente durch Steuern erhöht werden. Dazu gehört die Forderung, die Rente nach Mindestentgeltpunkten für niedrige Einkommen einzuführen. So sollen Zeiten mit niedrigen Löhnen nicht zu niedrigen Renten führen – ein Vorschlag des SPD-Bundesarbeitsministers Hubertus Heil.

Außerdem sollen weitere Tätigkeiten anerkannt werden und sich so auf die Rentenzeit positiv auswirken. Darunter würde etwa Kindererziehung, Pflege und Zeiten der Aus- und Weiterbildung fallen.

Zuletzt sollte die Erwerbsminderungsrenten für alle verbessert werden. Wer vor dem Rentenalter nicht mehr arbeiten kann, erhält eine Rente wegen Erwerbsminderung, in Höhe des in der Renteninformation ausgewiesenen Betrags.

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