Jubiläum

70.000 Menschen feiern in Düsseldorf das Tunnelfest

Die Lichtinstallation wurde von der Kommune Monheim für das Straßenfest

Die Lichtinstallation wurde von der Kommune Monheim für das Straßenfest

Foto: Caja

Besucher genossen beim Fest zum 25-jährigen Bestehen des Rheinufertunnels am Sonntag das besondere Düsseldorfer Flair am Ufer des Stroms.

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Das 25jährige Bestehen des Rheinufertunnels wurde gestern mit einem Tunnelfest gefeiert. Oberbürgermeister Thomas Geisel und NRW-Finanzminister Lutz Lienenkämper, in Vertretung des Ministerpräsidenten, eröffneten das bunte Treiben um 11 Uhr offiziell. Rund 70.000 Besucher kamen zum Fest. Etwa 20.000 davon nutzten die Gelegenheit mit dem Rad oder zu Fuß die für den Autoverkehr gesperrten Tunnelröhren zu erkunden. „Wir feiern 25 Jahre Rheinufertunnel. Dieser Tunnel ist nicht irgendein Bauwerk, sondern hat als Alleinstellungsmerkmal, dass er mit das schönste Bauwerk der Stadt ist, das man trotzdem nicht sieht. Mit der Eröffnung des Rheinufertunnels vor 25 Jahren ist ein neues Kapitel der Stadtgeschichte aufgeschlagen worden“, sagte Geisel.

Mit dem Fahrrad durch den Tunnel

„Der Bau des Rheinufertunnels ist eines der größten Verkehrsberuhigungsprojekte, das die Stadt gesehen hat. Der Bau war exakt die richtige Entscheidung. Früher hat eine Hochstraße den neuen Landtag vom übrigen Düsseldorf getrennt. Düsseldorf setzt seine kluge Stadtentwicklung politisch fort. Herzlichen Glückwunsch dazu“, gratulierte NRW-Finanzminister Lutz Lienenkämper zum Jubiläum.

Viele Menschen waren gleich zur Eröffnung am Tunnelmund in Höhe Fritz-Roeber-Straße gekommen, um zu Fuß oder mit dem Rad den – an diesem Tag für den Autoverkehr gesperrten – Rheinufertunnel zu erobern. Die ersten Radfahrer konnten die für sie reservierte Röhre in voller Länge durchqueren, um dann zu wenden und zum Ausgangspunkt zurückzufahren. Die Fußgänger gingen von dort aus durch eine separate Tunnelröhre bis zum Notausgang in Höhe Burgplatz.

Dort gelangten sie auf die Promenade, den eigentlichen Star an diesem Tag. Auf Bühnen und Pagodenzelte wurde bewusst verzichtet. Stattdessen gratulierten Veranstalter bekannter Formate, die im Jahresverlauf am Rheinufer zu finden sind, mit Abordnungen: Die Destination Düsseldorf war mit dem Frankreichfest und dem Oldtimer-Festival „Tour de Düsseldorf“ vertreten. Schmucke Oldtimer wiesen auf die einstige Rheinuferstraße hin. An den Ständen des Frankreichfestes erwarteten die Besucher kulinarische Genüsse. Spannend und schräg: Der Japan-Tag zeigte bei einer Modenschau verschiedene Cosplay-Charaktere. Als Gruß von „Radaktiv – dem Düsseldorfer Fahrrad-Tag“ standen am Unteren Rheinwerft Mini-Fahrräder für Kinder bereit. Spiel- und Sportbusse, die den Weltkindertag repräsentieren, boten ebenfalls Spaß und Spiel für das jüngste Publikum. Der Verein Altstadt-Marketing wies mit „Bookinisten“, Antiquare, die Leseschätze und Schnäppchen präsentierten, auf die beliebte Büchermeile hin, die alljährlich das Rheinufer bereichert. Ein Lese-Café lud zum Ausruhen und Schmökern ein.

Tanzen, Volleyball und Street-Racket

Mitmachen war beim Tunnelfest sehr angesagt: Street-Racket auf dem Apolloplatz, eine neue Fun-Sportart, die ohne große Hilfsmittel auskommt, wurde dort dem Publikum präsentiert. Das zeitgleich stattfindende Beachvolleyball-Turnier war beim Tunnelfest mit eingebunden worden: Auf den Courts am Mannesmannufer konnten die Festbesucher den Profi-Beachern nicht nur beim Training zuschauen. Volleyball-Fans konnten vielmehr die Gelegenheit nutzen, selbst ein paar Bälle zu schlagen.

Die Spielgemeinschaft Mariensäule lud alle Besucher am Mannesmannufer dazu ein, Boule, „die“ Promenadensportart schlechthin, auszuprobieren. Dort hieß es: Wer kommt dem Schweinchen – der Zielkugel, aus dem Französischen: „cochonnet“ – am nächsten?

Höhepunkt für Tanzfreunde: Beim Jubiläumsfest wurden drei Tanzflächen angeboten. Am Unteren Rheinwerft lockten (latein-)amerikanische Rhythmen zwischen Salsa und Swing, mit „Salsa Maxx“ und der Tanzschule Dresen. Am Mannesmannufer bot der Tanzclub Düsseldorf unter anderem „Kidsdance“. Für viele Fans ein besonderer Höhepunkt: Der bekannte Tanztrainer Roman Frieling forderte am Apolloplatz zu Disco-Fox und Co auf.

Auch 20 Straßenkünstler waren mit dabei

Tolle Aktion: 20 Straßenkünstler waren beim Tunnelfest mit von der Partie. Singer-Songwriter, Bands, Artisten und Bauchredner stellten sich zum Teil erstmalig einem größeren Publikum. Die Besucher konnten unter ihnen den „Promenaden-Star“ auswählen.

Eine Open Air-Ausstellung auf der Promenade, zwischen Schul- und Thomasstraße, zeigte zum einen mit historischen Fotos die Wandlung des an der Altstadt gelegenen Rheinufers. Die Schau weist zum anderen aber auch mit Plänen zukünftiger Projekte darauf hin, dass sich Düsseldorf nach wie vor im Wandel befindet. Am Mittag trafen dort Oberbürgermeister Thomas Geisel, Tunnelbauer Erich Waaser und Tunnelarchitekt Niklaus Fritschi sowie weitere Zeugen aus der Zeit des Tunnelbaus zu einem lockeren Austausch zusammen.

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