Karneval

Als Düsseldorfer das erste Mal auf einem Zug-Wagen

Gleich geht es los! Götz Middeldorf (links) und Stephan Wappner auf dem NRZ-Wagen.

Foto: Kai Kitschenberg

Gleich geht es los! Götz Middeldorf (links) und Stephan Wappner auf dem NRZ-Wagen. Foto: Kai Kitschenberg

Düsseldorf.   Einmal beim Zoch auf einem Wagen und nie wieder davon herunter wollen: So ging es unserem Düsseldorfer Redakteur Rosenmontag auf dem NRZ-Wagen.

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Das mit dem Karnevalsprinz aus Oberhausen-Osterfeld war wirklich zum Schreien. Dubby I. hat doch tatsächlich statt Kamelle sein Handy vom Wagen aus in die Menge gefeuert. Kann passieren. Ich weiß jetzt auch, warum. Das ist der Rausch. Ich hab mein Handy gestern zuhause gelassen. Zum Glück.

"Kante zeigen": Die NRZ beim Rosenmontagszug in Düsseldorf

Mehr als 8.000 Teilnehmer liefen beim Rosenmontagszug in Düsseldorf mit. Zum ersten Mal war die NRZ mit einem Mottowagen dabei.
"Kante zeigen": Die NRZ beim Rosenmontagszug in Düsseldorf

Ich bin schon 47 Jahre lang Düsseldorfer. Aber diesmal durfte ich zum ersten Mal mit auf einen Wagen beim Rosenmontagszoch – auf den NRZ-Wagen. Zum ersten Mal Teil des närrischen Lindwurms sein. Früher stand ich immer in der Menge, irgendwo am Ende des Zochs in Bilk, bekam aber oft vom ganzen Spaß nur noch wenig mit. Und das hatte meist alkoholische Gründe.

Das Adrenalin schießt durch die Decke

Diesmal also auf dem von Jacques Tilly gebauten NRZ-Wagen. Nummer 68 – zwischen den Utzbrüdern, der KG Regenbogen und anderen jecken Gesellschaften. Aufstellung auf der Corneliusstraße. Einmal im Jahr machen dort die Menschen ihre Fenster auf. Wenn die Straße für Karneval gesperrt ist und sich der Feinstaub endlich verdünnisiert. Zwei Stunden warten, man schunkelt sich warm, die Mottowagen ziehen vorbei: Merkel als Schwarze Witwe, Nahles als boxende SPD-Proletin. Hammer. Unser überragender Conférencier René Le Riche grüßt zahlreiche Menschen auf zahlreichen Vereinswagen. Man kennt sich eben.

Und dann geht es los, und das Warten hat sich sowas von gelohnt. Denn sobald der Wagen rollt, und einem die Menschen am Straßenrand zujubeln, geht das Adrenalin durch die Decke.

Die Kinder mit Süßem zugemüllt

Schon zwei Ecken weiter haben sich meine Kinder mit ihren Freundinnen postiert. Sie sind stolz, dass der Papa auf einem Wagen mit dabei ist, klar. Mein Kollege Götz Middeldorf und ich müllen sie mit Gummibärchen, Schokoriegel, Bonbons und anderem Süßzeug zu. Die Jüngste steht danach bis zu den Knöcheln in Zuckerware. Zum Glück gab es keine Verletzten.

Es geht weiter über die Kö und Heine-Allee, an der Oper vorbei, dann am Andreasquartier entlang – dem „teuersten Sozialbau Deutschlands“ (Le Riche) – und schließlich kurvt unser Wagen auf den Marktplatz. Da sitzen sie auf der Promi-Tribüne: der OB, der Polizeipräsident, der Stadtdirektor, und, und, und. Die Stimmung auf dem grünen Wagen erreicht ihren Siedepunkt, ich schaue mich zur restlichen Besatzung um. Einer – ich nenne jetzt mal keinen Namen – schmeißt derart enthusiastisch Kamelle, dass er fast selbst über Bord geht. Haha. Nochmal gut gegangen.

Allmächtig auf dem Zoch-Wagen

Weitere Höhepunkte: die Carlstadt und der Ausklang auf der traditionell mit Menschen übersäte Friedrichstraße. Kinder und Jugendliche, aber auch viele ältere Menschen freuen sich auch hier aufrichtig, wenn man sie beim Süßigkeiten verschenken berücksichtigt werden. Man bekommt Allmachtsphantasien da oben auf dem Wagen, aber damit kann man umgehen.

Kurzum: Es war ein unvergessliches Erlebnis. Das wird auch so bleiben, wenn das Adrenalin wieder im Keller und der Schweiß (vom Werfen) getrocknet ist. Aber ich werde wohl über Aschermittwoch hinaus Muskelkater haben...

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