Diakonie

Ausstellung bringt Lebenswelt von Flüchtlingen näher

Die Kinder der OGS Elsa-Brandström lernen in der Ausstellung viel über Flüchtlingskinder und Kinderrechte.

Die Kinder der OGS Elsa-Brandström lernen in der Ausstellung viel über Flüchtlingskinder und Kinderrechte.

Foto: Katharina Gilles

Düsseldorf.  Die Düsseldorfer Diakonie stellt ein Zimmer einer Flüchtlingsunterkunft nach. Kinder sollen mit der Ausstellung ein besseres Verständnis lernen.

In einer Ecke steht ein Einzelbett, daran schließt sich ein Etagenbett an. Ein einfacher grauer Spind, ein Tisch und eine kleine Kochecke mit Herdplatten und einem Wasserkocher – so oder so ähnlich sieht die Ausstattung in einer Unterkunft für geflüchtete Menschen aus. Sie ist ausreichend, aber nicht mehr. Die Menschen wohnen hier auf engsten Raum zusammen, eine wirkliche Privatsphäre gibt es nicht – und Platz um Kind zu sein eigentlich auch nicht. Kein Wunder, dass Kinder aus geflüchteten Familien äußerst selten Freunde dorthin einladen.

Schulklassen und Kindergruppen werden durch Ausstellung begleitet

Darum haben sich die Mitarbeiterinnen des Diakonie-Projektes „Kinderschutz in Flüchtlingsunterkünften“ in Düsseldorf etwas anderes ausgedacht, um Kindern die Lebenswelt ihrer geflüchteten Schulkameraden näherzubringen. Sie haben dafür ein Zimmer einer Flüchtlingsunterkunft in den Räumlichkeiten an der Höhenstraße 83 nachgebaut. Vor Ort begleiten sie Schulklassen und andere Kindergruppen pädagogisch durch die Ausstellung. „In der Ausstellung wohnt eine fiktive Familie – ein Vater mit zwei Töchtern“, erklärt Ute Lea Reinecke, die das Projekt begleitet.

Möglich wurde die Ausstellung durch ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro. Das Projekt wurde mit dem Hanse-Merkur-Preis für Kinderschutz ausgezeichnet.

Kinderrechte als Thema für das gesamte Schuljahr

An diesem Morgen besucht die OGS Elsa-Brandström die Ausstellung im Rahmen ihrer Ferienaktivitäten. Zwölf Schüler der Klassen 2 bis 4 haben sich auf den Betten versammelt. Es geht um das Thema „Kinderrechte“, die Schüler bekommen „Sprechblasen“ auf denen Aussagen der fiktiven Familie stehen, wie etwa, dass Tochter Janina sich ein Bett mit ihrer Schwester teilen muss und sich nach einem eigenen sehnt. Oder dass die beiden Kinder ihre Mutter vermissen, die nicht mit in der Unterkunft ist, weil die Familie auf der Flucht auseinander gerissen wurde. Die Aufgabe der Schüler ist es wiederzugeben, was den Flüchtlingskindern fehlt und welches Kinderrecht darauf zu trifft.

Denn Kinderrechte sind das Thema für das gesamte Schuljahr, so Karoline Gödde, Einrichtungsleiterin an der OGS in Unterrath. In Unterrichtsfächern wie Religion oder in der Freiarbeit wird u.a. vermittelt, was die Rechte überhaupt sind und das nicht immer jedes Kind geschützt wird. „Die Schüler bei uns sind in dem Thema aber echt fit“, so Gödde. Dennoch sei es immer gut zu vermitteln, dass Kinder auch für ihre Rechte „einstehen und dafür kämpfen“, so die Einrichtungsleiterin.

Und weil die Kinder der OGS so fit in dem Thema sind, kann eine Schülerin schnell zuordnen, dass die letzte genannte Sprechblase auf das „Recht auf Mama und Papa“ zutrifft.

Schüler finden Geschichten „traurig“

Bei den Gesprächen mit den Kindern fällt sofort aus, dass sie sich Gedanken über die Unterkünfte machen. „Die Zimmer sind sehr klein. Es könnte größer sein, damit die Kinder spielen können“, meint eine Neunjährige. Dass manche Flüchtlingskinder nur mit einem Elternteil hier sind, findet sie „sehr traurig“. Ein Junge kann sich auch nicht vorstellen mit der ganzen Familie in einem Raum zu wohnen.

Ein Siebenjähriger wiederum kennt aus der Nachbarklasse ein Flüchtlingskind, doch über das Thema gesprochen haben sie nicht. Er findet es aber nicht gut, dass Menschen aus Häusern und ihre Sachen zurücklassen müssen. Und eine andere stellt abschließend fest: „Hier wohnen die Menschen in schönen Wohnungen und sind damit nicht zufrieden – das sollten sie aber sein.“

  • Die Ausstellung geht noch bis Ende des Monats, kann aber bei Bedarf noch verlängert werden. Interessierte Schulen können sich unter 0211/56650283 melden.

Die Ausstellung geht noch bis Ende des Monats, kann aber bei Bedarf noch verlängert werden. Interessierte Schulen können sich unter melden.

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