Pflege

Botschafter für Düsseldorfer Kinderhospiz

Egzon Osmani

Egzon Osmani

Foto: Michael Dlugosch

Düsseldorf.  Das Kinder- und Jugendhospiz Regenbogenland in Düsseldorf-Gerresheim hat seit Donnerstag, 25. Februar, seinen ersten nicht-prominenten Botschafter.

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„Ein Kinderhospiz ist gar nicht so schlimm, wie Du denkst!“ Egzon muss es wissen. Seit nun schon zehn Jahren ist der Bonner im Kinder- und Jugendhospiz Regenbogenland im Düsseldorfer Stadtteil Gerresheim Besucher, Gast und Patient. Jetzt möchte der 21-Jährige allen, die mit dem Begriff Hospiz nicht vertraut sind, die Angst nehmen. In seinem Amt, das er am Donnerstag, 25. Februar, antrat.

Egzon Osmani ist wegen spinaler Muskelatrophie auf den Rollstuhl angewiesen. Die Krankheit hindert ihn nicht daran, erster Kinder- und Jugendbotschafter des Regenbogenlandes zu werden. Er selbst hatte die Idee. Von Bonn aus hielt Egzon mit Melanie van Dijk, der Geschäftsführerin, übers Internet Kontakt. Er schrieb ihr „Ich würd’s gern machen“, und dann ging alles sehr schnell. Der Vorstandsvorsitzende des Hospiz-Fördervereins, Norbert Hüsson, sagt, der Wunsch sei Osmani regelrecht „aus dem Herzen gewachsen“.

Zuvor nur prominente Botschafter

Bislang hatte das Regenbogenland nur prominente Botschafter: Sänger Peter Maffay. Josef Hinkel, früherer Präsident des Comitees Düsseldorfer Carneval. Ex-No-Angels-Sängerin Sandy Mölling. Politiker Christian Lindner, der Honorare komplett dem Regenbogenland stiftet. Zu den insgesamt sieben Promis gesellt sich nun Egzon. Hüsson betont, dass der 21-Jährige „authentisch Dinge wiedergeben kann“, er prädestiniert sei für das Amt: Seine Erfahrungen mit der Einrichtung könne der Deutsche mit Eltern aus dem Kosovo und der Türkei besonders gut vermitteln. Das Amt beinhalte Termine wie Spendenübergaben, aber auch das Vorstellen des Hauses. Zu viele Menschen wüssten nicht, dass ein Hospiz eben nicht nur eine Sterbeeinrichtung sei. Hüsson wünscht sich, dass Egzon „Hemmschwellen bei Familien abbaut“.

Der 59-jährige Fördervereinschef nennt das Beispiel einer Mutter, die wegen der schweren Erkrankung ihres Kindes „restlos auf dem Zahnfleisch ging“. Das Hospiz sei ja nicht nur für Sterbefälle da, wie man an Egzon bestens sehen könne: Zehn Jahre besuche er nun das Haus, fast so lange, wie es die Gerresheimer Institution schon gibt: zwölf Jahre.

Ein Anbau für Jugendliche

Das Haus, für das sich auch Fußballstar Toni Kroos mit seiner Stiftung einsetzt, erweitert sich gerade um einen Anbau. Dieser müsse unbedingt bis Ende des ersten Halbjahres 2017 fertig sein, denn sonst verfalle ein Vertrag mit einer Stiftung. Aber die Torfbruchstraße, an der das Regenbogenland liegt, mache ihrem Namen durchaus alle Ehre, so Hüsson: „Ich habe Gummistiefel für Sie!“ Dort, wo mal ältere Jugendliche untergebracht werden sollen, sei das Grundwasser ein Problem.

Insgesamt 40 Mitarbeiter, darunter Ehrenamtliche und Freiwilliges-Soziales-Jahr-Leistende, betreuen im Regenbogenland mehr als 200 Familien, derzeit vier Kinder stationär. Das Haus sei laut Egzon eine „sehr kindgerechte Umgebung“, hier habe er „neue Freundschaften geschlossen“.

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