Kultur

Ausstellung „We are part of culture“ im Hauptbahnhof

Zwei der Stelen, die momentan den Düsseldorfer Hauptbahnhof zieren.

Zwei der Stelen, die momentan den Düsseldorfer Hauptbahnhof zieren.

Foto: Katharina Gilles

Düsseldorf.   Die Diversity-Ausstellung „We are part of culture“ zeigt 30 homosexuelle Persönlichkeiten im Düsseldorfer Hauptbahnhof bis zum 18. März.

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16 große Stelen stehen nun im Düsseldorfer Hauptbahnhof. Auf ihnen: Gesichter und Geschichten – von Hollywood-Ikone Greta Garbo, Stil-Ikone Marlene Dietrich, vom Universal-Genie Leonardo da Vinci oder aber auch von der sehr präsenten Florence Nightingale. Insgesamt 30 Persönlichkeiten finden sich auf ihnen wieder – und sie alle haben etwas gemeinsam: ihre Liebe zum gleichen Geschlecht.

Ihre Geschichten werden in der Ausstellung „We are part of culture“ des gemeinnützigen Projekts „100% Mensch“ in Kooperation mit der Deutschen Bahn bis zum 18. März gezeigt. Gestern wurde die Ausstellung von Holger Edmaier, Geschäftsführer des Projektes „100% Prozent“ gemeinsam mit Bürgermeister Wolfgang Scheffler sowie Melanie Wenzelewski (Bahnhofsmanagement) eröffnet.

Breite Masse mit der Ausstellung erreichen

Dass gerade der Hauptbahnhof gewählt wurde, ist kein Zufall. „Das Thema liegt uns sehr am Herzen“, so Wenzelewski. An Bahnhöfen erreiche man „die breite Masse“. „Hier kommen immer Leute vorbei und bleiben stehen. Es ist immer jemand in der Ausstellung drin“, findet auch Holger Edmaier. Düsseldorf ist die vierte Station einer Tour, die insgesamt durch 20 Bahnhöfe gehen wird.

Dabei sind die einzelnen Porträts einfach gehalten. Verschiedene Künstler haben Bilder der jeweiligen Persönlichkeiten angefertigt, dazu gibt’s einen Text in vier Sprachen – Deutsch, Englisch, Russisch und syrisches arabisch. Die Sprache sei zudem bewusst einfach gehalten, so Edmaier.

Die Suche nach der Wahrheit

Die Menschen kommen zudem am Bahnhof auf gewisse Art zufällig mit dem Thema in Berührung. „Das war uns ganz wichtig. Wir wollten die Ausstellung nicht in ein Museum packen. Dort gehen dann nur Leute rein, die sich ohnehin mit der Thematik auseinandersetzen“, so Edmaier. Ebenfalls wichtig ist für ihn, dass es nicht „das Herauskramen schmuddeliger Bettgeschichten“ ist, sondern vielmehr um die Suche nach der Wahrheit geht. „Es ist wichtig zu zeigen, dass nicht nur heterosexuelle, weiße Männer Geschichte gemacht haben.“ Bestes Beispiel ist für ihn Alan Turing, der im Zweiten Weltkrieg die Enigma-Verschlüsselung geknackt hat. Er wurde aufgrund seiner Homosexualität einer chemischen Kastration unterzogen und nahm sich mit 42 Jahren das Leben. „Das spielt auch immer der Gedanke der verlorenen Potenziale eine Rolle. Was hätte dieser Mensch nicht noch alles für die Menschheit tun können?“ Mit so einem zerstörten Potenzial, zerstört sich auch die Gesellschaft, so

Edmaier.

Auch Bürgermeister Wolfgang Scheffler ist von der Ausstellung begeistert und ein Unterstützer. Er sieht auch in der heutigen Zeit noch viel Potenzial, Dinge besser zu machen und für die Gleichstellung und Respekt einzutreten: „Das Wort Respekt haben viele im Mund, aber noch nicht im Kopf.“

>> ZUKUNFT DES QUEER-FEMINISMUS

In der VHS Düsseldorf, Bertha-von-Suttner-Platz 1, Saal 1, findet am Donnerstag, 15. März, ein Gespräch mit dem Thema „100% Mensch-Talk: Zukunft-Queer-Feminismus“ statt. Ein Abend über Zukunft und Freiheit, Beißreflexe und Sprachverbote, Geschlechterkampf und Deutungshoheit heißt es in der Ankündigung.

Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr und geht etwa zwei Stunden. Die Teilnahme daran ist kostenlos.

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