Politischer Hintergrund

Brandanschlag bei Düsseldorfer Kranfirma - Polizei ermittelt

Die Einsatzkräfte hatten den Brand schnell unter Kontrolle. Der Schaden hätte weitaus größer sein können.

Die Einsatzkräfte hatten den Brand schnell unter Kontrolle. Der Schaden hätte weitaus größer sein können.

Foto: Patrick Schüller

Düsseldorf.   Ist der Brand auf dem Gelände der Kranfirma Wasel in Düsseldorf ein Rache-Akt von radikalen Umweltschützern? Unternehmensleitung ist entsetzt.

Ein Brandanschlag auf dem Gelände einer Kranfirma in Düsseldorf hat möglicherweise einen politischen Hintergrund. Die Fahrzeuge des Unternehmens Wasel GmbH waren nach Angaben von Umweltschützern auch bei der Räumung des Hambacher Forsts im Einsatz. Wie die Düsseldorfer Feuerwehr am Donnerstag berichtete, hatte am Morgen gegen 4.30 Uhr der Reifen eines Krans an der Straße Am Trippelsberg Feuer gefangen.

Mitarbeiter hatten das bemerkt, die Einsatzkräfte alarmiert und erste Löschversuche mit einem Feuerlöscher unternommen. So konnten sie das Feuer zwar nicht komplett ersticken, aber klein halten. Die Feuerwehr hatte den Brand dann schnell unter Kontrolle. Ein Übergreifen auf weitere Fahrzeuge konnten die Einsatzkräfte nach eigenen Angaben verhindern. Der Feuerwehr-Einsatz mit 18 Kräften dauerte rund eine Stunde.

Feuerwehr schätzt Schaden auf rund 10.000 Euro

An dem betroffenen Kran wurden auch Chassis-Teile in Mitleidenschaft gezogen. Der Einsatzleiter der Feuerwehr schätzt den entstandenen Sachschaden auf rund 10.000 Euro. Nach Angaben eines Polizeisprechers gibt es "konkrete Hinweise auf versuchte und vollendete Brandstiftung". Wegen des möglichen politischen Hintergrunds der Tat hat der in solchen Fällen zuständige Staatsschutz der Düsseldorfer Polizei die Ermittlungen übernommen.

Der Schaden hätte noch weitaus größer sein können. Auf Fotos vom Tatort sind mehrere Brandsätze, eine Art Molotow-Cocktails, zu erkennen. Auf der linken Internet-Seite indymedia.org wurde Stunden nach dem Vorfall eine Art Bekennerschreiben veröffentlicht: "Die Firma Wasel wurde gestern Nacht angegriffen, mit sechs Brandsätzen auf sechs Fahrzeuge, weil sie RWE ihre Maschinen zur Verfügung stellen, weil sie es möglich machen, dass die Bullen den Wald räumen, weil sie ein Teil des Systems sind, dass wir so hassen." Ein Polizeisprecher sagte, die Echtheit der Veröffentlichung werde noch geprüft.

Staatsschutz ermittelt nach Großbrand in Willich

Am 1. Oktober war in Willich aus noch nicht geklärter Ursache in der Lagerhalle eines Betriebs für Leihmaschinen ein Feuer ausgebrochen. Bei dem Unternehmen Boels entstand ein immenser Sachschaden. Auch bei diesem Vorfall steht der Verdacht im Raum, dass radikale Braunkohle-Gegner den Brand gelegt haben könnten. Auch dieses Unternehmen war bei der Räumung des Waldgebiets involviert. Der Staatsschutz ermittelt auch hier.

Die Geschäftsleitung der Wasel GmbH reagierte am Donnerstagnachmittag mit einer auf der Firmen-Homepage veröffentlichten Stellungnahme: "Wir sind bestürzt über den Brandanschlag auf unsere Düsseldorfer Niederlassung. Unser Dank gilt den Mitarbeitern vor Ort und den Einsatzkräften der Feuerwehr." Sie hätten Schlimmeres verhindert. Wasel nimmt auch Stellung zu den Hintergründen: "In den Medien wird darüber spekuliert, dass es einen Zusammenhang zu unserer Tätigkeit im Hambacher Forst gibt. Richtig ist, dass wir ein langjähriger Partner von RWE sind und zu dieser Partnerschaft stehen. Unsere Unterstützungsleistung bei den Räumungsarbeiten hatten wir schon vor einigen Tagen vereinbarungsgemäß beendet." Die Stellungnahme schließt mit diesem Satz: "Unser Appell richtet sich an alle Beteiligten, auf jedwede Gewalt zu verzichten und vor allem sich von Straftätern eindeutig zu distanzieren."

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