Initiative

Antifaschistisches Bündnis in Düsseldorf-Eller gegründet

Auf dem Gertrudisplatz in Düsseldorf-Eller findet am Samstag, 9. Februar, eine Demo gegen Rechts statt.

Auf dem Gertrudisplatz in Düsseldorf-Eller findet am Samstag, 9. Februar, eine Demo gegen Rechts statt.

Foto: Endermann

Düsseldorf.   Nach „Spaziergängen“ der rechten Bruderschaft Deutschland durch den Düsseldorfer Stadtteil Eller haben dort die Bürger die Nase voll.

Unter großer Beteiligung vieler Bürger, Initiativen und Organisationen aus Eller und darüber hinaus gründete sich am vergangenen Dienstag im Bürgerhaus Eller eine Bürgerinitiative gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit. Neben Mitgliedern der Bezirksvertretern 8 beteiligten sich Parteien, Organisationen, Kirchen, Schulen, Jugendzentren und Initiativen. Unter dem Namen „Eller Tolerant und Weltoffen“ entsteht damit ein breites gesellschaftliches Bündnis gegen die zunehmende Präsenz der rassistischen Szene in Eller.

Bruderschaft Deutschland marschiert durch Eller

Initiiert wurde das Bündnis von Astrid Bönemann (SPD), Lutz Pfundner (Linke) und Herbert Schedlbauer (Verdi). Hintergrund sind die sogenannten „Spaziergänge“ der extrem rechten „Bruderschaft Deutschland“. Bis zu drei Dutzend Mitglieder marschierten seit Oktober durch Eller. Ausgerüstet mit T-Shirts mit der Aufschrift „Bruderschaft Deutschland“ und einer Faust, die drohend in die Richtung des Betrachters zielt. Auch der Wirt der Fuchsjagd, Thomas Papagrigoriou, stellt sich gegen die Bruderschaft. Der Wirt will in seinem Lokal keine Rechten sehen. „Wir wollen das nicht mehr hinnehmen“, so Lutz Pfundner. Daher habe man sich zusammengesetzt und überlegt, wie man gegen die Rechten vorgehen kann. Daraus ist nun das antifaschistische Bündnis entstanden.

Erstes Treffen mit über 30 Personen

Beim ersten Treffen am Dienstag (5. Februar) sind mehr als 30 Leute gekommen. „Das ist ein guter Start. Wir sind sehr optimistisch, dass es noch mehr werden.“. Geplant ist nun sich regelmäßig zu treffen und stärker in der Öffentlichkeit präsent zu sein.

Denn die Bruderschaft war auch Gegenstand einer Antwort auf die kleine Anfrage ans Innenministerium NRW vom 19. Januar. Aus der geht hervor, dass die Bruderschaft Deutschland deutliche Nähe zu Rechtsextremen aus verschiedenen Gruppierungen aufweist. Mitglieder der Bruderschaft Deutschland stammen aus der subkulturellen rechtsextremen Szene.

Kein Platz für Rassismus

In dem Aufruf an die Bevölkerung im Stadtbezirk 8 erklären Pfundner und die Initiative unter anderem: „Wir wollen es nicht zulassen, dass Eller ein Tummelplatz für Rassisten wird. Unser breites Bündnis gegen diese Entwicklung zeigt, dass die Bevölkerung insgesamt sich für Toleranz und Weltoffenheit in Eller einsetzt. Wir brauchen weder rechtsradikale ‘Ordnungshüter’ noch rassistisches Gedankengut.“

Am Samstag, 9. Februar, findet ab 13 Uhr auf dem Gertrudisplatz eine Demo gegen Rechts statt.

Wichtiges Zeichen für und aus Eller – Kommentar von Stephan Wappner 

Widerstand gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit sollte Bürgerpflicht sein. Von daher ist es eigentlich keine gute Nachricht, dass sich in Eller ein antifaschistisches Bündnis gründen muss, damit sich der Stadtteil als Kollektiv irgendwelchen Schwachköpfen entgegen stellt. Andererseits jagen die selbst ernannten „Ordnungshüter“ der so genannten „Bruderschaft“ vielen Menschen auf der Straße Angst ein. Und so setzen die Leute um Bönemann und Pfundner dann doch ein wichtiges Zeichen: keinen Meter Platz für braunen Brei. Oder wie der römische Dichter Ovid schon schrieb: „Wehret den Anfängen!“

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