Privatschule

Besucher aus der ganzen Welt beim Jüdischen Gymnasium

Pavle Madzirov (CDU) ist stellvertretender Schulleiter

Pavle Madzirov (CDU) ist stellvertretender Schulleiter

Foto: Katharina Gilles

Düsseldorf.   Das erste Jüdische Gymnasium in NRWist in Düsseldorf und zieht kurz nach seinem Start weltweit Aufmerksamkeit mit seinem Konzept auf sich.

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Seit dem Schulstart Ende August hat sich viel getan am Albert-Einstein-Gymnasium, dem ersten jüdischen Gymnasium in Nordrhein-Westfalen. Und das nicht nur in den Räumlichkeiten, nahezu jeden Tag bekommt der stellvertretende Schulleiter Pavle Madzirov Besuch – von der Presse, aber auch von Delegationen aus aller Welt.

Schüler bekommen Anti-Aggressionstraining

Ein bisschen muss noch getan werden in den Räumlichkeiten an der Theodorstraße in Rath. Doch seit der Eröffnung hat sich schon einiges verändert. Bestes Beispiel: die neuen Fitness- und Bewegungsräume. „Dort sollen sich die Schüler ab nächsten Montag richtig auspowern können. Es soll nicht nur der Geist gefordert werden, sondern auch der Körper. Das steht in Einklang“, sagt Madzirov, der selbst an der Schule Sport und Deutsch unterrichtet. Zum neuen Raum gehören zwei Boxsäcke. „Box dich fit“ lautet das Motto, gleichzeitig soll damit auch ein Anti-Aggressionstraining geschaffen werden. Nebenan ist bereits ein Ruheraum entstanden, mit Sitzmöglichkeiten und vielen Matten für die rund 40 Schüler.

Eine „gesunde Schule“

Mit den neuen Fitnessmöglichkeiten will die Schule einen Schwerpunkt setzen. „Wir wollen eine bewegte, gesunde Schule sein“, so Madzirov. Auf dem noch etwas kargen Schulhof – die Bepflanzung kommt noch – stehen bereits vier mobile Fußballtore. Die Schüler können auch kickern und Tischtennis spielen. Eine Kooperation mit Borussia Düsseldorf sei geplant und in Arbeit.

Ein anderes Schwerpunkt-Feld ist bereits abgeschlossen – das digitale. Jeder Schüler hat ein eigenes Ipad, die Lehrer können Materialien direkt hochladen und so an die Schüler verteilen. Alles ist vernetzt. Am jüdischen Gymnasium setzt man vor allem auf Innovation. Gerade das findet eben auch großen Zuspruch weltwelt. Es sind aber vor allem immer zwei Dinge, die für großes Erstaunen sorgen bei den internationalen Besuchern, die unter anderem aus Amerika, Russland und Israel angereist kamen. „Unsere beschreibbaren Wände in den Klassenzimmern sorgen immer wieder für Erstaunen. Das gibt so nirgends an anderen Schulen. Das finden sogar die Schüler super, sogar noch besser als die Ipads“, sagt Madzirov, der darüber überrascht war.

Alle Reigionen sind willkommen

Bei den internationalen Gästen stößt er zudem immer wieder auf eine Fehlannahme: „Die meisten glauben, dass hier nur Kinder jüdischen Glaubens unterrichtet werden.“ Das sei aber nicht so, erklärt Madzirov, der selbst Katholik ist.

Nicht nur das eigentliche „Schulleben“ findet großen Anklang – auch das räumliche Konzept, sofern es umgesetzt werden konnte. „Wir sind noch in diesem Bürogebäude, das ist eben so, wie es ist. Aber die Differenzierungsräume kommen gut an.“ Damit spricht Madzirov die Zweiteilung in den Klassenzimmern an, die vor allem für lernschwächere Schüler gedacht ist, die noch einmal gesondert und gezielt unterstützt werden können.

Dass dies ein gutes Konzept für alle Schulen wäre, weiß Madzirov aus jahrelanger eigener Erfahrung. Daher freut es ihn auch, dass eben das Interesse von allen Seiten besteht – und daraus möchte er gerne noch mehr machen. Denn ein dritter Schwerpunkt steht bereits: „Wir wollen internationale Beziehungen aufbauen, da wir in der Zukunft auch Schüler- und Lehreraustauschs planen.“ Auf einem guten Weg ist er bereits.

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