Wettbewerb

Abriss der Gnadenkirche: Einfamilienhäuser geplant

Foto: NRZ_Kai Kitschenberg

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Taxifahrt zum Gottesdienst an der Heyestraße zum Sondertarif, Kindergarten-Neubau direkt an der Dreherstraße.

15 zweigeschossige Einfamilienhäuser werden in etwa zwei Jahren dort stehen, wo heute noch die Gnadenkirche zum Gottesdienst einlädt. Die Evangelische Gemeinde trennt sich von dem fast 8 000 Quadratmeter großen Grundstück an der Dreherstraße und schreibt einen Investorenwettbewerb aus. Interessenten gebe es bereits, sagte Projektbetreuer Thomas Deilmann gestern. Der Architekt hat kürzlich erst den Umbau der Johanneskirche begleitet.

Wer später seinen Kindern zeigen will, wie die Gnadenkirche das Jugendheim und das Pfarrhaus aussahen, sollte die Gebäude möglichst bald im Foto festhalten. Denn im nächsten Jahr werden alle drei Gebäude auf Kosten der Gemeinde abgerissen. Baureif und frei von Altlasten wird sie das Gelände an den Gewinner des Wettbewerbs überreichen. Ein Preisgericht entscheidet am 19. Juni, wer das Rennen gewinnt.

In der Gemeinde (2400 Mitglieder) herrsche natürlich großes Bedauern über den Abriss der 1957 errichteten Kirche, sagt Pastor Heinrich Fucks. „Aber die Zeiten haben sich grundlegend geändert.” Der Sparkurs diktiere die Entscheidungen. Etwa zwei Millionen Euro ist das Gelände wert. Mittel, die für die Erweiterung an der Gustav-Adolf-Kirche gebraucht werden. Dort wird sich das evangelische Gemeindeleben künftig konzentrieren.

Wer die großen Veranstaltungen dort besuchen will, kann zum Sondertarif mit dem Taxi zur Heyestraße fahren. „Der Vertrag mit dem Unternehmen ist schon abgeschlossen”, so Pfarrerin Cornelia Oßwald: „Die Gemeindemitglieder sind an weite Wege gewöhnt. Denn der Bezirk reicht bis zum Staufenplatz.”

Aber auch an der Dreherstraße soll es weiterhin Angebote geben. Gottesdienste sind im DRK-Heim geplant, die Frauenhilfe wird sich vermutlich in einem Caf´e´ treffen. Erhalten bleibt die evangelische Kindertagesstätte mit drei Gruppen. Für sie ist im Zuge der Umstrukturierung ein Neubau geplant, allerdings nicht am jetzigen Standort Lohbachweg, sondern direkt an der Dreherstraße.

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