Architektur

Bauherren-Preis für „Living Circle“ in Düsseldorf

Das ehemalige „Thyssen Trade Center“ im Düsseldorfer Stadtteil Flingern wurde zu einem modernen Wohngebäude umgebaut.

Foto: oH

Das ehemalige „Thyssen Trade Center“ im Düsseldorfer Stadtteil Flingern wurde zu einem modernen Wohngebäude umgebaut.

Düsseldorf.   Der Umbau des früheren "Thyssen Trade Centers" in Düsseldorf zu einem modernen Wohnkomplex wurde ausgezeichnet mit dem Deutschen Bauherrenpreis.

Schöner Erfolg für das Düsseldorfer Büro „Konrath und Wennemar/Architekten Ingenieure“: Ihr Projekt „Living Circle“ an der Grafenberger Allee in Flingern nahe der Metro wurden mit dem Deutschen Bauherrenpreis ausgezeichnet.

Alle zwei Jahre loben Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, der Bund Deutscher Architekten und der Deutsche Städtetag den Deutschen Bauherrenpreis aus. Der Preis wird bereits seit 1986 vergeben. Er soll der Unterstützung innovativer Ansätze und Lösungen im Wohnungsbau dienen und setzt – unter besonderer Berücksichtigung der Rolle des Bauherren – am Spannungsfeld von hoher Qualität und tragbaren Kosten an.

Insgesamt wurden zwölf Preise in verschiedenen Kategorien vergeben. In der Kategorie „Umnutzung für das Wohnen“ wurde dabei das Düsseldorfer Projekt „Living Circle“ der „Bauwert CA Grafenberger Allee GmbH“ aus Berlin ausgezeichnet. Ein leerstehendes Bürogebäude an der Grafenberger Allee wurde in 340 preiswerte Mietwohnungen, eine Kita und eine Einzelhandelsfläche umgeplant. Die Architektur wurde von „Konrath und Wennemar Architekten und Ingenieure“ entwickelt, die Freiräume von FSWLA Landschaftsarchitektur GmbH.

20 Jahre lang war hier das „Thyssen Trade Center“

Der Bürokomplex aus dem Baujahr 1991 konnte nach 20 Jahren Nutzung nicht weiter als Büro vermietet werden. Es handelte sich bei dem Gebäude um ein „Customized Development“, um ein Bauprojekt was exakt auf die Anforderungen des Nutzers zugeschnitten ist. Das Gebäude entsprach damals dem modernsten Stand der Technik. Thyssen Krupp hatte das Gebäude für 20 Jahre angemietet und als „Thyssen Trade Center“ genutzt, in dem 1000 Menschen gearbeitet haben.

Angesicht des zunehmenden Wohnungsbedarfs in Düsseldorf entschied sich die Bauherrin für eine Umnutzung zu Wohnungen. Die notwendige Änderung des Bebauungsplanes wurde im vereinfachten Verfahren mit breiter politischer Zustimmung zügig durchgeführt.

Die Jury würdigt in ihrer Begründung den Mut der Bauherrin, die diesen großen Bürokomplex mit seiner eigenwilligen Formensprache und hohen Dichte zu Wohnungen umgebaut hat. denn die Umnutzung leerstehender, nicht mehr zeitgemäß nutzbarer Bürobauten in Wohnraum ist eine aktuelle Aufgabe.

Mieten liegen zwischen 8,50 und 11,65 pro Quadratmeter

Unter Beibehaltung der Grundform entstand ein Wohnquartier mit 340 Wohnungen mit weitgefächertem Wohnungsmix in innenstadtnaher Lage. Die Baukosten blieben mit etwa 1700 Euro pro Quadratmeter trotz des ungewöhnlichen Umbaus mit ungewöhnlichen Konstruktionen im vertretbaren Rahmen. Die kreisrunden Freiräume bieten heute hohe Aufenthaltsqualitäten und vernetzen das Projekt mit dem umgebenden Stadtquartier. Die Netto-Kaltmiete für die Wohnungen liegen zwischen 8,50 und 11,65 Euro pro Quadratmeter.

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