Feuerwehr

Bei Riss der CO-Pipeline kaum Rettung möglich

Foto: WAZ FotoPool

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Düsseldorf. Alarmierende Nachrichten für die Anwohner der umstrittenen CO-Pipeline von Dormagen nach Krefeld: Bei einem Vollbruch ist eine Feuerwehr-Rettung der betroffenen Menschen kaum möglich. Nur wenige Atemzüge können zum Tod führen.

Die Worte der Feuerwehr-Dezernentin Helga Stulgies klingen dramatisch: Bei einem Gau in der umstrittenen Kohlenmonoxid-Leitung von Dormagen nach Krefeld, die auch mehrere Düsseldorfer Stadtteile betrifft, wäre eine „zeitnahe Rettung“ akut gefährdeter Menschen durch die Feuerwehr nur schwer möglich.

Sollte die CO-Pipeline bei einem späteren Betrieb hier an einer Stelle reißen (Vollbruch), dann drohen je nach Windverhältnissen im Umkreis von bis zu 300 Metern „lebensbedrohliche Schädigungen bis hin zum Tod, wenn nicht unverzüglich Atemschutz getragen und der Gefahrenbereich verlassen wird“, antwortete gestern Helga Stulgies auf eine entsprechende Anfrage der Grünen im Rat. Ihr Resümee: „Ein realer Rettungseinsatz ist nahezu unmöglich.“

„Erhebliche Personenschäden sind nicht auszuschließen“

Größere Konzentrationen des geruchlosen Kohlenmonoxid-Gases können schon nach wenigen Atemzügen zum Tode führen. Bei einem Giftalarm würde die Feuerwehr vor offenbar nicht zu bewältigenden Problemen stehen. Größere Leckagen mit einem Gasaustritt von 60 Kubikmetern CO pro Stunde werden von der Krefelder Betriebszentrale innerhalb von 15 Minuten erkannt. Wo das Gas ausströmt, lässt sich von der Zentrale nur mit einer Genauigkeit von 600 Metern bestimmen. „Die angewendeten Messtechniken sind nicht in der Lage, den Leckage-Ort augenblicklich zu erkennen und punktgenau zu bestimmen“, gibt die Dezernentin zu bedenken.

Insgesamt kann zu viel Zeit verloren gehen, bis die Retter vor Ort sind. „Erhebliche Personenschäden sind nicht auszuschließen“, folgert die Beigeordnete Stulgies. Erschwerend hinzu kommt, dass sich die Feuerwehrmänner nur mit Atemschutz dem Gefahrenbereich nähern können und die Pipeline nur schwer zu finden sein werde. Gleichzeitig müssen sofort viele Straßen gesperrt und ständige Luftmessungen gemacht werden. Die Feuerwehrleute müssen sich darauf einstellen, „dass die Anzahl der betroffenen Personen erheblich sein kann.“ Stulgies: Der Erfolg der Rettung im Nahbereich der Pipeline werde „äußerst stark eingeschränkt sein“.

Stadt erwägt rechtliche Schritte

Für die Anwohner bestehe nur über eine frühzeitige Sirenenwarnung eine „begrenzte Möglichkeit“, in Gebäuden vorläufig Schutz zu suchen, „bis von außen Hilfe geleistet werden kann oder die Gaswolke sich aufgelöst hat“. Die vorgesehenen Sirenen-Standorte sind: Hellerhof (Hellerhofweg), Hubbelrath (Dorfstraße), Angermund (Bahnhofstraße), Wittlaer (Wasserwerksweg), Hellerhof (Eichsfeldstraße).

Die Stadt lehnt wegen ihrer Bedenken den Alarm- und Gefahrenabwehrplan von Bayer ab und behält sich rechtliche Schritte vor. Sollte die Bezirksregierung dem Alarmplan zustimmen, „dann haben wir das Instrument der Klage“, sagte Helga Stulgies.

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