AirBnB-Protest

Aktion gegen Kurzzeit-Vermietung in Düsseldorfer Wohnung

Allein in Düsseldorf gibt es mehrere Tausend Wohnungen, die über Portale wie Airbnb oder Booking.com angeboten und dem regulären Wohnungsmarkt der Landeshauptstadt entzogen werden.

Allein in Düsseldorf gibt es mehrere Tausend Wohnungen, die über Portale wie Airbnb oder Booking.com angeboten und dem regulären Wohnungsmarkt der Landeshauptstadt entzogen werden.

Foto: Jens Kalaene / dpa

Düsseldorf.  Das „Bündnis für bezahlbaren Wohnraum“ will Vermietungspraktiken in Düsseldorf aufdecken. Die Aktion richtet sich gegen Portale wie AirBnB.

Am Donnerstag protestiert ab 15 Uhr das Düsseldorfer „Bündnis für bezahlbaren Wohnraum“ gegen die Zweckentfremdung von Wohnraum in einer AirBnB-Wohnung im Stadtteil Oberbilk. Das Bündnis hat dazu selbst eine Wohnung über die Internet-Plattform angemietet, sagte Johannes Dörrenbächer vom „Bündnis für bezahlbaren Wohnraum“.

In dem Haus werden ein Drittel der Wohnungen kurzzeitmäßig vermietet

In dem Haus, dessen Adresse noch nicht mitgeteilt wurde, werden sieben Wohnungen über die Vermietungsseite AirBnB im Internet kurzzeitmäßig vermietet. „Das sind ein Drittel aller Wohnungen in diesem Haus“, so Dörrenbächer. Wohnungen, die dem regulären Düsseldorfer Wohnungsmarkt entzogen werden.

Tausende Wohnungen in Düsseldorf gegen dem Wohnungsmarkt verloren

„Über Internetplattformen wie AirBnB oder Booking.com bieten Vermieter und Untervermieter in Düsseldorf mehrere Tausend Wohnungen an. Das ursprüngliche Ziel von AirBnB, die selbst genutzte Wohnung beispielsweise während des Urlaubs unterzuvermieten, verfolgen viele Anbieter heute nicht mehr“, sagt auch Iris Rademacher vom „Bündnis für bezahlbaren Wohnraum“. Deswegen stehen bei der Protestaktion am Donnerstag Wohnungen im Fokus, die rein gewerblich und ganzjährig zu hohen Preisen angeboten werden. „Eine Wohnung mit 55 Quadratmetern zu einem monatlichen Preis von 3400 Euro sind dabei keine Seltenheit“, heißt es vom Bündnis.

Am 29. August soll im Düsseldorfer Stadtrat eine Zweckentfremdungssatzung verabschiedet werden, die wirkungsvolles Instrument gegen diese Problematik und gegen Leerstand sein sollte. Der Antrag der Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP beinhaltet für das Bündnis für bezahlbaren Wohnraum jedoch mehrere missverständliche Formulierungen, die befürchten lassen, dass das Geschäft mit den AirBnB-Wohnungen nicht gestoppt werde: „So ist davon auszugehen, dass bei Inkrafttreten der Satzung lediglich die neu umgewandelten Wohnungen anmeldepflichtig werden. Wohnungen, die bereits als reine AirBnB-Wohnungen bestehen, könnten so weiter vermietet werden.“

Praktiken einer Düsseldorfer Vermieterin sollen aufgedeckt werden

Das Bündnis für bezahlbaren Wohnraum plant daher im Rahmen der Protestaktion eine AirBnB-Vermieterin und ihre Vermietungspraktiken in Düsseldorf offenzulegen. Gleichzeitig wird der Stadtrat aufgefordert, diese Praktiken zu beenden: „Wir fordern eine tatsächlich wirksame Zweckentfremdungssatzung, die das gewerbliche Vermieten von Ferienwohnungen beendet. Für die Umsetzung der Satzung ist genügend Personal mit den entsprechenden Kompetenzen notwendig, damit Kontrollen der Stadtverwaltung erfolgreich sind.“ Vor allem müsse es eine klare Kante gegen die Anbieter geben, die schon heute Wohnraum zweckentfremden. In keinem Fall dürfe es zu einem Bestandsschutz für AirBnB-Wohnungen kommen“, sagt Johannes Dörrenbächer.

Treffpunkt für die Protestaktion in einer AirBnB-Wohnung am Donnerstag, 15. August, ist um 15 Uhr an der Kölner Straße/Ecke Schmiedestraße im Düsseldorfer Stadtteil Oberbilk. (gömi)

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben