Stadtsauberkeit

„Rheinkippen“: Aktion soll Düsseldorf sauberer machen

Ein großes Problem nicht nur in Innenstädten: Weggeworfene Zigarettenkippen.

Ein großes Problem nicht nur in Innenstädten: Weggeworfene Zigarettenkippen.

Foto: Fabian Sommer / dpa

Düsseldorf.  Die RhineCleanUp-Initiative appelliert mit der Aktion „Rheinkippen“, Zigarettenstummel nicht auf den Boden zu werfen. Das erfährt Unterstützung.

Die RhineCleanUp-Initiative macht mit der Aktion „Rheinkippen“ auf eine gigantische Umweltverschmutzung aufmerksam: Die Düsseldorfer Innenstadt soll an diesem Freitag, 9. August, zur kippenfreien Zone werden. Die Müllsammelaktion „Rheinkippen“ startet um 10 Uhr auf dem Heinrich-Heine-Platz. Veranstalter sind die Initiatoren der RhineCleanUp-Initiative. Sie gehen davon aus, dass täglich von 500.000 bis zu einer Million Zigarettenkippen auf Düsseldorfs Bürgersteigen, Straßen und Wiesen landen.

Eine Kippe kann 40 Liter Grundwasser verunreinigen

Wissenschaftler betonen, dass eine Kippe rund 40 Liter sauberes Grundwasser verunreinigen kann. „Auf diese enorme Belastung der Umwelt wollen wir aufmerksam machen. Es geht um Bewusstseinsbildung. Wer weiß, wie giftig die Kippen sind, wird sie demnächst nicht mehr achtlos wegwerfen“, erläutert Ingo Lentz von RhineCleanUp die Aktion.

Zahlreiche Freiwillige machen sich – ausgestattet mit kleinen Eimern – am Freitagvormittag auf dem Weg, um Bürgersteige, Plätze und das Rheinufer von Zigarettenresten zu befreien. Gesammelt werden die Kippen dann von 13 bis 14 Uhr in einer großen durchsichtigen, 1,50 Meter hohen Röhre.

An der Aktion beteiligen sich mehrere Düsseldorfer Initiativen, die auch den RhineCleanUp tragen – unter anderem Victoria Blocksdorf mit ihrem Team. Sie betont, dass bis zu 4000 schädliche Stoffe in einer Zigarettenkippe zu finden sind: „Sie machen die kleinen Zigarettenreste zu Sondermüll, der keineswegs harmlos ist.“ Die Veranstalter hoffen, dass viele Düsseldorfer spontan an ihrer Aktion mitmachen werden. Kleine Sammeleimer gibt es am Infostand am Heinrich Heine-Platz.

Lösung: Taschenaschenbecher

„Fehlende Aschenbecher sind keine Ausrede für weggeworfene Zigarettenstummel“, betont Ingo Lentz. Das Team RhineCleanUp bietet auch gleich eine Lösung an: Taschenaschenbecher zur Zwischenlagerung – hergestellt mit Plastikelementen, die aus Kippen recycelt wurden. Eine Idee des Kölners Mario Merella.

Die Stadt begrüßt die Aktion für die Stadtsauberkeit. Im vergangenen Jahr verhängte sie 33 Verwarngelder gegen die Kippen-Umweltsünder. Für die Sünder fallen zehn Euro Bußgeld an, so ein Stadtsprecher. „Man muss die Leute aber auf frischer Tat ertappen. Das ist sehr schwierig“, so der Sprecher weiter. Mitarbeiter des Ordnungs- und Servicedienstes der Stadt können jedoch prophylaktisch „rote Karten“ an „verdächtige Menschen“ verteilen.

BUND-Sprecher fordert höheres Bußgeld

Für den BUND-Sprecher und Geschäftsleiter in NRW, Dirk Jansen, wären auch „ordentliche Ordnungsgelder“ eine gute Maßnahme der Stadt, um gegen die Müllsünder vorzugehen. Auch er sieht in den achtlos weggeworfenen Kippen nicht nur ein „optisches, sondern auch ein Umweltproblem“. Jansen selbst kann zudem die „Sorglosigkeit vieler Menschen, die den öffentlichen Raum zumüllen“ nicht verstehen. „Alle Appelle, sich wie soziale Wesen zu verhalten, scheitern oft. Da helfen dann nur noch Geldstrafen, um einen Erziehungseffekt zu bewirken“, so der BUND-Sprecher.

Die umweltpolitische Sprecherin der Düsseldorfer Grünen, Iris Bellstedt, findet die momentanen Bußgelder hingegen ausreichend. Sie plädiert eher dafür, noch mehr Mülleimer für Zigaretten in der Stadt aufzustellen.

Bei Bürgern Bewusstsein schaffen

Jonges-Baas Wolfgang Rolshoven begrüßt die Aktion. „Kippen gehören nicht auf die Straße. Es ist wichtig, bei den Bürgern ein Bewusstsein dafür zu schaffen.“ Ein zünftiges Ordnungsgeld hält auch er für sinnvoll. „Es schmerzt, wenn es ans Geld geht.“ Gleichzeitig sieht er noch viel Potenzial bei Stadt und Awista. „Die Stadtverträge müssen weiter verbessert werden, dass mehr Reinigungskapazitäten entstehen.“ Auch mehr Container seien sinnvoll.

Unterstützung findet die Aktion ebenfalls beim Umweltausschussvorsitzenden Philipp Tacer (SPD), der sich bei allen Ehrenamtlichen für ihr Engagement bedankt. Es sei „ärgerlich um jede Kippe, die auf den Boden landet“. Er sieht aber auch Hoffnung: „Der Trend, dass vor allem junge Leute rauchen, geht zurück.“

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