Infektion

Angst vor der Schweinepest in Garath und Ludenberg

Wildschwein hinter Gittern – das Veterinäramt hat u.a. die Gatter im Grafenberger Wildpark untersucht.

Foto: Bretz

Wildschwein hinter Gittern – das Veterinäramt hat u.a. die Gatter im Grafenberger Wildpark untersucht. Foto: Bretz

Wegen der drohenden Gefahr durch die afrikanische Schweinepest kontrollieren Gesundheits- und Veterinäramt Wildschweingatter in Düsseldorf.

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Düsseldorf-Ludenberg/ Garath. Die drohende afrikanische Schweinepest ist auch eine Gefahr für die Wildschweine in den beiden Düsseldorfer Gehegen. Das Veterinäramt hat jetzt die beiden Gatter, eines im Grafenberger Wildpark in Ludenberg und eines im Düsseldorfer Süden, vorsorglich überprüft. „Eine Gefahr der Übertragung der Schweinepest besteht beim Kontakt infizierter Tiere mit denen in Gefangenschaft“, sagt Amtstierarzt Klaus Meyer. Daher habe er sich einen Überblick darüber verschafft, wie sicher die Zäune in den Gehegen sind. Es hat dabei aber keinerlei Beanstandungen gegeben. „Die beiden Betreiber haben lange Erfahrung mit den Zäunen, alles ist einwandfrei“, sagte Meyer im Gespräch mit unserer Redaktion. Zäune für Wildschweingehege müssen viel stabiler sein als solche für Kühe oder Schafe, weil diese in der Lage sind, sich auch tief in den Boden zu wühlen und die Absperrungen so zu überwinden.

Auch die Speiseabfälle können sich Tiere infizieren

Eine zweite Möglichkeit für die Wildschweine, sich mit der Krankheit zu infizieren, ist über die Aufnahme von Speiseabfällen. „Das ist natürlich weit schwieriger zu überwachen als die Zäune“, sagt der Amtstierarzt. Laut seinen Aussagen plant der städtische Tierpark im Grafenberger Wald daher in naher Zukunft Futterautomaten vor Ort aufzustellen. Dort können Besucher dann Leckereien für die Wildschweine kaufen, was sie davon abhalten soll, die Tiere mit Speiseresten aus dem Haushalt zu füttern. In anderen Regionen werden zurzeit umfangreiche Bio-Sicherheitsmaßnahmen ergriffen, um Schweinemastbetriebe vor einer möglichen Infektion zu schützen. Das ist laut dem Amtstierarzt in Düsseldorf nicht notwendig, weil die Zahl der von Bauern als Haustiere gehaltenen Schweine gering sei.

Dankwart von Dörnberg betreibt in Garath privat ein Wildschwein-Gatter auf einer Fläche von mehr als 280 Hektar. „Schon seit langem weisen wir mit Schildern darauf hin, dass Menschen keine Hausabfälle an die Wildschweine verfüttern sollen. Ich appelliere angesichts der afrikanischen Schweinepest, die in Osteuropa grassiert, eindringlich an die Bevölkerung, die Tiere nicht zu füttern“, sagt Dörnberg. Innereien erlegter Tiere bringt der Jäger zur Tierkörperbeseitigung.

Mehr Wildschweine sollen abgeschossen werden

Der Bauernverband hat die Jäger in Deutschland aufgerufen, mehr Wildschweine als sonst zu schießen, um eine mögliche Ausbreitung der Seuche zu verhindern oder zumindest zu Bremsen. In Dörnbergs Gehege wurden in der bald endenden Jagdsaison bereits 85 Wildschweine erlegt, mehr als doppelt so viel wie in anderen Jahren. Verstärkt wurden jüngere Tiere mit einem Gewicht von 30 Kilogramm erlegt. Von einem allzu radikalen Abschuss hält der Förster allerdings nichts. Es sei wichtig, die familiäre Struktur mit den Muttertieren, Bachen genannt, als Anführerinnen zu erhalten. Dann seien die Wildschweine widerstandsfähiger gegen jegliche Krankheiten.

Die afrikanische Schweinepest kann nicht auf den Menschen übertragen werden. Haus- und Wildschweine sind aber gleichermaßen empfänglich für das Virus, teilt der Deutsche Jagdverband mit. Infiziertes Schweinefleisch ist völlig ungefährlich für den Menschen und könnte gegessen werden.

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