Bier-Reklame

Ärger in der CDU wegen Kritik an Füchschen-Werbung

Füchschen-Chef Peter König kann die Kritik an seinem Werbemotiv nicht nachvollziehen.

Füchschen-Chef Peter König kann die Kritik an seinem Werbemotiv nicht nachvollziehen.

Foto: Andreas Bretz

Düsseldorf.  Düsseldorfer Landtagsabgeordnete äußern sich kritisch über Vorgehen von Parteikolleginnen aus dem Landtag. Die Werbeagentur verteidigt ihr Plakat.

Zwei Düsseldorfer Landtagsabgeordnete distanzieren sich von dem Brief, den 14 Parlamentskolleginnen an Füchschen-Chef Peter König geschrieben haben. Angela Erwin sagt, sie hätte den Protestbrief nicht unterschrieben. Sie halte das Werbemotiv, das aus Sicht der Politikerinnen aus verschiedenen Fraktionen sexistisch ist, durchaus für diskussionswürdig.

„Der Vorstoß war nicht abgesprochen“

Aber dann rufe ich lieber an und kläre das in einem Gespräch“, so Erwin. Dass Peter König verärgert ist, von dem Schreiben aus der Presse erfahren zu haben, könne sie nachvollziehen. Das habe sie ihren Parteifreundinnen auch gesagt. Landtagskollege Olaf Lehne kündigt an, das Thema nach der Sommerpause in der Fraktion anzusprechen. „Das ist die kleinkarierteste Diskussion, die wir je hatten“, sagt er. „Werbung muss provozieren dürfen.“ Der Vorstoß sei nicht abgesprochen gewesen.

Seit Tagen wird diskutiert über das aktuelle Werbeplakat, das eine Fuchs-Frau zeigt, die in aufreizender Kleidung und mit gespreizten Beinen auf einem Grill schaukelt. „Medium rare oder richtig durch nehmen?“, heißt es dazu. Zuerst hatte sich das Gleichstellungsbüro im Düsseldorfer Rathaus beschwert. Dann zog der Gleichstellungsausschuss des Landtags nach. Alle 14 weiblichen Mitglieder haben unterschrieben, der männliche Vertreter der AfD blieb außen vor. „Die Inszenierung der Füchsin als reines Sexobjekt ist offenkundig“, heißt es in dem Schreiben. Die Politikerinnen fordern König auf, zu überlegen, ob er das Plakat weiter nutzen will. „Selbstbewusste Frauen, die durchaus auch ihren Füchschen-Kasten selbst tragen können, haben Sie damit sicherlich nicht abgeholt.“ Auch der Werberat befasst sich mit dem Thema.

FDP-Frau hatte den Brief formuliert

FDP-Politikerin Susanne Schneider hat den Brief formuliert. Sie bedauert, dass Peter König über die Medien davon erfahren hat. Schneider sagt, sie rege sich sicher nicht bei jeder Gelegenheit auf, die Diskussion um ein angeblich sexistisches Werbeplakat für eine Leichtathletik-Veranstaltung in Düsseldorf etwa habe sie nicht nachvollziehen können. „Aber dieses Motiv war auch mir zu viel.“ Schneider verweist auf die vielen Opfer von sexueller Gewalt. Im Ausschuss habe über die Einschätzung schnell Einvernehmen bestanden, auch mit den CDU-Mitgliedern.

Die Agentur verteidigt hingegen das Motiv. Man sei seit zwei Jahren vom Füchschen engagiert und habe auf zehn Motive extrem gute Resonanz erhalten, obgleich man diese für leicht sexistisch halten könne, sagt Chef Dieter Castenow. Das umstrittene Plakat bewege sich an einer Grenze, „aber man soll doch nicht anhand dieses Motivs über türkische Onkelehen oder Vergewaltigungen diskutieren“. Das Füchschen stehe für charmant-frivole Werbung, dabei werde es bleiben. Castenow hat ein neues Motiv mit König abgestimmt, das auf die Debatte mit Gelassenheit reagiere. Der Slogan: „Füchschen: Gleichbierechtigung für alle“.

Zwei Agenturen, die zuvor für die Brauerei tätig waren, betonten derweil, dass sie nicht hinter dem Motiv stecken. Die Agentur Neuezeiten schreibt bei Facebook, ihre Motive hätten mehr Sympathien erzeugt als die nun diskutierte „ethisch bedenkliche ,Fleischbeschau’“. Füchschen-Chef König sagte dazu unserer Redaktion, das sei die typische Reaktion einer Agentur, die einen Auftrag verloren habe.

Aufkleber auf dem Füchsen-Plakat

Nach der Politik machen jetzt auch Anwohner in Düsseldorf ihrem Ärger Luft: Ein Füchsen-Werbeplakat auf einer Litfaßsäule wurde mit Aufklebern versehen, ein Foto davon im Internet kontrovers diskutiert.

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