Rheinbad

Bäder-Sondersitzung nach Düsseldorfer Rheinbad-Vorfällen 

Roland Kettler, der Chef der Bädergesellschaft Düsseldorf, steht nach den zweifachen Vorfällen im Rheinbad in der Kritik. Er hatte seinen Holland-Urlaub nicht unterbrochen, obwohl die Vorkommnisse bundesweit für Schlagzeilen in Medien sorgten.

Roland Kettler, der Chef der Bädergesellschaft Düsseldorf, steht nach den zweifachen Vorfällen im Rheinbad in der Kritik. Er hatte seinen Holland-Urlaub nicht unterbrochen, obwohl die Vorkommnisse bundesweit für Schlagzeilen in Medien sorgten.

Foto: Lars Heidrich

Düsseldorf.  Düsseldorfer Politik will es wissen: Ist das Bädermanagement richtig mit der Krise umgegangen? Bäder-Chef Kettler blieb nach Vorfällen im Urlaub.

Die skandalösen Vorkommnisse vom letzten Juni-Wochenende im Rheinbad in Düsseldorf werden in einer Sondersitzung des Aufsichtsrats der Bädergesellschaft aufgearbeitet. Peter Schwabe, der Vorsitzende des Kontrollgremiums, hat nach Informationen unserer Redaktion für kommenden Mittwoch eingeladen.

Dabei sollen die Geschehnisse rekonstruiert und auch die Frage beantwortet werden, ob das Bädermanagement mit der Krise angemessen umgegangen ist. Bereits im Düsseldorfer Stadtrat hatte es eine intensive Debatte gegeben, die Ratsleute hatten entsetzt auf die Aggression in dem Bad reagiert und gefordert, alles zu tun, solche Vorfälle in der Zukunft zu unterbinden.

400 Jugendlichen gegen einen Mann

Der Fall hatte für bundesweite Schlagzeilen gesorgt. Am betreffenden Wochenende war es sehr heiß gewesen. Das Bad war sehr voll, der Einlass wurde nicht gestoppt, der Zugang zu einer weiteren Liegewiese wurde geöffnet. Am Nachmittag des Samstag, 29. Juni, eskalierte dann eine Konfliktsituation. Der Vater einer Familie hatte sich mit einigen Jugendlichen auseinandergesetzt, die dort getobt und seiner Familie zu nah gekommen sein sollen. Am Ende sollen bis zu 400 Jugendliche gegen den Mann gestanden haben.

Junge Männer enterten den Sprungturm

Die Polizei rückte mit mehr als 60 Mann an. Die Beamten sahen sich teils äußerst aggressiven Jugendlichen gegenüber. Dutzende von ihnen enterten den Sprungturm und sprangen teils gleichzeitig ins Wasser. Zu diesem Zeitpunkt führte die Polizei die bedrohte Familie aus dem Bad. Die Bademeister hatten sich während der chaotischen Zustände zurückgezogen. Dies sei jedoch auf Anweisung der Polizei geschehen, sagt Peter Schwabe. Am Tag darauf, als sich eine Prügelei immer weiter aufschaukelte, musste das Rheinbad erneut geräumt werden.

Verwunderung im Rathaus über den Bäder-Chef

Für Verwunderung hatte im Rathaus gesorgt, dass Bäderchef Roland Kettler seinen Urlaub in den Niederlanden nicht abbrach. Er nahm auch nicht am Sicherheitsgipfel am Donnerstag letzter Woche teil, der parallel zur Ratssitzung stattfand. Dort kamen Polizeipräsident Norbert Wesseler, Stadtdirektor Burkhard Hintzsche, Ordnungsdezernent Christian Zaum sowie Peter Schwabe zusammen, für die Bädergesellschaft nahm Prokurist Ralf Merzig teil. Ein Ergebnis war der Einsatz von Security und des Ordnungsdienstes am Wochenende.

Monika Lehmhaus (FDP) will im Aufsichtsrat wissen, ob es Anzeichen dafür gibt, dass die Eskalation gesteuert wurde. Wesseler hatte dies bei einem Besuch in der FDP-Ratsfraktion nicht ausgeschlossen. Aktuell heißt es aus dem Präsidium, man habe dafür keine Hinweise.

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