Beats für die Berber

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Temperaturen fallen in diesen Tagen merklich, die Zeit auf der Straße wird für Obdachlose härter. Glücklich darf sich schätzen, wer ein Dach über dem Kopf hat und geregelt warme Mahlzeiten einnehmen kann. Derzeit leben geschätzt rund 500 Obdachlose in Düsseldorf, und gerade im Winter bricht für die Menschen, die auf der Straße leben müssen, eine mitunter lebensbedrohliche Zeit an.

Bereits seit einigen Jahren engagiert sich nun der Lehrer Marcel Riedel für die Obdachlosenhilfe „fiftyfifty“ und erdenkt gemeinsam mit seinen Schülern Wohltätigkeitsaktionen zugunsten obdachloser Menschen in Düsseldorf. „Angefangen hat alles damit, dass ich über den engen schulischen Rahmen hinaus meine Schüler fördern wollte“, erzählt Riedel. Der studierte Designer, der seit 2009 als Lehrer im Ausbildungsgang Gestaltungstechnik an der Lore-Lorentz-Schule in Eller tätig ist, wollte seinen Schülern auch einen praktischen Zugang zum Fach Gestaltungstechnik bieten. In der ebenfalls in Eller beheimateten fiftyfifty-Galerie fand er einen „Kunden“, der sich für die von Schülern gestalteten Projekte und Produkte interessierte. Gleichzeitig verfolgen seine Aktionen einen nachhaltigen Zweck, denn zugunsten der Obdachlosenhilfe werden stets auch Spenden generiert.

So erstellten die Schüler unter Führung ihres Lehrers Riedel bereits im vergangenen Jahr zu Weihnachten eine Postkartenserie, die auf dem freien Markt sowie von den Verkäufern des Sraßenmagazins fiftyfifty an Passanten verkauft werden konnten. In diesem Jahr planten sie das Fotoprojekt „(Heart)beats for Berber“, das Portraitfotos von in Düsseldorf lebenden Obdachlosen zeigt. Die küntslerischen und ästhetischen Fotos werden nun in einer Ausstellung im Reinraum, einem Kunstverein auf der Adersstraße 30a, gezeigt.

Vier Schüler des Bildungsganges Gestaltungstechnischer Assistent, Chiara Macher, Jule Bohm, Maurice Stifka und Ronja Freiwald, folgen dabei dem Ziel, Grenzen aufzubrechen und aktive Hilfe für Obdachlose zu leisten. „Wir möchten mit unseren Bildern betonen, dass Obdachlose genau so als Mensch gesehen werden müssen wie jeder andere auch“, sagt Ronja Freiwald. „Sie sind genauso herzlich und ‘normal’ wie du und ich. Wir wollen gegen Vorurteile angehen und beweisen, dass sie anders sind, als viele glauben“, setzt die 17-Jährige hinzu.

Die Arbeiten der Schüler werden nun von Samstag, 6. Dezember, bis Mittwoch, 17. Dezember im ungewöhnlichen Kunst- und Kulturverein zu sehen sein. Zur Vernissage am Samstag, 6. Dezember, findet am Nikolaustag ab 18 Uhr zudem eine Charity Party für Obdachlose statt.

Während auf dem Platz vor dem Kunstverein Reinraum ein Team der Düsseldorfer Metzgerei Peter Inhoven Wurstvariationen grillen und an alle Obdachlosen spenden wird, unterstützt der Kunstverein das Projekt zusätzlich mit einem freien Getränkeausschank in Form von Glühwein und Wasser.

In einem Spendenstiefel werden überdies selbst gewählte Spendenbeiträge gesammelt, die in voller Höhe der Obdachlosenhilfe fifityfifty zugute kommen. Musikalisch untermalt wird die Veranstaltung zusätzlich von DJ Marty sowie zwei Lehrern der Lore-Lorentz-Schule, denn neben David Körner wird auch Marcel Riedel selbst zugunsten der guten Aktion Platten auflegen.

Ab 22 Uhr wird dann der Ausstellungsraum unter Tage zur Partyzone für Jedermann erklärt.

Auch dort wird die Hälfte des Eintrittsgeldes an die Obdachlosenhilfe fiftyfifty gespendet.

Übrigens: Der Titel dieser Wohltätigkeitsveranstaltung „Beats for Berber“ stammt vom Chefredakteur der fiftyfifty, Hubert Ostendorf, selbst, denn „Obdachlose”, so Ostendorf, „bezeichnen sich selbst oft als Berber, also als Nomad
enfolk.”

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben