Schule

Bessere Angebote für die Gesundheit von Kindern

Bei den Schuleingangsuntersuchung sollen in Zukunft Fragebögen ausgeteilt werden.

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Bei den Schuleingangsuntersuchung sollen in Zukunft Fragebögen ausgeteilt werden. Foto: WAZ FotoPool

Die Heinrich-Heine-Universität befragt Eltern bei den Schuleingangsuntersuchungen, welche Beratungs- und Unterstützungsangebote sie in Anspruch nehmen

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„Kinder sind – medizinisch gesehen – die wichtigste Bevölkerungsgruppe, da sie noch am ehesten erziehbar sind“, sagt Gesundheitsdezernent Professor Andreas Meyer-Falcke. „Wenn man Kinder auf ihre gesundheitlichen Stärken aufmerksam macht und darauf, wie sie mit ihren Schwächen umgehen können, dann kann man Krankheiten bis in das Erwachsenenalter vorbeugen.“

Aus diesem Grund und um zu testen, ob die Kinder schon schulfähig sind, gibt es bereits seit 1903 die Schuleingangsuntersuchung vor der Einschulung. Sie ist heute die einzige für eine ganze Bevölkerungsgruppe verpflichtende Untersuchung.

Um herauszufinden, welche Angebote Eltern für ihre Kinder ansonsten wahrnehmen und welche noch optimiert werden können, wird die nächsten 24 Monate eine Studie durchgeführt. Diese wird von Dr. Simone Weyers in Zusammenarbeit mit Professor Nico Dragano, dem Direktor des Instituts für Soziologische Medizin der Universität, geleitet, dem auch Weyers angehört. Meyer-Falcke und Dr. Michael Schäfer vom Gesundheitsamt unterstützen die Aktion. Das Gesundheitsamt und die Universität haben schon in anderen Studien zusammengearbeitet. „Es wird ein hoch routiniertes Verfahren geben“, sagt Schäfer. „Wir werden froh sein, in zwei Jahren das Ergebnis präsentieren zu können.“

Die Fragebögen wurden schon in einer kleinen Vorläuferstudie getestet. Für die eigentliche Studie werden 10 000 Fragebögen angesetzt. Pro Jahr werden in Düsseldorf circa 5000 Kinder eingeschult. Die Fragebögen werden den Eltern mit den medizinischen Fragebögen der Schuleingangsuntersuchung überreicht. Die Teilnahme ist freiwillig. Die Bögen werden mit Nummern versehen sein, so dass keine Namen von Eltern und Kindern genannt werden müssen. Auf Anfrage können auch Bögen in anderen Sprachen ausgefüllt werden. Die Wissenschaftler hoffen darauf, dass möglichst viele Eltern aus möglichst vielen verschiedenen kulturellen und gesellschaftlichen Gruppen teilnehmen.

Die Daten der Schuleingangsuntersuchung werden dann mit denen der Bögen verknüpft, um herauszufinden, welche Angebote die Gesundheit der Kinder tatsächlich fördern.

„Ziel ist es, nicht nur herauszufinden, welche Präventionsangebote tatsächlich genutzt werden, und welche Wirkung das hat, sondern auch, wie Familien motiviert werden können, bei Bedarf diese Angebote zu nutzen“, sagt Meyer-Falcke. Insbesondere für benachteiligte Familien sollen die Angebote attraktiver gemacht werden. Nico Dragono meint: „Die Ergebnisse unterstützen die Kommunen bei der effizienten und zielgruppenorientierten Planung und Umsetzung der Präventionsnetzwerke.“ Da es recht wenig Forschung zur Kindergesundheit gibt, sind die Forschenden froh, dass das Projekt nun in die Tat umgesetzt werden kann. Die Kosten übernimmt der Bund beziehungsweise das Bundesministerium für Forschung und Bildung.

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