Düsseldorf/Essen. . Düsseldorfs DGB-Chefin Sigrid Wolf zeigt sich solidarisch mit den Streikenden. Verdi-Chef Frank Bsirske übt Kritik an Klinik-Leitung.

Im Konflikt zwischen den Leitungen der Universitätskliniken Düsseldorf und Essen und der Gewerkschaft Verdi startet die Landesregierung einen Vermittlungsversuch. Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann haben die Gesprächspartner zu einem Vermittlungsgespräch eingeladen. Ziel soll sein, die festgefahrenen Gespräche wieder in Gang zu bringen und zu einer Einigung zu führen. „Ein entsprechendes Einladungsschreiben wurde am Donnerstag versandt“, hieß es aus der Staatskanzlei.

„Obwohl sich die Partner offenbar inhaltlich schon sehr weit angenähert haben, liegen die Gespräche derzeit auf Eis. Wir möchten wieder Bewegung in die Gespräche bringen und auch darüber sprechen, ob die Moderation durch eine neutrale Person ein Weg sein kann, um eine allseits befriedigende Lösung des Konflikts zu finden“, erklärte Laumann. Ministerin Pfeiffer-Poensgen sagte: „Pflegekräfte, medizinisches Personal sowie Patientinnen und Patienten der betroffenen Kliniken erwarten nun zu Recht, dass endlich eine Einigung erzielt wird.“

DGB solidarisch mit den Streikenden in Düsseldorf und Essen

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Düsseldorf zeigt sich solidarisch mit den streikenden Pflege-Mitarbeiter der Universitätskliniken in Düsseldorf und Essen. „Wir fordern nochmals die Uniklinik-Leitung auf, endlich mit akzeptablen Angeboten zur Entlastung der Beschäftigen an den Verhandlungstisch zurückzukehren“, sagte Sigrid Wolf, DGB-Vorsitzende in Düsseldorf und Regionsgeschäftsführerin des DGB für Düsseldorf und das Bergische Land. „Falsche Behauptungen und Unwahrheiten verschärfen den Konflikt nur. Die Leitung der Uni-Klinik stehen in der Verantwortung zum Wohle der Patienten und der Beschäftigen endlich einzulenken.“

Düsseldorfs DGB-Chefin fordert Entlastung des Personals

Sie appelliert an Ministerpräsidenten Armin Laschet zu vermitteln, damit der Konflikt zwischen Klinikleitung und Streikenden endlich beendet werden kann. Dies gehe aber nur mit Angeboten zur Entlastung für das Personal. „Wer sich wirklich um das Wohl der Patienten sorgt, muss auch dafür Sorge tragen, dass die Menschen, die sie pflegen unter guten Arbeitsbedingungen ihre Job machen können, nicht total überlastet sind und nicht selber krank werden“, so Sigrid Wolf. „Skandalös sind der zu geringe Personalschlüssel, Auszubildende werden als volle Arbeitskräfte eingesetzt, Nachtschichten sind hoffnungslos unterbesetzt. Gesetzlich vorgeschriebene Pausen können nicht genommen werden.“

Personal leistet „verantwortungsvolle, engagierte Arbeit am Menschen

Wolf betonte, dass das Personal arbeitet für die Patienten, die ihnen anvertraut werden, arbeiten: „Sie leisten verantwortungsvolle, engagierte Arbeit am Menschen, gehen aber zum Teil selbst am Krückstock - oder suchen sich andere Arbeitsstellen.“ Ihr Fazit: „Wer gutes Fachpersonal halten und gewinnen will, muss gute Bedingungen und Angebote an die Beschäftigten machen. Hier ist in der Vergangenheit viel versäumt worden und es muss dringend Abhilfe geschaffen werden - das wäre verantwortungsvoll!“

Verdi-Chef Frank Bsirske
Verdi-Chef Frank Bsirske © oH

Bsirske übt harsche Kritik an den Arbeitgebern

Unterdessen hat in der Tarifauseinandersetzung um eine Aufstockung des Pflegepersonals an der Uniklinik Düsseldorf Verdi-Chef Frank Bsirske harsche Kritik an den Arbeitgebern geübt. Die Klinikleitung und die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) hatten am Dienstag zwar einer Aufstockung des Personals um 100 Stellen zugestimmt, wollten diese jedoch per Dienstvereinbarung fixieren. Verdi pocht dagegen auf einen Tarifvertrag.

„Die haben uns faktisch den Stuhl vor die Tür gestellt“

Bsirske sagte der Rheinsichen Post, TdL und Klinikleitung hätten ein Papier vorgelegt, in dem Verdi als Vertragspartner gar nicht mehr vorgekommen sei: „Die haben uns faktisch den Stuhl vor die Tür gestellt. Damit eskalieren sie den Streit.“ Die unbefristeten Streiks würden fortgesetzt, Verdi bleibe aber gesprächsbereit. Bsirske nannte das Vorgehen der Klinikleitung „eine bewusste Provokation“.

Ein solch aggressiver Akt könne nach Lage der Dinge nur in der Eskalation enden. „Die Klinikleitung sollte sich keinen Illusionen hingeben: Dieser Streik wird mit einem Erfolg der Streikenden enden. Unsere Leute haben nach jahrelangem, stillem Ertragen die Nase gestrichen voll und wollen die Überlastung nicht länger hinnehmen. An Stelle der Uniklinik würde ich das sehr ernst nehmen.“ (gömi)